3-Ländereck A-I-CH

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3-Ländereck-Tour Österreich/Italien/Schweiz
vom 14. – 22. Juni 2013

Unser Standort: Nauders

Kühe

Noch nie zuvor haben wir so gezittert, wie vor dieser Motorradtour: Am 24. Mai lag die Schneefallgrenze in Tirol noch immer bei 1500 Meter und für den folgenden Mittwoch wurde erneut eine Kaltfront erwartet. Doch pünktlich vor unserem Start gingen die Temperaturen schlagartig in die Höhe. 🙂

Freitag, 14. Juni 2013

Gegen 21.30 Uhr machen wir uns mit einem Mietwagen und Sechser-Motorradanhänger und einem Pkw mit einem Zweier-Motorradhänger auf den Weg ins Dreilädereck Österreich – Schweiz – Italien. Unsere zehnte Person weilt derweil bereits in München, wo sie oder besser gesagt er bei seiner letzten Tour seine BMW aufgrund eines Ausfalls zurücklassen musste.

Moppeds auf dem Hänger

Zielort ist die Bikerpension Landpension Engadin in Nauders (Bezirk Landeck) im Bundesland Tirol. Der Ort liegt in einem Hochtal auf 1394 Metern oberhalt des Inntals in Österreich zwischen dem Finstermünzpass im Norden und dem Reschenpass im Süden.

Nauders ist eine knapp 1.600-Seelen-Gemeinde im Hochtal des Inntals auf 1.394 Höhenmeter.
Das Örtchen erreicht man über den Finstermünzpass im Norden (Österreich), den Reschenpass im Süden (Italien) oder die Norbertshöhe im Westen (Schweiz). Im Südwesten treffen die Grenzen Österreichs, Italiens und der Schweiz auf 2.160 Metern am Dreiländer-Grenzstein aufeinander.

Oberhalb von Nauders liegt der „Schwarze See“ auf dem „kleinen Mutzkopf“ (1.712 HM). Erreichbar ist er über Riatsch (1 Stunde Weg) oder den Sessellift (an der Straße Richtung Engadin).

Samstag, 15. Juni 2013

Nachdem wir die ganze Nacht durchgefahren sind, schlagen wir bereits gegen kurz nach neun in Nauders auf, obwohl wir unsere Zimmer eigentlich erst um 14 Uhr beziehen können. Unsere Pensionswirte Sonja und René zerreißen sich förmlich, damit wir frühestmöglich einchecken können. Zudem legen sie noch gleich etwas „Futter“ nach und wir haben die Möglichkeit in Ruhe zu frühstücken.

Sonja und Rene berichten uns von der „Problematik“, dass man in Landeck ruck-zuck im plakettenpflichtigen Tunnel landen kann, wenn man nicht aufpasst. Wir besorgen uns daher direkt nebenan an der Tankstelle für unsere Moppeds eine 10-Tages-Vignette für 4,90 Euro.

CBF und GSR mit Pickerl

Nach einem kurzen Zimmerrundgang teilen wir die Zimmer auf. Kaum ist das Gepäck verstaut, sind unsere „Freaks“ nicht mehr zu halten und machen sich auf zu ersten kleinen 150km-Rundtour, während Norby und ich die örtlichen Höhen bei sehr angenehmen Temperaturen per Pedes erkunden und uns einen ersten kleinen Sonnenbrand einfangen.

Nauders

Abends wird in unserer Pension gegrillt und für 19,50 Euro kann man soviel essen, wie man möchte. Mögen tun einige, scheitern jedoch am größtenteils nicht-durchgegartem Fleisch. Da es zum Grillbuffet diverse Salate und Pommes gibt, muss jedoch niemand hungern.

Nach einigen Fohrenburgern (= einheimisches Bier aus dem Vorarlberg) fallen wir alle todmüde in die Falle.

Fohrenburger

  


Touraufzeichnung CheckMyTour

Sonntag, 16. Juni 2013 – Einschaukel-Tour

Erster (echter) Tourtag!

