Südtirol

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Südtirol-Tour
vom 28.05. – 04.06.2011

(Südtirol = Alto Adige, übersetzt: „Hohe Etsch“)

 

Sieben Leute – ein Ziel: Tramin an der Weinstraße („Termeno Sulla Strada del vino“) in Südtirol!

Freitag, 27.05.2011: Vorbereitung

Wir-packen-unsere-Sachen-Tag

Wir packen unsere Sachen…
…in unseren Leihwagen (einen dollen Toyota Hiace mit acht Sitzen)
und unsere Möppis auf den ultimativen Sechser-Anhänger. Ein einmaliges Teil: trägt die Aufschrift „13“ und „Eduard“ und ist mit einem roten Nummernschild geschmückt. Als alle Moppeds auf dem Hänger stehen, erinnert er an ein Kinderkarussel.

Samstag, 28.05.2011: Anreise

Wir-freuen-uns-wie-die-Schneekönige-Tag

Unsere Abfahrt haben wir um 3.45 Uhr geplant. Nachdem wir alle vergessenen Packtaschen eingefangen haben und der fehlende Motorradschlüssel auch gefunden ist, hat auch Lutz seine Katzenwäsche inklusive Umstylingaktion beendet und es geht endlich los. Die Uhr zeigt: 4:23 Uhr; die ersten Vögel zwitschern zaghaft.

Wir fahren, fahren und fahren…

 

Gegen 18.30 Uhr sind wir endlich am Ziel und wir stehen vor unserem Feriendomizil, der Hotel-Pension Rechtenthal.

Nachdem wir unsere Zimmerschlüssel in der Hand halten, bestellen wir zunächst ein Pils beim Wirt. Als er uns die 0,66-Liter-Flaschen auftischt, staunen wir nicht schlecht. Kommt auf fast nüchternen Magen ziemlich gut! 🙂

Als die Moppeds vom Hänger, die Packtaschen auf den Zimmern und wir endlich geduscht sind, statten wir der Pizzeria Schiessstand einen Besuch ab (und wenigstens zwei von uns freuen sich, dass hier vor Ort noch kein Rauchverbot greift *fg*). Ganz nebenbei erfahren wir, dass „Gerold“ von der Pizzeria Ende 2009 als „Pizza-auf-dem-Motorrad-Bäcker“ beinahe Wettkönig „Wetten dass“ geworden ist. Das besagte Gefährt ziert heute noch das Restaurant.

Nach dem Essen besuchen wir das 19. Bezirksmusikfest in Tramin, wo Uwe Sauter (wer immer das sein mag) mit seinen „Böhmerländer Musikanten“ aufspielt. Zuviel des Guten. Drum fackeln wir nicht lange und ziehen uns in unsere Gemächer zurück, um todmüde in unsere Kojen zu fallen.

Sonntag, 29.05.2011: Tour 1

Kleine Einschwing-Tour mit Crosseinlage [223 km]

Als wir aufstehen, lacht die Sonne bereits um die Wette.

 

Ab Tramin nehmen wir zunächst die SP14 vorbei am Kalterer See. Vor Kaltern geht’s dann links ab über St. Anton und St. Nikolaus auf die SS42, wo der erste Pass ruft: der Mendelpass (1.363m).

Weiter geht’s über Mendola – Ruffre-Mendola – Ronzone – Belvedere – Romeno – Dermulo und Lavis.

Irgendwo auf der SS612 Richtung Cembra stoßen wir auf eine Umleitung inclusive Straßensperre. Unser „Tourguide“ ignoriert das unübersehbare Schild („Kann ich etwa italienisch!?) und so kommt es zu einer kleinen Crosseinlage auf dem schmalen, geschotterten und teilweise matschigen Weg, den nur ein Flatterband vom Abhang trennt.

Ein Dosenfahrer ist ähnlich ignorant. Als sich unsere Wege kreuzen, klappt man dem verdutzten Fahrer kurzerhand die Spiegel ein und mit etwas gutem Willen passen wir dann doch irgendwie aneinander vorbei.

