Weserbergland

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Maitour ins Weserbergland
vom 30.04. – 03.05.2009

Donnerstag, 30.04.2009

In diesem Jahr haben wir uns fest vorgenommen: Autobahnen und sonstige öden Geraden werden – wenn eben möglich – gemieden!

So starten wir gegen 14:20 Uhr ganz unklassisch über Nordkirchen und wedeln uns erst einmal über die K3 („Alte Ascheberger Straße“) ein. Danach biegen wir rechts auf die K15 ab und landen direkt hinter Ascheberg auf der B58 kurz hinter der Autobahnauffahrt zur A1.

Danach folgt – trotz Autobahnverzicht – eine extreme „Kurven-Durststrecke“: um nicht erst Stunden später in unserer vorgebuchten Ferienwohnung in Beverungen anzukommen, schlagen wir uns weiter auf die ultimative Ätzstrecke (B58: Ascheberg – Drensteinfurt – Ahlen), folgen der Ausschilderung nach Beckum und folgen der eintönigen B64 (Paderborn – Brakel etc.).

Die Strecke ist derart öde, dass man nicht einmal ein ordentliches Cafe am Wegrand findet. So machen wir kurz vor Paderborn einen kurzen Stop auf einem Parkplatz neben der B64 und verlassen diese in Bad Driburg, um bei McDoof aufzuschlagen und unseren Koffein-Spiegel zu normalisieren.

Kurz hinter Brakel/vor Höxter wollen wir endlich einmal Kurvenspaß erleben und wählen eine Nebenstrecke Richtung Beverungen. Diese ist allerdings ziemlich verschmutzt und macht somit auch nicht wirklich Spaß!

Ehe wir uns versehen, befinden wir uns in Beverungen und finden auch ohne Navi zum Eichenweg 13, wo wir eine Ferienwohnung gebucht haben.

Die Wohnung erweist sich als wirklich super-eingerichtet: neben 2 Schlafzimmern fehlt es ihr an nichts: es gibt eine Mikrowelle, in jedem Zimmer mindestens eine Uhr, ein großes Bad, große Kleiderschränke, Bücher und das Wohnzimmer ist üppig dekoriert). Zudem liegt sie relativ stadtnah gleich um die Ecke des Schulzentrums. Das einzige, was uns an der Dachgeschosswohnung (unter uns wohnen die älteren Vermieter, darunter deren Kinder mit Kindeskind) stört ist einfach der fehlende Balkon…

Kaum sind wir angekommen und haben die „Schlüsselgewalt“, grummelt es plötzlich extrem gewaltig: was da folgt ist ein ultrastarker Regenschauer mit Gewitter! (Glück gehabt!!!! 🙂 )

Da wir noch einkaufen müssen, stellen wir die „Streety“ fix in der Garage ab (schließlich muss sie – so neu wie sie ist – nicht unbedingt „schmutzig“ werden und außerdem fühlt sie sich in der extra für uns ausgeräumten Garage offenbar sehr wohl!) und fahren mit der CBF in die City.

Der örtliche REWE ist schnell gefunden, immerhin gibt es in Beverungen offenbar nur eine Haupteinkaufsstraße namens „Lange Straße“. Daneben hat man die Möglichkeit in einer Stichstraße zum „Minipreis“ zu kommen.

Nachdem wir das Nötigste eingekauft und in unserer Wohnung verstaut haben, laufen wir zum Essenfassen in die Stadt, wo wir die Pizzeria Avanti stürmen. Die Pizzen sind sehr üppig belegt und auch der Salat megalecker.

Megasatt laufen wir noch kurz nach Niedersachsen (gleich über die Brücke liegt Lauenförde), entdecken direkt an der Weser eine witzige Kneipe mit Strandbar namens „Saloon“, suchen den Bikertreff Villa Löwenherz allerdings vergeblich.

Erstaunt stellen wir fest, dass sich in Beverungen unendlich viel feierwilliges Jungvolk auf den Straßen tummelt, während in Lauenförde beinahe Totenstille herrscht…

Kaum sind wir zurück in unserer Ferienwohnung schüttet es plötzlich wie aus Kübeln und wir grinsen um die Wette: das zweite Mal an EINEM Tag verdammt viel Glück gehabt! 🙂

Gefahrene Kilometer: 177,5

Freitag, 01.05.2009

Als wir aufwachen, sind wir enttäuscht: statt dem angekündigten strahlenden Sonnenschein zeigt sich Beverungen verhangen. Unbeirrt satteln wir unsere Maschinen und starten Richtung Niedersachsen: immerhin versprach der TV-Wetterfrosch für jene Region ultimative Sonnenbrandgefahr.