Die Lage der Pension erweist sich als superpraktisch: Direkt nebenan liegt eine Tankstelle, wo wir zunächst unsere Maschinen beglücken. Tanken macht in Österreich richtig Spaß:

Spritpreise in Österreich

Norby und meinereiner begeben uns auf eine kleine „Einschaukeltour“ durch die Schweiz. Dank der seit Anfang des Jahres extrem verschärften Straßenverkehrsgesetze und höchst-empfindlichen Bußgelder achten wir peinlichst genau darauf, die 80 Stundenkilometer außerorts (und 50 innerorts) nicht zu überschreiten.

Kurz vor Ortsausgang von Nauders zweigt eine Straße zur Norbertshöhe ab. Oben ist man nach wenigen Kurven. Anschließend geht es eine schöne Strecke mit 11 Kehren runter nach Martina in der Schweiz.

Eine teilweise sehr schön geschwungene Straße (B27) führt Richtung St. Moritz. Über Susch und Zernez fahren wir nach La Punt. Hier findet man den Einstieg zum Albulapass. Die Auffahrt gestaltet sich zunächst etwas knifflig, denn die Straße ist recht schmal, die Kehren etwas enger und zudem machen sich zahlreiche Nordic Skater unnötig auf dem Weg breit. Nach dem Passieren einer weiten, kurvenarmen und noch schneebedeckten Hochebene landen wir auf der recht unspektakulären Passhöhe. Hier oben auf 2.315 Metern Höhe ist es doch recht frisch. Es gibt eine Einkehrmöglichkeit und einen Schotterparkplatz. Wir begnügen uns damit, ein paar Fotos zu knipsen und machen uns sodann an die Abfahrt.

Der erste Teil der steilen Abfahrt ist ziemlich holprig. Im weiteren Verlauf (von Naz über Bergün bzw. Filisur) folgt ein unglaubliches Schlängelkurvenparadies mit traumhafter Landschaft. Es fällt sehr schwer, nicht alle paar Meter anzuhalten, um Fotos zu machen.

Auch die weitere Strecke nach Davos reizt mit zahlreichen, flüssig zu fahrenden Kurven. Nach unzähligen Hüftschwüngen kehren wir in Davos in der Pizzeria „La Carretta“ und kippen beinahe hinten über: Für drei Kugeln Eis mit etwas Sahne zieht man uns schlappe 9.50 SFr aus der Tasche! Da wir kein Geld getauscht haben und in Euro zahlen müssen, wird es noch ein wenig teurer. Mit Trinkgeld kommen wir für Eis und Kaffee auf stolze 20 Euro!

Nachdem wir den Schock verdaut haben, nehmen wir Kurs auf den 26 Kilometer langen Flüelapass. Kurz vor der Passauffahrt am Ortsende warnen uns entgegenkommende Biker und so halten wir die Augen offen. Und tatsächlich: Hinter einem Schild hat sich ein Schweizer Polizist versteckt und schießt mit seiner Laserpistole lustige Paparazzi-Fotos!

Ab Davos ist der Pass sehr leicht zu fahren. Der Asphalt ist schön glatt und die Kurven sind flüssig. Oben erwartet uns eine geröllartige Gebirgslandschaft. Der kleine See ist nur zu erahnen, da alles noch komplett schneebedeckt ist. Glücklicherweise gibt es hier einen asphaltierten Parkplatz und ebenfalls eine Einkehrmöglichkeit (in einem 1869 erbauten ehemaligen Hospiz).

Bei der Abfahrt nach Susch gibt es dann endlich wieder etwas Kehrenspaß.

Weiter geht es Richtung Zernez im Inntal und „erklimmen“ den Ofenpass. Die 22 km lange Auffahrt enttäuscht ein wenig, denn die Straße ist streckenweise nicht die Beste. Daneben sorgen zwei Baustellen für unliebsame Wartezeiten.

