Berlin

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Berlin-Tour
vom 11. – 14. Oktober 2013

Freitag, 11. Oktober 2013

Freitag Morgen: 7 Grad und Regen:
Astreine Voraussetzungen für eine Mopped-Tour.
Das Hotel ist bereits gebucht, daher ist Kneifen keine Option.

Bis Potsdam schüttet es mehr oder weniger – eher mehr…
Macht ja nix, sind bis dahin ja nur knapp 500 Kilometer… 🙂

Da wir uns aufgrund der widrigen „klimatischen Bedingungen“ längere Stopps verwehrt haben, wird es Zeit, endlich einmal eine ordentliche Kaffeepause einzulegen. Kaum erreichen wir Berlin, steuern wir den „Rasthof Grunewald“ an und erleben eine sehr willkommene Überraschung: Denn genau HIER befindet sich auch der ach-so-legendäre Bikertreff Spinner-Brücke“!

Mittlerweile ist es kurz vor 18 Uhr und hier in Berlin sind es gefühlt mindestens 17 trockene Grad(!). Also fix aus dem elendigen Regenkombi geschält und in ganz „neuer Freiheit“ den Bikertreff-Kaffee an einem der mit Bänken bestückten Außentische genießen.

Trotz des trüben Wetters tummelt sich selbst um diese (herbstlich) fortgeschrittene Uhrzeit noch derart viel Volk, dass unsere heimischen Bikertreffs vor Neid sicherlich erblassen würden. Auch das Getränke- und Speise-Angebot zeigt sich sehr breit gefächert und appetitlich in einer Auslage präsentiert, so dass wir uns gut vorstellen könnten, hier „einfach mal so zum Abendbrot“ vorbeizuschauen, egal ob mit oder ohne Mopped.

Aufgrund des während der gesamten Regenfahrt aufgebauten Adrenalin-Spiegels von keine-Ahnung-wieviel ist jedoch jegliches Hungergefühl außer Kraft gesetzt, so dass wir keine der dargebotenen Speisen antesten möchten.

Nach einem leckeren Kaff brechen wir auf zu unserem Termin in der „Heimat“ von „Christ und Motorrad„, der „Dietrich-Bonhoeffer-Kirche“ in der Oranienburger Straße 285 in Berlin-Reinickendorf (bzw. Wittenau). Die „Kirche“ erweist sich als romantische kleine Kapelle. Auf ihrem Vorplatz sind massig Motorräder geparkt.
Hier treffen sich heute alle Helfer der „Mahn- und Gedenkfahrt“.

Nachdem wir alles wissen, was wir wissen müssten, begeben wir uns in tiefster Dunkelheit auf die Suche nach unserem Hotel.

Nach einigen Umwegen erreichen wir unser (vorgebuchtes) Ziel: Das „Hotel City Gallery“ in Berlin-Wilmersdorf. War gar nicht so einfach, ein geeignetes Hotel zu finden, das unseren Mindestkriterien „Rauchen erlaubt“ und „wenigstens einigermaßen sicherer Parkplatz!“ erfüllen konnten. Auf die Rauch-Möglichkeit hätten wir notfalls verzichtet – auf die sichere Unterbringung unserer Motorräder allerdings nicht! Da das Hotel in einer Sackgasse lag, entschieden wir uns für dieses und haben es letztendlich nicht bereut:
Das Zimmer war in Ordnung und bot genügend Stauraum für unsere Motorradpacktaschen und -klamotten. Es verfügte zudem über einen überdachten kleinen Balkonk, so dass wir – trotz des Raucherzimmers – nicht im Innereren rauchen mussten (haben wir ja auch nicht so gern). Es verfügte über eine „Late-Night-Bar“. Die dort direkt georderten 2 Fläschchen „Übelstem-Berliner-Bier“ erinnerten allerdings an das Ruhrpott-Billig-Ritter-Pils und war derart bitter, das jedem Bier-Neuling die Lust auf weitere Verköstigungen spätestens an dieser Stelle vergangen wäre… Das noch zu einem Preis von 2,50 Euro pro Fläschchen???