Heil zurück im Tal, machen wir eine kurze Rast in einer gutbesuchten Kneipe am Wegesrand. Da die meisten unserer Truppe absolut kulturresistent sind, geht’s recht schnell wieder auf die Piste und wir sehen weder den höchsten Wasserfall Südtirols in Lana, den „Fragsburger Wasserfall“ (zu erreichen über Meran/Obermais – Labers) noch die Erdpyramiden bei Sergonzano.

 

Der weitere Weg führte über Castello-Molina-di-Fiemme – Cavalese – Tesero – Predazzo und die SS48 Richtung Moena.
In Vigo die Fassa fahren wir auf die SS241 über Vallonga zum Karerpass (Paso di Costalunga).

Wir schauen ein wenig verdutzt, als unser „Tourguide“ VOR der Passhöhe anhält. Der Ausblick ist jedoch sehr schön und an den Straßenrändern liegt noch Schnee. Nach einer kurzen Fotosession geht’s weiter zur Passhöhe.
„Erstbefahrer“ können sich kaum entscheiden, ob sie den Latemar auf der linken oder den Rosengarten auf der rechten Seite bestaunen sollen. Bergerfahrene juckt das offenbar weniger, sondern spähen gierig geradeaus auf der Suche nach der nächste Kurve. 🙂

Bergrunter fahren wir auf der SS241 Richtung Eggental am märchenhaften Karersee vorbei nach Welschnofen. Schließlich über Birchabrück links ab Richtung St. Nikolaus-Eggen, wo wir Rast am Hotel Mondschein machen. Wer Lust auf vernünftigen Kaffee hat, ist dort sehr gut aufgehoben.

Schließlich geht es über Obereggen und Ora-Auer zurück nach Tramin.

Während sich der Großteil unter die Dusche bzw. in den Pool stürzt, machen Blomy, Helmi und Norby noch eine kleine Abendtour über den Mendelpass bis Ruffre-Mendola.

Abends essen wir erneut in der „Pizzeria Schiessstand“ und trauen uns ein weiteres Mal zum Schlager- und Blasmusikfest im Ort. Irgendwie ist diese Rumtata-Mucke doch zuviel für unsere zartbesaiteten Lauscher und so flüchten wir ins Hotel, noch ehe die „Musi“ gegen 24 Uhr endet.

Montag, 30.05.2011: Tour 2

Das-Timmelsjoch-wird-mein-Freund-nicht-Tour [303 km]

Erneut tolles Wetter, drum frühstücken wir draußen.

Als alle sich in ihre Moppedklamotten geschält haben, geht es los über Kaltern – Eppan – Terlan – Verano und Avelengo zur ersten Rast, dem Grill-Imbiss Riffl in Rifflan.

Mittlerweile ist es sehr warm geworden und so sind wir froh, dass es ab St. Martin in Passeier und St. Leonhard i.P. endlich wieder aufwärts geht.

So schaukeln wir durch das schöne Penserteil und schlengeln uns bis auf 2.474 Meter hoch bis zum Timmelsjoch (Passo del Rombo).

Der Pass bietet auf 21 Kilometern acht Tunnel und neun Kehren und verbindet Passeier auf italienischer Seite mit dem Ötztal (im österreichischen Bundesland Tirol). Gewöhnlichen Flachland-Geradeausfahrern ringt er schon etwas Kraft ab. Besonders „nett“ ist der stockdustere Eistunnel, in dem Eiswasser von der Decke tropft. *schüttel*

Einer unserer „Experten“ hat ein Händchen dafür, stets kurz VOR der eigentlichen Passhöhe anzuhalten…

Zum Glück lässt er sich überreden, AUF dem Pass erneut anzuhalten und so stürmen wir die örtliche Raststätte, um Kaffee zu schlürfen und viele viele Fotos zu schießen.

 

Dann geht es auf zur Abfahrt. Die ist wirklich genial! Höhenangstgeplagte tun jedoch gut daran, sich reinweg auf die Kurven zu konzentrieren, denn es bietet sich ein fantastischer Blick in die Tiefe!

Erst später erfuhren wir übrigens, dass wir ziemliches Glück hatten: Immerhin war die Timmelsjoch Hochalpenstraße erst seit wenigen Tagen (Sa, 21.05.) geöffnet.