Auf dem Pass legen wir eine kleine Pause ein. Zeit genug, sich erneut an die Schweizer Preise zu gewöhnen: Für zwei 0,3-Liter-Flaschen Apfelschorle berappen wir stolze 8,40 Euro! Auch sollte man den Ofenpass nicht unbedingt mit voller Blase anfahren:

Ansonsten ist die Passhöhe sehr nett. Neben dem Restaurant und dem Kiosk gibt es einen großen asphaltierten Parkplatz und den Bärenthemenweg.

Die Passabfahrt nach Santa Maria im Val Müstair macht Laune – es gibt ein paar nette, „runde“ Kehren.

Nach unserer Einreise in Italien nehmen wir Kurs auf den Reschenpass. Die ganze Zeit warten wir darauf, dass der Pass endlich beginnt. Es gibt zwar einige Kurven, aber keine merklichen Steigungen und ehe wir uns versehen, sind wir bereits „oben“ am Reschensee.

Kurz hinter Reschen befindet sich die Grenze nach Österreich. Auch hier können wir unbehelligt passieren. Die „Abfahrt“ ist genauso spannend wie die Auffahrt und so landen wir bereits nach kurzer Zeit unten in Nauders.

Da es noch nicht einmal 18 Uhr ist, durchqueren wir den Ort und nehmen Kurs auf den Finstermünzpass nach Pfunds, durchkurven dort einmal den Ort und fahren wieder zurück. Letzterer „Pass“ hat bis auf wenige Kehren und einige Kurven nicht viel zu bieten. Leider trüben auch hier zwei Baustellen den Fahrspaß.

Am Abend treffen wir uns mit all den anderen im Cafe Niklas in Nauders, um dort unser Abendmahl zu genießen.

Fazit: 287 km
(Die anderen eine 450km lange Tunnel-Sightseeing-Tour und klapperten dabei halb Österreich bis zur deutschen Grenze ab.)


Touraufzeichnung CheckMyTour

Montag, 17. Juni 2013

Heute starten wir zunächst gemeinsam, machen jedoch zunächst im Supermarkt Halt, um uns mit Getränken einzudecken.

Unser „Tourguide“ Blomy führt uns über den Finstermünzpass runter nach Pfunds und von dort aus Richtung St. Moritz. In Susch geht’s hoch auf den Flüelapass

Nach einem kurzen Halt geht es weiter nach Tiefencastel. Mittlerweile ist es Mittag und wir trinken einen Kaffee. Danach trennen sich unsere Wege, denn die Baggage möchte gern auf den Splügenpass, den ich mir als Nichtkehrenprofi noch nicht „antun“ möchte.

Wir auf Tour   Wir auf Tour

Norby und ich nehmen die „Abkürzung“ über den Julierpass, den ich prompt zu einem meiner Lieblingspässe erkläre: Tolle Landschaft, nette Kurven und superflüssig zu fahrende Kehren!

  

Nach einer längeren Fotosession geht es runter nach Silvaplana und von dort aus rauf zum Malojapass, wo wir uns eigentlich treffen wollen. Die Auffahrt ab Silvaplana ist eigentlich keine und nicht nur kurz, sondern auch kehrenfrei. Die andere Seite hingegen ist knackig-schön:

Als wir nach der Passage der zwei wunderschönen Stauseen dort auflaufen, ist unser „Trupp“ noch nicht dort. Nach einer Fotosession auf dem Pass lassen wir uns – mangels Einkehrmöglichkeiten direkt auf Passhöhe – unterhalb am ersten See „Lej da Segl“ in einem Cafe-Restaurant nieder und genießen in einem Cafe-Restaurant direkt an der Straße ein Banana-Split, Kaffee und Latte Macciato.