Und richtig: kaum haben wir die NRW-Niedersachsen-Brücke überquert, blinzelt uns bereits die Sonne entgegen.

Happy ergötzen wir uns an den schönen Kurven der B241 Richtung Uslar. Von dort düsen wir weiter über Hardegsen und Morigsen nach Northeim. Das besagte „Pommes Häuschen“ hat leider zu, macht aber nix, bei so einem Traumwetter ist uns eh nach Eis. Also fix in die Eisdiele gehockt und geschlemmt was das Zeug hält.

Nach einem leckeren Kaffee lässt uns ein Blick auf die Uhr hochschnellen und rasch zu unseren Möppies zurückkehren; schließlich mag dieser schöne Tag nicht sonnenblinzelnd im Cafe verbracht werden.

So fahren wir kreuz und quer durch den Naturpark Solling-Vogler: Einbeck – Markoldendorf – Stadtoldendorf Richtung Holzminden. Hier findet man wirklich noch einsame kleine, aber feine Straßen und es geht hügelauf hügelab durch die duftenden Rapsfelder. Nach einer letzten Traumstrecke (Neuhaus – Boffzen) erreichen wir Höxter.

Bei der Gelegenheit fällt uns ein, dass es im kleinsten, aber höchstgelegensten Stadtteil Höxters namens „Bosseborn“ einen XXL-Schnitzelladen geben soll und machen uns auf, ihn ausfindig zu machen. Dies erweist sich als gar nicht schwer, zumal es in Bosseborn offenbar das einzige Lokal zu sein scheint.

Im Landhaus Grawe wählen wir einen netten Außenplatz. Die Speisekarte ist sehr übersichtlich, glänzt aber vor allem durch „XXL“: XXL-Burger, XXL-Schnitzel und sogar XXL-Salat.

Als wir ein XXL-Jägerschnitzel und einen XXL-Salat bestellen, fragt die Kellnerin direkt nach, ob es nicht doch eine normale Portion sein soll. Wir schütteln empört mit den Köpfen: schließlich wollen wir XXL sehen!

Während der Wartezeit verschwindet urplötzlich die Sonne und es wird doch merklich frischer, was allerdings auch an der Höhe (360 m ü. NN) liegen mochte. Kaum hatten wir dies bemerkt, wurden unsere Speisen auch schon serviert:

  

Vielleicht hätten wir auf die Kellnerin hören sollen…

vielleicht muss man allerdings auch wirklich einmal erfahren, dass das Auge meist größer ist als der Mund! 😉

(btw: qualitätstechnisch war meinereiner etwas enttäuscht, im Salat einige welke Blätter vorzufinden – Norby’s Kommentar zu seinem Elefantenohr-Schnitzel: „In Augustfehn war’s aber besser!“

Aus der Rückfahrt nach Beverungen machten wir schließlich noch eine kleine, feine Tour über nette Straßen; dabei blieben folgende Orte in Erinnerung: Marienmünster – Bellersen – Brakel – Golleheim – Amelunxen – Blankenau

Nach Rückkehr schmissen wir uns fix in unsere Zivilklamotten und liefen erneut nach Niedersachsen. Diesmal fanden wir die Villa Löwenherz tatsächlich und genossen dort ein großes Pilsbier, bevor wir dann brav nach Hause gingen.

Start-km: 6.468 (12:30 Uhr)

Ende-km: 6.685 (ca. 20:20 Uhr)

Gefahrene Km: 217

Samstag, 02.05.2009

Das Wetter ist gut: etwas diesig und windiger als am Vortag, aber die Vorhersage verspricht lediglich späteren Regen in Nordhessen. Also nix wie los zu unserer heutigen NRW-Hessen-Niedersachsen-Tour!

So starten wir über Lauenförde und Bad Karlshafen mit unserem Run auf das Dornröschenschloss Sababurg im Reinhardswald bei Trendelburg bzw. Hofgeismar. Während die Burg von unten noch einigermaßen nett dreinschaut, sind wir beim Live-Anblick vor Ort doch etwas enttäuscht: neben zahlreichen Baustellenschildern gibt es ein Cafe, sonst aber nicht sonderlich viel zu sehen.