Nächste Station ist der Jaufenpass (Passo Giovo) auf 2.094 Meter. Auf halber Strecke müssen wir leider endlos warten, da Straßenarbeiten durchgeführt werden. Als wir endlich wieder freie Fahrt haben, ist kurze Zeit später bereits die Passhöhe erreicht. Unser „Rudelführer“ denkt mal wieder gar nicht daran, anzuhalten. Tja: Bleibt also nur, zumindest das Passschild im Vorbeifahren zu knipsen.

Die Abfahrt nach Sterzing im Eisacktal ist recht unspektakulär. Unten im Tal machen wir uns auf die Suche nach dem nächsten Pass.

Über Pruno fahren wir die SP508 nach Egg Dosso und schon geht’s wieder viele flüssige Kurven aufwärts zum Penser Joch (Passo di Pennes) auf 2.214 Metern.

Unser „Tourguide“ hat uns ein Eis versprochen. Allerdings ist es hier oben etwas frisch und verhangen, so dass uns die Lust vergangen ist. Auf dem Pass ist wenig Betrieb und auch im Alpenrosenhof haben sich nur wenig Gäste eingefunden.

  

Da die Tankanzeige meiner Streety bereits bei der Auffahrt angesprungen ist, lasse sich sie mehr oder weniger den Pass Richtung Sarntheim herunterrollen. Zum Glück gibt es unten im nächsten Ort im Penser Tal eine Tankstelle.

Nach dem Tanken geht unsere Reise durch das wunderschöne Sarntal Richtung Bozen.

 

Irgendwie haben wir leider die SP241 ins Eggental. Dafür können wir uns an Burg Runkelstein ergötzen, die von unten einen majestätischen Anblick bietet.

Kurz vor Bozen ist es mit der Schönheit des Tals vorbei. Ein Tunnel reiht sich an den nächsten und es wird sehr voll, so dass wir nur noch im Schneckentempo vorwärts kommen. Dass wir letztendlich mitten in Bozen aufschlagen, macht die Sache auch nicht besser. Genervt schaffen wir es irgendwann endlich, die Ausfahrt aus dieser Riesenstadt zu finden und fahren danach auf direktem Weg nach Hause.

In Tramin lassen wir den Abend erneut im „Schiessstand“ ausklingen.

Dienstag, 31.05.2011: Tour 3

Sella-Tour-ohne-Bernd [234 km]

Bernd macht heute Pause. Glück für Lutz, denn so muss er heute nicht auf seiner alten XJ herumgurken, sondern darf Bernd’s Bulldog Gassi führen.

Erster Stop ist der türkisfarbene Karersee, in dem sich wahlweise der Latemar oder der Rosengarten spiegeln.

Über den Karerpass fahren wir nach Pozza die Fassa und machen eine Eispause im bunten Örtchen Canazei.

  

Direkt im Anschluss erklimmen wir das majestätische Sellajoch (Passo di Sella) auf 2.231 Metern.

 

Runter geht’s dann ins Grödnertal nach Wolkenstein. Leider bäumen sich über dem Sellastock dunkle Wolken auf. So vergessen wir den ursprünglichen Plan, uns den Weg zum Grödner Joch (Passo die Gardena) zu suchen und fahren weiter nach St. Ulrich, wo es leicht zu dröppeln beginnt.

Der Regen gibt sich auf dem weiteren Weg und wir landen schließlich in Kastelruth.

Im Anschluss nehmen wir Kurs auf Seis und Tires, um den Nigerpass (Passo Nigra) zu erklimmen. Die Gaststätte auf der Passhöhe hat leider geschlossen, daher kehren wir weiter unten im Tal im Biker-Hotel Hotel Castel Latemar ein.

Hier müssen wir zunächst ein wenig warten, bis draußen ein Tisch frei wird. Kaum haben wir uns niedergelassen, fängt es an zu regnen und wir flüchten ins gemütliche Lokalinnere.

Als wir erneut durchstarten, ist es wieder trocken, jedoch türmen sich bereits die nächsten Wolken bedrohlich vor uns auf. Wir schlüpfen schnell in unser Regenzeug und fahren auf der Karerseestraße (SS241) ins Tal (Obereggen und S. Floriano). Zum Glück ist es dort wieder trocken.