Als sich auch nach dem Genuss niemand zeigt, quengeln unsere Moppeds und wir fahren weiter. Die geschwindigeitsbeschränkte, eintönige Fahrt von St. Moritz nach Zernez erweist sich als extrem ermüdend. Die Hitze tut sein Übriges. Selbst auf dem Ofenpass sind es noch 26 Grad. So kehren wir absolut geplättet in Glurns im historischen Gasthof Grüner Baum ein und beschließen, zur Abwechslung mal unterwegs zu speisen. Es gibt Nudeln bzw. Salat. Beides ist nicht zwar nicht weltklasse, aber lecker.

Da es auf dem Rückweg spät genug ist und somit kein Tour-Auflauf mehr zu erwarten ist, werfen wir in Graun noch kurz den Anker, um das obgligatorische Foto (versunkene Kirche im Reschensee) zu schießen. Auf dem Parkplatz vor der Normalerweise kann man dort selbst für das Parken ein Vermögen loswerden. Wer möchte, kann (bis 18 Uhr) den „Fotopoint“ nutzen, um sich vor der Kirche ablichten zu lassen. Die Fotos erscheinen sodann automatisch auf den Reschensee-Fotopoint-Seiten.

 Reschensee-Kirchturm  Parkticket 

Anschließend geht es zurück nach Nauders, wo die anderen fast zeitgleich eintrudeln.

Fazit: ca. 308 km
(Die Jungs bringen es erneut an die 450 km, da sie nach ihrem kleinen Umweg über Splügen- und Majolapass unbedingt noch den Albulapass schrubben mussten, von denen wir ihnen die Ohren vollgeschwärmt hatten.

Dienstag, 18. Juni 2013 – Liechtenstein-Gewitter-Tour

Heute ist eigentlich die Silvretta-Hochalpenstraße eingeplant. Leider erfahren wir von unseren holländischen Mitbewohnern, dass die Straße am Wochenende aufgrund eines Felssturzes nicht planmäßig geöffnet werden konnte und sich die Öffnung voraussichtlich bis Freitag verschiebt.

Insgeheim hoffen wir, dass man die Straße wider Erwarten geöffnet hat. So fahren wir zunächst Richtung Landeck und zweigen dann Richtung See im Paznauntal ab. Dort allerdings weist ein Schild auf die Sperrung hin. Wir fahren dennoch weiter bis Ischgl, damit uns Helmi seine Ischgl-Fotos bekommt 🙂

Auf dem Rückweg trinken wir in See einen Kaff und gönnen uns ein Eis an der Tankstelle, wo wir vorsichtshalber noch einmal nachtanken.

Weiter geht es zum Arlbergpass. Leider finden wir den „Einstieg“ zur Panoramastraße nicht und landen auf der Tunnel-Schnellstraße. Nach kurzer Zeit haben wir die Chance abzufahren und sind mit der Wahl nun doch recht zufrieden.

Über Sankt Anton geht es hoch au den Arlbergpass. Die Straße macht Laune, denn sie ist nett geschwungen und relativ leer. Am Abstieg gibt es noch ein paar nette Kehren, aber danach gestaltet sich die Fahrerei sehr mühselig. Es wird immer wärmer und schwüler und wir hangeln uns von einem Kaff zum nächsten. Genervt von den gefühlt tausend 50- und 60-km/h-Schildern fahren wir in Bludenz auf die Autobahn, auch, um zumindest das kurze Stück bis Feldkirch ein wenig Abkühlung zu bekommen.

Kaum haben wir Feldkirch verlassen, befinden wir uns urplötzlich im Fürstentum Liechtenstein. Bei 36 Grad quälen wir uns durch Vaduz und Triesen. Dann führt eine nette, gut asphaltierte Straße endlich wieder etwas höher nach Maienfeld und von dort aus weiter nach Landquart.

Eigentlich ist geplant, über den Wolfgangpass nach Davos zu fahren und von dort über den Flüelapass zurück nach Nauders. Auf der B28 kommen wir allerdings genau bis Jenaz, als wir Blitze über dem Pass entdecken und dort in einer Gaststätte einkehren. Leider will es einfach nicht mehr aufklaren. Im Gegenteil. Als der Regen kommt, verlassen wir fluchtartig den Ort und beschließen zurück zu fahren.