Egal. Ab unter die Dusche und dann noch eben kurz auf ins Getümmel, dachten wir uns. Getümmel gab es allerdings nicht. Trotzdem fanden wir erst einmal eine Pizzeria, die uns – obwohl eigentlich bereits die Küche geschlossen war – uns noch – sehr zum Missfallen des Kellners – eine Pizza kredenzte. Dann wechselten wir ins Bayerische Viertel und fanden eine Kneipe, die uns noch unseren Schlaftrunk kredenzte (zu fortgeschrittener Zeit durfte hier sogar geraucht werden!)

Samstag, 12. Oktober 2013

Heute dürfen wir etwas länger schlafen. Wir nutzen es aus. 9 Uhr ist trotz alledem keine Option für einen strapaziösen Vortag. Das Frühstück im Hotel erweist sich als super. Es gibt alles, was das Herz begehrt.

Der Himmel zeigt sich trüb und angeblich soll es regnen. Zu Fuß machen wir uns auf.

Auf dem Weg zum Ku’damm erspähen wir „Hein Gericke“ und werfen kurz den Anker. Auf der ultimativen Shoppingmeile ignorieren wir die zahlreichen Läden, passieren diese verkrüppelte Kirche („Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche) und die CDU-Zentrale (wo man drinnen rauchen darf!) und erreichen die „Goldene Else“.

Hier machen wir kurz Halt, verzichten jedoch auf eine Besteigung, da wir den Preis überteuert finden. Von dort aus ist es nicht weit bis zum Brandenburger Tor. Dort demonstrieren gerade dunkelhäutige Flüchtlinge, ein paar Jungs glänzen mit einer Akrobatik-Nummer sondergleichen und es wimmelt vor Touris und Show-Russen-Soldaten. Definitiv zuviel Getümmel. Daher drehen wir recht bald östlich ab und erreichen den Potsdamer Platz.

wir werfen einen kurzen Blick ins dortige Shopping-Center. Allerdings ist es uns dort zu warm. Drum lassen wir uns bei Starbucks nieder, genießen einen Kaffee und versuchen, unsere spätestens jetzt protestierenden Füße zu beruhigen.

Da das nicht wirklich gelingt, entscheiden wir uns, mit einer Fahrrad-Rikscha weiterzufahren. Unser Fuhrwerk besticht mit seinem blassgrauen Outfit zwar nicht durch Design, allerdings erweist sich unser Fahrer als fähiger Unterhaltungskünstler.

Nach einem Halt im französischen Bezirk (?) sind wir um viele elementare Informationen schlauer. Um die Erfahrung reicher, dass sich Frankreich extrem ideal auch mit einer 125er bereisen lässt, erreichen wir unser Ziel: Das DDR-Motorrad-Museum.

Dort zahlt man nicht nur Eintritt, sondern auch Geld, um Fotos schießen zu dürfen. Zudem lässt sich für einen Euro ein Modell in Gang setzen, das eindrucksvoll zeigt, wie ein Motor funktioniert.

Als wir das Museum verlassen, laufen wir über die Straße an einem Brunnen (?) vorbei zum Funkturm. Da wir nicht wissen möchten, was uns die Besteigung kosten würde, nehmen wir direkt Kurs auf den Alexanderplatz. Dort erwartet uns ein „Oktober-Fest“. Möchten wir nicht, drum stürmen wir in den uns vom Tourguide empfohlenen Mega-Kaufhaus-Komplex „Alexa“(???)

Die Shopping-Lust hält sich aus Vernunftsgründen in Grenzen: Wie sollten wir mögliche Errungenschaften auch transportieren, wo unsere Motorradtaschen bereits auf dem Hinweg bis zum Bersten gefüllt waren? Darüber hinaus ist es im Innern viel zu warm.