Während Blomy, Lutz und Helmi noch nach Cavalese wollen, fahren Norby und ich über Ora-Auer (SS48) zurück nach Tramin. Die anderen haben allerdings auch kein Glück, da eine Straßensperre sie von ihrem Ziel abhält.

Mittwoch, 01.06.2011: Tour 4

Gardasee-Pass-nicht-find-Mendelpass-bei-Regen-im-Dunkeln-runterrutsch-Tour [355 km]

Irgendjemand hatte am Vorabend die grandiose Idee, wir könnten doch mal zum Gardasee fahren.

Das Wetter zeigt sich nicht sehr freundlich, jedoch machen wir uns auf Richtung Trento und dann auf die 421 Richtung Ballino. Unterwegs fängt es an zu nieseln und je näher wir dem Gardasee kommen, desto mehr gießt es sich ein. Irgendwann wird es uns zu bunt und ziehen die Ganzkörperkondome über.

 

Nach einem weiteren Regenstop in der Pizzeria Peter Pan in Arco erreichen wir mit „Riva del Garda“ den Anfang des Gardasees. Die Strecke ist megaätzend: Es ist voll, wimmelt vor stickigen Tunneln und macht keinen Spaß.

Verzweifelt suchen wir die Abfahrt zum Stausee Lago Valvestino und Lago d’Idro, wo es fantastische kurvige Strecken geben soll. Leider vergebens.

 

Eine Abfahrt kurz nach Gargnano bzw. Toscolano Maderno führt uns mitten durch die Pampa an einem Golfplatz vorbei.

Schließlich halten wir in Toscolano-Maderno in der Nähe der Kirche San Giovanni und trösten uns mit Eis und Kaff.

Als es uns weiterzieht, versuchen wir eine weitere Auffahrt. Leider haben wir es wieder vergeigt und die Strecke führt uns einfach nur im Kreis am Siegerdenkmal des Museums „Vittoriale degli Itialiani“ in Gardone vorbei.

Wir haben die Nase voll und geben auf. Weiter geht es über Salo und Vestone, wo wir einen Tankstopp einlegen. Ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es bereits früher Abend ist; dabei haben wir noch ein ganzes Stück Wegstrecke vor uns.

Weiter geht’s hoch bis Tione die Trento und dann über Spiazzo nach Pinzolo. Wir haben Kohldampf! Aus Verzweiflung halten wir an einem merkwürdigen Hotel (es könnte das „Hotel Collini“ gewesen sein) und essen dort die wohl grausigsten Spaghetti Bolognese, die mir jemals unterkommen sind. Naja, der Hunger treibt’s rein. Die Stimmung ist trotz allem gar nicht so schlecht.

Als wir wieder aufbrechen, dämmert es bereits leicht. Wir fahren nach Madonna die Campiglio, nehmen dort den Passo Campo Carlo Magno und es geht über Dimaro – Livo – Cagno – Revo und Dambei nach Ronzone. Langsam aber sicher wird es kühl und leider bespritzen uns die bedrohlich wirkenden Wolken immer heftiger mit Regentropfen.

 

Als wir nach Ruffre-Mendola den Mendelpass erreichen, ist es stockfinster und es gießt in Strömen. Bei der Abfahrt fließen kleine Rinnsale durch die Kehren und es macht so RICH-tig „Spaß“! 🙂 Um 23.15 Uhr erreichen wir endlich Tramin. Wir machen drei Kreuze, heil aus der Nummer rausgekommen zu sein und tagen noch zu viert bis halb 3 auf dem Balkon.

Donnerstg, 02.06.2011: Tour 5

Superenge-Pass-Kupplungszug-Reiß-Tour [88 km]

Nachdem wir am Vortag erst so spät im Bett waren, spazieren wir nach dem Frühstück erst einmal gemütlich durch Tramin, um dann gegen 11 Uhr loszufahren. Bernd hat vom Vortag noch die Nase voll und legt einen Pausen- und Moppedputztag ein.

Über Ora-Auer fahren wir nach Deutschnofen, dann über das Lavaze Joch nach Cavalese und landen schließlich in Castello Molina di Fiemme, wo der Manghen-Pass auf uns wartet.

Noch im ersten Waldstück des sehr engen, einspurigen Passes mit 16 Prozent Steigung reißt Blomy’s Kupplungszug in einer Kehre. Glück im Unglück, dass er sich dabei nicht löffelt.

