Schlüter-SHT

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Sicherheitstraining der besonderen Art
am 21. und 22.03.2009

 

Von netten Netbikern hatte ich erfahren, dass es in Ahlen eine Fahrschule gibt, die ein zweitägiges Sicherheitstraining anbieten, bei dem am ersten Tag auf einem Platz geübt und am zweiten Tag eine Ausfahrt ins Sauerland gemacht wird: die Fahrschule Schlüter in Ahlen.

Nachdem dieses Sicherheitstraining im letzten Jahr einfach nicht „sein“ sollte, stand der Termin für dieses Jahr lange fest: am Samstag, den 21.03.2009 sollte das eigentliche Sicherheitstraining stattfinden und am Tag darauf die zugehörige Ausfahrt.

Zunächst war mir der Termin wenig geheuer: wer weiß schon, ob Ende März nicht noch Schnee liegt???

Samstag, 21.03.2009 – Geschicklichkeitstraining in Ahlen

Es ist Samstag und das Training ist von 13 – 16 Uhr geplant.

Nachdem sich der Himmel morgens extrem verhangen zeigte und auch zur allgemeinen Abschreckung einige Tropfen Regen ließ, lockerte es sich gegen halb 12 etwas auf und ich machte mich bei ca. 12 Grad auf den verhassten Weg nach Ahlen. Obwohl die Sonne sich alle Mühe gab aus den Wolken zu blinzeln, war es unterwegs einfach rattenkalt…

Als ich gegen viertel vor 1 am Treffpunkt („Poco“ in Ahlen) eintraf, waren bereits einige Teilnehmer dort und ich wunderte mich umsomehr, es zum ersten Mal geschafft zu haben, pünktlich zum Training zu erscheinen.

Nachdem alle sechs Teilnehmer (2 Leihmoppeds von der Fahrschule (800-Kubik F 650 GS), eine eigene F 650 GS, eine 1200er GS, eine Kawa (ER 6) und meine Bandit) eingetroffen waren, fuhren wir weiter zu einem Firmenparkplatz, stellten unsere Moppeds ab und machten es uns zur „Einführung“ bei einem Kaffee (großer Dank gilt Norbert Schlüter’s Töchterlein!) auf einer Bank gemütlich, während die Sonne uns genau passend wärmte.

Das Schlüter’sche „Geschicklichkeitstraining“ enthielt im Laufe des Nachmittags alle gewohnten Elemente: Vollbremsung mit Vorderradbremse, Vollbremsung mit Hinterradbremse, Vollbremsung mit allem was das Zeug hält, Kreisfahren in beide Richtungen, Langsamfahren mit einem Arm/im Stand/auf-dem-Sitz-knieend und im Damensitz wie auch Ausweichen mit Lenkeinschlag (DAS hab ich allerdings offenbar bis heute noch nicht begriffen!)

Neu war allerdings die Variante, dass ein Teilnehmer das Motorrad hält, während der Besitzer langsam drum-herum-geht und versucht, die Maschine gerade aufrecht zu halten und extrem lehrreich wurde es, die Maschine auf ihr stehend auszubalancieren, damit sie gerade steht (während natürlich der „Partner“ dreinschaute, dass diese zunächst recht wackelige Angelegenheit nicht in „Verschrottung“ ausartete.

Bei der den Tag abschließenden Bremsung auf einem Feldweg musste ich allerdings passen: immerhin hatte ich keine Lust, meine ca. 230 kg bei der Gelegenheit zu legen.

Insgesamt war ich sehr positiv überrascht: sehr netter Trainer, extrem nette Leute und ein weiterer lehrreicher Tag!

Erneut war ich allerdings froh, dass dieses Training gerade mal 3 Stunden dauerte, denn zu mehr hat man (Frau?) i.d.R. wenig Lust und Energie.

Pausen gab es angemessen und die inbegriffene Verpflegung bestand aus Kaffee, Wasser, Schorle, Kuchen und Bananen – ob es dort allerdings irgendwo Toiletten gab weiß ich nicht…

Alles in allem sollte man wissen, dass die meisten Teilnehmer sicherlich ehemalige Fahrschüler der besagten Fahrschule sind und sich somit mehr oder weniger kennen werden. Dies allerdings kann sich stimmungstechnisch auch sehr positiv äußern! 🙂

Sonntag, 22.03.2009 – das Ausfahrt ins Sauerland

Da der Tourstart für 11 Uhr angesetzt war, setzte ich mich gegen 10 Uhr in Bewegung; immerhin musste ich noch tanken.

Treffpunkt war die Avia-Tankstelle in Ahlen-Dolberg, die ich dank der guten Beschreibung am Vortag auf Anhieb fand.

Überraschenderweise fanden sich nicht nur Andy + Harald, Birgit, Bernd, Harald und Trainer Norbert ein, sondern auch dessen Herzallerliebste und „Mit-Tour-Führerin“ Christa nebst Bernd’s Töchterlein Anna.

Nachdem uns Norbert die Regeln des „Gruppenfahrens“ erläutert hatte, fuhren wir in festgelegter Reihenfolge los (wobei meinereiner glücklicherweise an 4. Stelle starten durfte.