Nach einem Abstecher in einem Outlet-Center (wo wir zum Glück auch nichts finden), stellt sich langsam aber sicher ein kleines Hungergefühlt ein.

Wir entscheiden uns für einen Besuch im Steakhouse (???), das sich uns optisch einladend mit Außenplätzen präsentiert und lecker anhört.

Mittlerweile ist es nach 18 Uhr. Wir warten relativ lang auf’s Essen, das sich als „naja – nix Besonderes-halt“ entpuppt. Warum die Besucher hier Schlange stehen, um einen freien Tisch zu ergattern, ist und bleibt uns wohl ein Rätsel.

Nach dem Essen orten wir unseren Rückweg: Uiiih, nur zirka acht Kilometer Fußweg! *schüttel* Frau streikt und entscheidet sich, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

In einsetzendem Regen stellen wir uns an die nahegelegene Bushaltestelle und sehen hilflos zu, wie Busse potenzieller Zurück-zum-Hotel-Linien ohne Anzuhalten weiterfahren bzw. bereits nach Aufnahme weniger Passagiere die Türen schließen. Immerhin finden wir bereits im dritten Bus Platz

Im oberen Teil des Sightseeing-Doppeldecker-Busses finden wir freie Plätze.Leider sehen wir absolut gar nichts, denn die Scheiben beschlagen fortlaufend und sofort.

An der Endstation „Zoo“ steigen wir aus. Mittlerweile blitzt, donnert und regnet es wie hulle und wir machen uns auf unseren zirka Ein-Kilometer-langen Rückweg zu unserer Unterkunft.

In einer Tanke kurz vor unserem Hotel decken wir uns mit Getränken ein. Für DEN Preis hätten wir uns normalerweise hemmungslos betrinken können!

Unsere Regenjacken halten dicht. Aufgrund klitschnasser Jeans und in den Schuhen stehendem Wasser können wir jedoch nicht umhin, den weiteren Abend im Hotelzimmer zu verbringen.

Sonntag, 13. Oktober 2013 – Mahn- und Gedenkfahrt 2013

Treffpunkt: 8.30 am Olympischen Platz in Berlin (Charlottenburg).

Püntklich sind wir aufgrund eines kleinen „Verfahrers“ leider nicht. Am Platz angekommen heißt es: Moppeds abparken, RBMC-Ordner-Westen einsammeln, Arbeit suchen 🙂

Wir haben die Ehre, die ankommenden Moppedfahrer zu begrüßen (und sie von unsinnigen Rasereien abzuhalten).

Da wir den Korso nicht mitfahren wollen, fahren wir mit Frank direkt zum Winterfeldtplatz.

Gedenkgottesdienst

Abfahrt.

Unser Plan: Erst einmal fahren, soweit wir kommen.

Eigentlich war noch ein Abstecher zur „Spinner-Brücke“ geplant. Leider war es dort derart voll, dass wir ohne weiteren Halt beschlossen, weiterzufahren.

An der ersten Raststätte hinter dem früheren Grenzübergang werfen wir den Anker und werfen eine Fabrik-Frikadelle nebst Brötchen ein. Nicht gerade der Hit, aber der Magen ist voll.

Weiter geht’s auf der stupiden Autobahn. Zwar ist es trocken, aber leider trotz Sonnenschein nicht sonderlich warm.

Bei Magdeburg machen wir uns auf die Hotelsuche. Das, was wir von der A2 aus von der Stadt sehen können, schreckt uns mehr als ab. Hier möchten wir nicht bleiben. So telefonieren wir mit HRS, buchen ein Hotel im zirka 90 Kilometer entfernten Braunschweig und machen uns auf den Weg. Ratzfatz wird es duster und es wird kalt. Rattig kalt!

Als wir die Autobahnausfahrt erreichen, trennen uns noch 15 Kilometer bis zum Ziel. Diese gestalten sich allerdings endlos.