Irgendwie schaffen wir es, uns unterwegs zu verlieren. So schlagen wir uns getrennt durch plötzlich aufkommenden Sturm und Regen und fahren zurück über die öde Autobahn (gääähn). Nach einer Weile lässt der Regen zum Glück nach. Aus Zeit- und Wettergründen „gönnen“ ätzende 13.972 Meter r uns eine Fahrt durch Österreichs längsten Straßentunnel, den ultrabescheuerten mautpflichtigen Arlberg-Tunnel und erfahren am Ende, dass der 13.972-Meter-„Spass“ tatsächlich 9 Euro kostet! Zum Glück finden wir uns hinter dem Tunnel wieder.

Auf dem Rückweg kehren wir in Pfunds in einer Dönerbude ein und bestellen Hamburger und Cheeseburger mit Pommes. Die Portionen sind ultramächtig und der Burger (sehr lecker im Fladenbrot serviert) hätte auch gereicht. Da unsere Pension heute Ruhetag hat und wir eh erst gegen 21.45 Uhr zurück sind, shoppen wir an der Tanke noch ein Sixpack Bier und machen es uns nach dem Duschen auf dem Balkon gemütlich.

Fazit: 469 km
(Die anderen fuhren die Stilfser-Joch-Livigno-Albulapass-Tour, haben diesmal weniger Kilometer geschafft als wir und sind natürlich längst zurück.)


Touraufzeichnung CheckMyTour

Mittwoch, 19. Juni 2013 – Livigno-Tour

Lutz legt einen Pausentag ein. Er und Christoph leihen sich Mountainbikes und radeln durch die Gegend. Die anderen gehen auf „Mopped-Reparatur-Tour“ nach Deutschland. Unterwegs müssen sie sich trennen. Während Andreas sich in Begleitung von Natze und Richard in Garmisch-Partenkirchen ein neues Vorderrad aufziehen lässt, muss Blomy (mit Anja und Helmi) weiter zu Triumph nach München, in der Hoffnung dort einen neuen Hinterreifen und Bremsklötze zu erhalten. Bremsklötze gibt es – eingebaut nicht – mit einem Reifen sieht es ebenfalls schlecht aus.

Norby und ich fahren über den Reschenpass ins Val Müstair und nehmen dort den Ofenpass einmal von der anderen Seite. Danach geht es Richtung St. Moritz, da der Berninapass auf dem Plan steht. Da wir vorher einen Kaffee schlürfen würden, aber keine geeignete Einkehr finden, fahren wir bis Silvaplana. Dort wird es empfindlich kühl. Wir kehren schließlich um und kehren in einem Cafe-Restaurant in Bahnhofsnähe von Celerina-Schlarigna ein.

Anschließend geht es auf den Berninapass.

 

Der Himmel ist teilweise sehr bewölkt und es sieht hier und da nach Regen aus. Daher fahren wir nicht weiter runter nach Tirano (Italien), sondern nehmen wir kurz nach der Passhöhe den Abzweig zum Forcola di Livigno. Auf der Passhöhe befindet sich auch die Grenze Schweiz-Italien.

Die Straße nach Livigno ist recht schmal und etwas holprig, aber sonst ganz gut zu fahren und wenig spektakulär.

In Livigno landen wir zunächst in einem Minidorf mit Campingplatz, einer Kaffeebude, einem Shop und einer Tankstelle. Dort decken wir uns mit Zigaretten für 31 Euro ein; spanische Fortuna kosten sogar nur 26 Euro. Leider ist nur eine Stange pro Person erlaubt. Schade eigentlich!