Vereinbart war, dass jeweils ein Teilnehmer direkt hinter Norbert fährt und genau seine Linie einhält, bis er ein Zeichen zum „Wechsel“ gibt, womit sich der direkt hinter ihm Fahrende vor der ganz hinten fahrenden „Herdenhirtin“ Christa einsortiert und somit der nächste Teilnehmer das unglaubliche Vergnügen genießt, direkt hinter ihm lockig-flockig durch die Kurven zu gleiten. 🙂

Als meinereiner in den absolut tollen Genuss kam, habe ich ganz sicher verdammt viel gelernt und das Allerbeste war: allein dadurch, dass man versuchte, direkt Norbert’s Kurvenlinie zu folgen, stellte – trotz wechselndem Straßenbelag – auch nicht eine einzige ein echtes „Hindernis“ dar! 🙂

Die erste Pause machten wir auf einem Parkplatz mitten im Wald zwischen mehreren Hügeln (das allerdings schockte mich zunächst schon und das nicht nur, weil ich auf dem unebenen rutschigen Waldboden beinahe umgekippt wäre!

Nee, das Hightlight kam noch: verkündete Norbert doch glatt, er würde nun bei jedem Teilnehmer als Sozius mitfahren!!!

Da ich gleich als erste hinter ihm stand, musste ich direkt dran glauben…

Ehe ich mich versah, war ich um einen Sozius reicher und gurkte die anstehende Kurvenstrecke herunter (*oooh-wat-iss-deeer-Mann-doch-selbstmüde!!!-gfg*)

Nachdem die Kurvenstrecke durchfahren war, hagelte es zwar verschärft Kritik, aber an den Gedanken, jemanden auf dem Sozius zu haben, der die Maschine nicht nur förmlich mit seinen Beinen „lenkt“ und zudem wie ein „kleiner Mann im Ohr“ Anweisungen gibt, wie genau die nächste Kurve zu fahren ist, könnte ich mich glatt gewöhnen! (ok-ok, natürlich nur solange, bis ich mir dahingehend sicher bin! *sfg*)

Nachdem wir alle durch waren, ging es „runter“ zu Mittagessen in eine Pommesbude in Keine-Ahnung-wie-das-Kaff-gleich-noch-hieß. Die Auswahl war recht ordentlich; die Portionen ebenfalls (zumindest musste ich bei der bestellten Frikadelle mit Salat passen!) Getränkemäßig hätte ich mir jedoch spätestens hier einen leckeren Latte Macciato gewünscht; immerhin bekamen sie dort einen einigermaßen annehmbaren Cappuccino hin…

Nach unserer Weiterfahrt landeten wir dann in einer netten „Hundskurve“. Hier durfte jeder Teilnehmer unter Beweis stellen, wie gut (oder kriminell) er diese fährt. Die Fahrt selbst war nicht sooo übel; „krimineller“ empfand ich dahingehend allerdings das Halten auf dem unbefestigten Seitenstreifen (weiß überhaupt wer, was passiert, wenn man mit Daytona-Bandit-Stiefeln auf Schotter steht? Und kann sich wer überhaupt vorstellen, was genau passiert, wenn die Maschine sooo angehalten werden muss, dass man rechts wesentlich tiefer steht als links und die Maschine weit über 200 Kilo wiegt??????????)

Im Laufe dieser Aktion zeigte sich dann auch extrem horrormäßig die Aktion, auf einer engen, abschüssigen Straße wenden zu müssen und ich machte echt zehn Kreuze, als das alles vorbei war!!!

Gegen Ende unserer gemeinsamen Fahrt gab es dann noch ein Bremstraining direkt von einem Berg kommend (oder wie die anderen sicherlich dachten: „Hügel“) aus.

Danach trennten sich unsere Wege: während Christa mit den erfahrerenen Teilnehmern eine kurvigere Strecke fuhr, begaben sich Bernd, Andy und ich uns auf eine kleine Kurventour mit Norbert.

Letztendlich trafen wir uns alle wieder, wobei einige mittlerweile kältetechnisch schlotterten, was das Zeug hielt!

Ohne einen weiteren Stop traten wir sodann die Heimfahrt an und waren sicherlich alle heilfroh, als wir endlich wieder am Ausgangspunkt in Dolberg waren…

Da das Wetter immer schlechter wurde, machte ich mich direkt auf nach L’hausen und war heilfroh, endlich zurück zu sein!

Fazit der Tour:

Tages-Kilometer (mit Anfahrt) am Samstag: 96,7 km

Tages-Kilometer (mit Anfahrt) am Sonntag: 283,6 km

Nicht nur aufgrund des schlanken Preises von 60 Euro kann ich dieses Training – nicht nur aufgrund der netten Atmosphäre – uneingeschränkt weiterempfehlen!

Kleine Kritik am Rande:

Pommesbuden-Stopps sind eigentlich nicht unbedingt mein Ding (wenngleich dieses „Lokal“ eigentlich recht gut „sortiert“ war…

Daneben hätte ich es – für mich – hilfreich gefunden, statt irgendwo in einem Wald (oder sonstigen nichtssagenden Punkt) anzuhalten, besser einen Bikertreff/ein Cafe/was-auch-immer-das-Kaffee-ausschenkt anzuhalten, denn sinkt mein Koffein-Spiegel unverhältnismäßig tief, ist „Frau“ einfach nicht mehr wirklich bei der Sache…

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014