So hält sich unsere Aufenthaltsdauer in Grenzen und wir drehen wieder ab, um direkt durch den Reinhardswald nach Reinhardshagen zu kommen. Kurze Zeit später wechseln wir klassisch per Brücke das Weserufer und stoßen kurze Zeit später auf Hemeln, wo wir am „Gasthaus zur Fähre“ einen kurzen Stopp einlegen, um uns die Weserfähre anzuschauen.

Danach geht es die Weser entlang bis Bad Karlshafen, wo wir uns sodann Richtung Uslar halten. Von dort fahren wir nach Neuhaus, nehmen erneut die tolle Strecke nach Boffzen mit und landen in Höxter. Zeit für einen Kaff – und ein Eis! Diesmal gibt es einen Stracciatellabecher und ein Spaghettieis 🙂

Der Tag ist noch zu jung um nach Hause zu fahren, drum drehen wir noch eine Runde über Fürstenau und Albaxen, Holzminden, Boffzen und Lauenförde, um dann erneut die Strecke nach Uslar mitzunehmen, in Bodenfelde nach Amelith abzudrehen und die Strecke so gut wie noch einmal rückwärts durchnudeln, um schließlich über Lauenförde mit ’nem Strahlen bis zu den Ohren wieder in Beverungen zu landen.

Weil’s so schön war, beschließen wir abends noch einmal bei der Pizzeria Avanti (Kaya) einzukehren. Da wir nur eine Kleinigkeit essen möchten, entscheiden wir uns für Hamburger. Allerdings überfordert uns auch diesmal die Portion: immerhin wird er ganz zünftig mit Salatbeilage und megaleckeren Karoffelspalten serviert und ist mindestens Größe „L“! 🙂

Zum krönenden Abschluss laufen wir erneut zum Bikertreff nach Lauenförde und schlabbern ein Pilsbier, bevor wir nach Haus zurückkehren.

Start-km: 6.685 (14 Uhr)

Ende-km: 6.918 (20 Uhr)

Gefahrene km: 233

Sonntag, 03.05.2009

Leider ist die schöne Kurvenzeit vorbei und wir müssen heim!

Eher als geplant müssen wir die Ferienwohnung räumen und stehen bereits um kurz nach 10 mit fertig gepackten Möppis draußen vor der Tür.

Dank Zeit ohne Ende fahren wir zunächst noch einmal Richtung Bad Karlshafen und Hofgeismar, um uns dann in die Karparten Richtung Marsberg zu schlagen. Während das Wetter sich zum Tourstart noch locker-flockig-sonnig gestaltete, zieht es sich Richtung Diemelsee mehr und mehr zu.

Geplant ist ein Stopp am Bikertreff Diemelsee. Leider zwingt uns eine Straßensperrung zur teilweisen Umrundung des Diemelsees, ohne uns zum Bikertreff zu führen.

Aufgrund eines akuten Kaffeedursts, der keinerlei Aufschub duldet lassen wir uns im Gasthaus „Zur Seebrücke“ (am gleichnamigen Campingplatz) nieder. Kaum hocken wir unter den großen Sonnenschirmen plätschern bereits erste Tropfen herunter. Überaus interessant zeigten sich übrigens die Toiletten dieses „Etablissements“… (*absolut-verständnislos-mit’m-Kopf-schüttel!)

Wie kommen wir nun nach Brilon? Gute Frage: die Kellnerin hatte auch eine passende Antwort: leider fanden wir die empfohlene Strecke mangels Ausschilderung nicht und nahmen den Umweg über Willingen.

Das Wetter wurde immer mieser, teilweise nieselte es, teilweise waren die Straßen einfach nur nass und die Streety (oder wer war es???) erlaubte sich dreisterweis, die Nässe derart hochzukatapultieren, dass sich an meinem linken Bein rücklings die Nässe breitmachte 🙁

Über Brilon und Meschede erreichten wir schließlich Warstein: die Freude an kleinen Straßen war längst getrübt und wir wärmten uns bei ’nem Kaff bei McDoof auf.

Auch die weitere Fahrt war nicht mehr sehr nett – zwar öffnete der Himmel seine Schleusen nicht weiter, aber es war kühl, trüb und extrem windig: statt ergötzendem Kurvenfeeling durch die Soester Börde, versuchten wir, uns den kürzesten Weg nach Haus rauszupicken und gelangten irgendwie über Hamm zurück in die Heimat.

Start-km: 6.918

Ende-km: 7.204

Gefahrene km: 286

Fazit der Tour: 914,4 Kilometer

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014