Ganz erstaunt nehmen wir bei der Weiterfahrt zur Kenntnis, dass es noch einen richtig großen Ort mit vielen Läden gibt. Jedoch haben wir keine Lust mehr zum Anhalten. Um nach dem Weg zum Munt-la-Scherra-Tunnel zu fragen halten wir allerdings noch an einer Tankstelle und tanken unsere Moppeds für extrem günstige 1,12 Euro pro Liter. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg.

Bevor wir den Tunnel erreichen, fahren wir durch (nach Kuhmist stinkenden) Galerien, die kein Ende nehmen wollen. Diese führen am langen Livigno-See vorbei. Schließlich erreichen wir die Mautstation und werden glatt 9 Euro los. Vor uns warten bereits ein Motorradfahrer und ein Auto. Erst nach gefühlten zehn Minuten hören wir ein Rauschen und plötzlich kommen Autos aus dem Tunnel. Als der Letzte herausgefahren ist, springt die Ampel auf grün und wir sind an der Reihe.

   

Der Tunnel ist einspurig und mit 2,50 Meter recht schmal – Busse und breitere Autos könnten ein Problem bekommen. Er ist recht heimelig beleuchtet und lässt sich ganz gut fahren. Am Ende (dem Nordportal) stößt man dann auf den Grenzübergang Livigno – Schweiz und befindet sich auf dem Anstieg zum Ofenpass.

Der 3.385 Meter lange Munt La Scherra-Tunnel verbindet die Ofenpassstraße im schweizerischen Nationalpark mit dem Nordufer des Livigno-Stausees. Alle 15 Minuten ist er einspurig befahrbar. Die Zahlstelle befindet sich am Südportal (Livigno). Als Moppedfahrer werden 10 Euro Gebühr fällig. Ab einer Gruppe von elf Motorrädern durchquert einer den Tunnel gratis. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Einzelner den Zahlmeister spielt.

Wir fahren runter nach Zernez, weiter nach Martina und genießen die netten Kehren rauf zur Norbertshöhe, um schließlich wieder in Nauders zu landen.

Norbertshöhe 

Fazit: 283 km


Touraufzeichnung CheckMyTour

Donnerstag, 20. Juni 2013 – Wir rocken das Timmelsjoch!

Die erste Wegstrecke bis Landeck ist gewohnt abschreckend öde und gerade. Diesmal schaffen wir es allerdings, dem Tunnelwahnsinn zu entfliehen, da wir rechtzeitig vor Beginn des sieben Kilometer langen „Monsters“ abfahren. Der Weg bis nach Landeck ist schön schlängelig und könnte richtig nett sein, wären da nicht mal wieder diese schleichenden Dosenfahrer. In Landeck selbst ist es ätzend voll. Nach einer Weile sind wir endlich aus der Stadt heraus und es geht weiter Richtung Imst. Kurz noch tanken und dann geht es auf zum Timmelsjoch.

Timmesjoch

Auf der Ostrampe durchqueren wir diverse Dörfer. Wer Lust hat zu shoppen, findet übrigens in Sölden ein Outlet-Center. Wir lassen es rechts liegen und investieren in Obergurgel lieber 12 Euro Maut, um unsere Moppeds zur Passhöhe zu treiben. Die Straße ist zwar geräumt und schneefrei, neben den Kehren stapeln sich jedoch noch meterhohe Schneeberge.

 Timmelsjoch

Auch auf dem Timmelsjoch-Parkplatz türmt sich noch eine hohe Schneewand. Nach Kauf einer (dort sicherlich üerteuerten) Murmeltiersalbe und Genuss von Kaffee und Leberknödelsuppe geht es auf zur supergeilen, extrem kurvenreichen Abfahrt, die nach dem blöden Eistunnel ein wahrer Genuss ist. Leider stoßen wir im unteren Passdrittel auf ein fahrendes Hindernis: Wohnmobile gehören hier echt verboten!!! *grrrrr*