Blomy schafft es gerade noch bis zum Beginn der wunderschönen Alm. Dort versuchen wir, Bernd zu erreichen, der heute einen Ruhetag eingelegt hat. Allerdings haben wir nicht damit gerechnet, dass man mitten im Gebirge unter Umständen keinen Handyempfang hat. Wir beschließen, zu zweit umzukehren. Blomy lässt sich den Pass herunterrollen und schafft es tatsächlich ohne Hinfaller, die engen Kehren zu nehmen. Unten angekommen erreichen wir Bernd, der so nett ist, ihn mit dem Hänger abzuholen.

  

Helmi mit Britta, Lutz und Norby schlängeln sich währenddessen den Pass weiter hoch und machen Halt an einem kleinen See ca. 200 Meter vor der Passhöhe. In dieser parkähnlichen Landschaft des Val di Calamento liegt die Baita-Manghen-Hütte, in der man sich verpflegen kann.

 

Anschließend fahren sie weiter über Ronchi und Borgo, nehmen die alte Brennerstraße bis Trento und fahren dann die Weinstraße zurück bis Tramin.

Währenddessen wandern Blomy, Bernd und meinereiner zur Traminer Eisdiele, dem Cafe „Goldener Löwe“. Das Eis schmeckt extrem gut (es gibt sogar einen Minzebecher!) und der Cappucino ist klasse!

Danach versuchen Blomy und Bernd in Tramin, die R1 zu reparieren. Doch Pustekuchen – Werkzeug fehlt! Im Hotel nachgefragt, erfahren wir, dass eine große Gruppe Österreicher erwartet wird, die einen Werkzeugwagen mit sich führen. Zum Glück haben sie auch gleich den passenden „Schrauber“ dabei, der es schafft, die R1 wieder ans Laufen zu kriegen.

Was übrigens niemand bedacht hat: Auch in Südtirol gibt es den Feiertag Christi Himmelfahrt! Während die Tankstellen morgens noch geöffnet hatten, schaute man ab mittags in die Röhre. Zum Glück gibt es zahlreiche Tankstellen mit Tankautomaten. Bei mir zumindest klappte die Tankerei dort einwandfrei. 🙂

Freitag, 03.06.2011: Tour 6

Coole-Trentino-Straßen-Regen-Tour [228 km]

Letzter Tourtag. Nach unserer teilweisen Automaten-Not-Betankung am Vortag zieht es uns zunächst alle zur Traminer Tankstelle. Dort ist es gerammelt voll.

 

Hinter Kaltern steigen wir zunächst in den Mendelpass ein und fahren weiter Richtung Ronzone und Fondo über das Gampenjoch (Passo delle Palade). Dies führt von Lana nach Fondo und verbindet das Etschtal mit dem Val di Sole und weist auf 33 Kilometer ein paar nette Kurven und Tunnel mit Kopfsteinpflaster auf.

Nach einer Kaffeepause in Lana, in der Buchenschänke und Bierbrauerei Pfefferlechner, beginnt es leider leicht zu regnen. Unbeirrt geht es weiter über St. Pankraz – Ultimo – Proves – Rumo – Livo und Cles.

In Cles gönnen wir uns eine Kaffeepause am Lago di Santu Giustina im Zentrum des Val di Non. Dieser staut den Noce zum Santa-Guistina-See.

Das Wetter wird merklich schlechter. Da Blomy noch eine große Runde eingeplant hat, trennen sich unsere Wege.

Norby und ich fahren über Tuenno – Campodena – Mezzolombardo – Mezzolorona und dann über die Weinstraße nach Tramin. Danach fahren wir noch einmal den Mendelpass hoch und beschließen, dort oben endlich einmal diesen weltberühmten Apfelstrudel zu probieren. Fazit: Einige Bissen sind ganz lecker, aber so ein großes Stück mit Sahne und Eis ist definitiv zuviel „süß“ auf einmal!

  

In Kaltern werfen wir dann noch kurz einen Blick auf den die ganzen Tage vernachlässigten „Kalterer See“. Eine Stichprobe beweist: anders als sein Name es vorgaukelt, ist er recht mollig warm.