Das Hotel Fürstenhof (???) liegt in Laufnähe des Hauptbahnhofs.Der Wirt empfängt uns freundlich, teilt uns jedoch mit, dass er – entgegen der Zusage von HRS – über keinerlei Raucherzimmer verfügt. Da die nähere Umgebung ebenfalls nichts Gutes verspricht, beschließen wir, weiterzusuchen. Netterweise erlaubt uns der Hotelangestellte (oder Inhaber?) seinen Computer zu nutzen, um nach alternativen Hotels zu googeln.

Ein weiterer Anruf bei HRS und das nächste Hotelzimmer ist gebucht: Das „Hotel Wartburg“ (???), nordwestlich der Stadt an der Cellser Straße.

Als wir losfahren, streikt das Navi. Leer! – Der Stecker für das Ladekabel ist in den Untiefen unserer Packtaschen vergraben und wir probieren es erst einmal klassisch: Erst einmal auf gut Glück fahren und hoffen, es irgendwie allein zu finden. – Doch Pustekuchen! – Und jetzt?

Mitten auf der Hauptstraße telefonieren wir mit dem Hotel. Die Dame am Telefon erklärt uns den Weg derart phantastisch, dass wir ihn auf Anhieb finden. Eigentlich ganz einfach: Nur eben kurz die Stadt durchqueren und sich Richtung nördliches Ende der Altstadt halten.

Trotz extrem fortgeschrittener Uhrzeit gestaltet sich der Check-in einwandfrei und die Dame ist weiterhin gut gelaunt. Das Zimmer ist geräumig und den fehlenden Aschenbecher erhalten wir auf Nachfrage anstandslos. Danach: eben kurz duschen und los!

Kaum haben wir die Seitenstraße des Hotels verlassen und die Hauptstraße erreicht, finden wir eine Bar. Wirklich was los ist hier nichts. Da hier drinnen jedoch TATSÄCHLICH noch geraucht werden darf, beschließen wir, zu bleiben. Dafür nehmen wir auch gern in Kauf, dass uns der dort offenbar aushelfende „Möchte-gern-Finanz-Genie-Jüngling“ mit irrsinnigen Geldanlage-Ideen zuquatscht. Egal! Eigentlich sind wir eh groggy und wünschen uns lediglich einen kleinen Absacker.

So führt uns unser Weg auch recht schnell zurück ins Hotel, wo wir wie erschlagen in die Koje fallen.

Montag, 14.Oktober 2013

Nach einer ruhigen Nacht genießen wir das (sehr gute!) Frühstück. Erst als wir uns zum Rauchen rausbegehen sehen wir, wo wir uns eigentlich befinden:
Direkt neben uns ist die örtliche Justizvollzugsanstalt und unsere Moppeds sind auf dem Grundstück einer kleinen Kapelle geparkt. – Äääh… Ist das jetzt ein Zeichen???

Vom Autobahnfahren sind wir vorerst geheilt und schlagen nach dem Zusammensuchen unserer Brocken erst einmal die Landstraßen-Tour ein. Leider haben wir keine speziellen Motorradkarten für dieses Gebiet im Gepäck. Um trotzdem irgendwie nach Hause zu kommen, richten wir uns nach der Beschilderung. Keine gute Idee, denn die Straßen erweisen sich als megaöde.

Dennoch können wir frohlocken. Während die Wettervorhersage Regen vorhersagt, kommen wir trocken nach Haus! Nur die dortigen nassen Straßen deuten an, was uns noch hätte alles blühen können! HAT es aber nicht! Umsomehr werden wir auch diese Tour positiv in Erinnerung halten. 🙂

Nachtrag: Am Freitag darauf brachte Norby seine neue „Großkatze“ direkt zur ersten (800-Kilometer)Inspektion (deren Kilometer-Begrenzung ja nur „leicht“ überschritten wurde… *fg*) Hoffen wir mal, dass seine neue, im Regen „aufgewachsene“ Maschine auf der Tour nicht verinnerlicht hat, auch künftig Regenwetter anzuziehen! Immerhin ist „sie“ Engländerin…

Berlin-Infos:

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014