Unten in St. Leonhard in Passeier lockt die Schleife über Jaufenpass und Penser Joch. Vernünftig wie wir sind, entsagen wir der Verlockung und nehmen den direkten Weg. Da es heute wieder extrem warm ist, lässt der Großteil der Touris seine Zehen offenbar im Schwimmbad baumeln. So können wir die kurvige Straße nach Meran ohne unnötige Ausbremsereien genießen. Auch in der Stadt bleiben wir von großen Staus verschont und nehmen Kurs auf Schlanders und den Reschenpass. Kurz vor dem Pass türmen sich bedrohliche Wolken auf und es wird windig. Wir haben jedoch richtig Glück und bleiben von einer Dusche verschont./p>

Hinter Reschen halten wir vor der österreichischen Grenze an der Pizzeria Hans. Die Pizza dort ist nicht schlecht.

Kaum sind wir zu Hause, kommt auch Anja zurück, die einen Austag genommen hat und mit dem Bus ins Freibad nach Pfunds gefahren ist. Dort traf sie glatt Christoph, der sie dann mit zurücknahm. Sie braungebrannt – wir – wie es moppedtechnisch nunmal ist – leichenblass.

Nach einer Weile trudeln auch endlich die anderen ein, die es nicht lassen konnten, auf Jaufenpass und Penser Joch nach dem Rechten zu sehen. Im Anschluss landeten sie erneut am Stilfser Joch, nahmen bei strömenden Regen den Baustellen-Umbrail-Pass und zickten sich nach ihrer Rückkehr gegenseitig an.

Abends regnet es dann auch in Nauders und erstmals sehen wir uns erstmals genötigt, direkt unsere Jacken überzuwerfen.

Fazit: 269 km


Touraufzeichnung CheckMyTour

Freitag, 21. Juni 2013 – Gletscher-Tour

Als wir morgens aufstehen, sieht es gar nicht gut aus.

Etwas planlos starten wir zu unserer letzten Tour. Es ist etwas kühler als die Tage zuvor und wir tragen erstmals Softshelljacken über den Shirts. Für Sommerhandschuhe reichen die Temperaturen aber allemale und es ist sehr angenehm zu fahren.

Über die Norbertshöhe und Martina nehmen wir Kurs auf Landeck, wählen erneut den tunnelfreien Weg und weiter geht’s zum Arlbergpass.

Eigentlich wollen wir über den Flexenpass nach Warth (Ende des Hochtannbergpasses) und dann weiter durch das Lechtal zum Hahntennjoch und Namlospass. Laut Beschilderung ist die Straße jedoch gesperrt. So fahren wir weiter und hoffen insgeheim, auf der Silvretta Hochalpenstraße Glück zu haben. Als wir in Dalaas in einem Supermarkt nachfragen, zieht man uns leider den Zahn, denn die Bieler Höhe ist weiterhin geschlossen. Schade eigentlich. So drehen wir wieder um, denn die öde Fahrt über die nachfolgenden Käffer wollen wir uns nicht antun.

Unterwegs ergötzen wir uns an vielen netten Autos (ua. Lotus), die in Stuben offenbar ein Treffen haben.

Diesmal finden wir endlich das Ende der Panoramastraße und fahren wieder durch Landeck.

Auf dem Rückweg bieten wir zur Kaunertaler Gletscherstraße ab. Die erste Wegstrecke ist kurvenreich, leer und macht richtig Laune. Als wir an der Mautstelle ankommen, sind wir hin- und hergerissen. Sollen wir tatsächlich 12 Euro für 29 Kehren auf 26 Kilometer berappen, nur um auf den Gletscher zu fahren? Norby findet „ja!“ und lädt mich ein.

Die ersten Meter bieten Enttäuschung pur: Die Straße ist megahuckelig und entsprechend mies zu fahren. Dann folgt ein kurzes Stück über Schotter und einen weiderost. Kurz darauf verspricht das erste Schild „Kehre 29“ Spaß. Gleich in der zweiten Kehre sehen wir Kühe am Straßenrand – in der dritten dann steht die Kuh direkt mitten auf der Fahrbahn und scheint mit den Augen zu zwinkern. 😉

Spätestens ab hier macht’s mächtig Spaß: Man weiß nie, was einen hinter der nächsten Kehre erwartet. Es könnten Ziegen sein, die sich mitten auf der Fahrbahn sonnen oder aber auch der Postbus.