Die anderen fahren über Caldes – Male – Madonna-di-Campiglio – Spiazzo – Montagna – Rogoli – San Lorenzo – Molveno – Mezzolombardo – Rover de Lude – Magre und Karatatsch nach Tramin und holen sich dabei extrem nasse Socken. 😉

Vor dem Essenfassen am Abend laden wir fix, aber schweren Herzens unsere Moppeds auf den Hänger, so dass wir am nächsten Morgen direkt früh durchstarten können.

Bevor wir es in die Kojen schaffen, läuten wir aber noch Lutze’s Geburtstag ein. 🙂

Samstag, 04.06.2011: Heimfahrt

Urlaub-ist-leider-am-End-Tag

Gegen 8.30 Uhr hocken wir wieder in unserem Leih-Toyota und sitzen uns bis kurz vor 24 Uhr unsere 7×4 Buchstaben platt. Die Heimat hat uns wieder.

Fazit

Es gibt Leute, die keine Böse-Wetter-Wolken sehen, zum Regenkombiüberwerfen erst anhalten, wenn die Klamotten eh schon nass sind und bei Beschwerden verlautbaren: „Brauchen wir nicht, hört gleich wieder auf!“

Es gibt auch Leute, die während der Fahrt sämtliche wilde Bäche und die schöne zerklüftete Landschaft ignorieren, jedoch höchst-interessiert dann den Kopf aus der Kurve heben, wenn es einen Kran zu bestaunen gibt.

Dann gibt es auch Leute, die achtlos an den hübschen Skulpturen des Traminer Marktplatzes vorbeilaufen, aber plötzlich unverhofft stehen bleiben und ausrufen: „Guck mal, die Treppe ist doch tatsächlich drei Zentimeter aus dem Lot!“

Auch gibt es Leute, die mit ihrer „Mutti“ im Sommer brav an den Strand von Limone fahren, ihre Freundin aber nie mit auf Tour nehmen: „Sorry, kann Dich nicht mitnehmen – hintendrauf sitzt schon meine Gepäckrolle!“

Schließlich gibt es noch Leute, die es auf unser Tour total gut am „Bodensee“ fanden, die „Terpentinen“ des „Lavendelpass“ megagenial fanden und am liebsten „Nudeln mit Basilika“ essen! 🙂

Außerdem gab es zwischendurch immer wieder nette Dialoge zu belauschen:
„Boh, ich musste vorhin erstmal meinen Ständer hochbinden!“ – „Wieso denn das?“ – „Damit er nicht am Boden schleift!“

Tjaaa… Langweilig war es eigentlich nie und die nächste Tour kommt bestimmt!

Gesamt-Kilometer: ca. 1.400 – 1.600 km
(CBF: 1.614km – Streety: 1.431km – Start: 15.839 – Ende: 17.270km)

Der Weg vom Lago di Valvestiono zum Idro-See ist ein reines Wechselkurven-Gedicht und eine Strecke zum schwindelig fahren!

Und so kommt man zum Stausee Lago Valvestino und Lago d’Idro

In Gargnano nimmt man die Straße nach Navazzo. Zunächst geht es mehrere Kehren steil hinauf. Am Lago di Valvestino geht’s dann mächtig ab: links-rechts-links-rechts… endlos! Weiter geht es Richtung Cavalle und von dort vergab Richtung Idro und Pieve Veccia. Umgekehrt macht die Strecke genauso Laune! 😀


Größere Kartenansicht

Tourenkarten:

Mit dabei waren:

  • Unsere Pool-Beauftragte, Ich-krieg-jeden-sprachlos-Britta
  • unser Kurvenputzer Allzeit-gut-drauf-Lutz
  • unser Tourküken und Diplom-Wagenführer Mir-klaut-niemand-die-Butter-vom-Brot-Bernd
  • unser Tornanti-Lotse und Trupp-Treiber Hopp-aufn-Bock-die-Kurven-brüllen-Blomy
  • unser Tourvater und Kolonnenpatron Fahrt-mir-doch-weg-wenn-ihr-könnt-Helmi,
  • unser Chef-Lichtbildschießer Norby nebst
  • seiner Gefährtin Der-frühe-Vogel-kann-mich-mal-Susy

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014