Nach wenigen Kehren befinden wir uns bereits am Gepatschstausee, um den sich die enge kurvenreiche Straße schlängelt. Hinter dem Stausee folgt sodann die wahre Kurvenorgie – geil – geil – geil!!!

Geschafft! Nach Kehre 1 hat man den Gletscher erreicht:

   

Einen besseren Abschluss hätten wir gar nicht finden können.

Für die Kaunertaler Gletscherstraße wird eine Maut von 12 Euro fällig.
Wer die 26 Kilometer lange Panoramastraße befährt, sollte sich warm anziehen, denn es geht von 1.286 auf 2.750 Meter hinauf. Unterwegs solltet Ihr mit ALLEM rechnen, vorrangig aber mit Kühen und Ziegen, die sich mitten in den Kehren sonnen oder dem Postbus, der Euch urplötzlich entgegenkommen kann.

Unterwegs gibt es mehrere markante Punkte:

  • 1.445 Meter: Naturdenkmal Gletschertopf
  • 1.480 Meter: Steinschüttmauer
  • 1.750 Meter: Gepatschstausee
  • 1.910 Meter: Kapelle Maria Schnee am Gepatschhaus

Da der Finstermünzpass für alle Kleinfahrzeuge gesperrt ist fahren wir über Martina und die Norbertshöhe zurück nach Nauders.

Abends essen wir in einer Pizzeria Almhof in der Nähe des Supermarkts in Nauders. Der Laden wirkt etwas feiner, allerdings hat man kein Problem damit, Teller abzuräumen, während andere noch essen…
In der „City“ steppt der Bär, denn seit 12:00 Uhr findet das „Race across the alps“ statt, das „härteste Eintagsrennen der Welt durch drei Länder (Italien, Österreich, Schweiz)“, so erzählt man uns.
Ab 19 Uhr liefern sich die Fahrer in Nauders ein Nachtrennen auf einem 600-Meter-langen Rundkurs.
Sollen sie…

Fazit: 289 km


Touraufzeichnung CheckMyTour

Samstag, 22. Juni 2013

Abreise!

Wie der Zufall es will, treffen wir die „Nettis“ Tanja und Tom mit ihrem Trupp an der Tanke in Nauders, wo wir unseren Hänger geparkt haben. Sie haben nun zwei Wochen Urlaub vor sich und hoffentlich genauso schönes Wetter, wie wir es hatten!

Gesamtkilometer: 1.920
(Die Jungs brachten es auf 2.390 km)

Fazit:

Möchte man die Schweiz bereisen, benötigt man ein ultra-dickes Portemonnaie!
Einige Beispiele:

  • 1 Liter Sprit (Super-Benzin) kostet im Schnitt 1,97 Euro
  • Für zwei kleine PET-Flaschen Apfelschorle (à 0,3 l) zahlten wir auf dem Ofenpass 8,40 Euro!
  • Bestellt man einen Eisbecher, muss man mit 9,50 SFr rechnen
  • Auf dem Ofenpass lässt man sich sogar das Pinkeln bezahlen: Pro Toilettenbesuch wird gnadenlos 1 Euro fällig!

Wir konnten überall in der Schweiz mit Euro bezahlen, allerdings zu einem schlechteren Wechselkurs (1 Euro entsprach rund 1,23 SFr). Meist werden jedoch nur Scheine angenommen und das Wechselgeld gibt es in Schweizer Franken zurück.

  • Den Nachbarort „Pfunds“ fanden wir stadttechnisch wesentlich attraktiver als Nauders
  • Zu Beginn der Motorradsaison wird auf den Pässen viel (um)gebaut: Viele Baustellen trübten das Fahrvergnügen