Mosel

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Pfingsttour an die Mosel
vom 29.05. – 01.06.2009

 

Freitag, 29.05.2009

Die Uhr schlägt 13:40 Uhr als wir vollbepackt zu unserer Pfingsttour starten. Ursprünglich sollte es in den Harz gehen, aber dort schüttet es sei Tagen wie aus Eimern. So haben wir kurzfristig umdisponiert und – dem Internet sei dank – einen Tag vor Start noch eine freie Ferienwohnung in Enkirch an der Mosel gefunden.

Kilometerstand Streety: 7.435 km
Kilometerstand CBF: 13.195 km

Die Anfahrt ist wie immer sehr autobahnlastig:
Zunächst A43 und A1 und am Abzweig zur A3 die Entscheidung: stellen wir uns in den Abfahrt-Stau oder wollen wir auf der A1 weiterrollen? Prompt stehen wir bei Köln-Nord im schönsten Stau. Genervt fahren wir bei Köln-Bocklemünd ab und es geht weiter über den Militärring zur A61.

Hier darf zwar zunächst nicht nur gestanden, sondern auch gerollt werden, allerdings macht die baustellengespickte und extrem schwindigkeitsbegrenzte Strecke wenig Spaß.

Nachdem wir uns durch einige Staus hindurchgemogelt haben, fahren wir aufgrund eines Sperrschildes bereits die Ausfahrt 33 (Nürburgring) ab statt in Mendig. Dies erweist sich als großes Glück, denn wir finden eine wunderschöne Strecke Richtung Mayen, die unsere Vorfreude auf die kommenden Tage noch verschärft.

Nach einem kurzen Stück A48 bis Kaisersesch finden wir uns auf einer weiteren superschönen Strecke, nach der wir schließlich in Cochem aufschlagen. Interessanterweise landen wir dort genau an der Stelle, an der wir drei Jahre zuvor übernachtet haben; hätten wir damals nur geahnt, dass sich keine 300 Meter vom Hotel eine derart tolle Straße tummelt!?

Als wir in Cochem anhalten um die Karte zu lesen, hält ein sehr netter, etwas betagterer Harley-Fahrer neben uns um zu fragen, ob er uns weiterhelfen kann. Als er von unserem Ziel hört, empfiehlt er uns prompt eine tolle Strecke Richtung Edinger-Eller. Leider finden wir weder die erwähnte kleine Kapelle, noch die darauffolgende Auffahrt nach Senn, so dass wir schließlich an der Mosel entlangschippern. Naja, das war zumindest panoramatechnisch ganz nett. 🙂

Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit lassen wir uns aufgrund eines „Einkaufszentrum“-Schildes anwerben und machen einen kurzen, kurvenreichen Abstecher auf den „Berg“ (einen Vorort von Zell), wo wir bei Norma das Nötigste einkaufen. (??)

Obwohl die Moselstraße am Abend relativ leer ist, sind wir erst gegen halb 9 an unserem Ziel: wer hätte gedacht, dass man in einem kleinen Nest wie Enkirch sooo lange herumirren kann, um seine Ferienwohnung zu finden???

Dort angekommen sind wir allerdings mehr als zufrieden: Unsere Ferienwohnung liegt im Erdgeschoss und ist sehr geschmackvoll eingerichtet.

Mosel

Nachdem wir die Möppis in der Garage und unser Gepäck in der Ferienwohnung verstaut haben, tauschen wir fix Lederhose gegen Jeans und laufen ins nahe gelegene Dorf. Auf Empfehlung der „Dorfjugend“ lassen wir uns im Landgasthof Zur Sonne nieder und freuen uns ’nen Ast, kurz vor Küchenschließung noch ein schmackhaftes Essen serviert zu bekommen. Daneben werden wir auch noch gratis Zeugen eines durch die weinbeduselten Terrassen-Gäste aufgeführten kleinen „Schauspiels“ der besonderen Art! 🙂

Nach einem kurzen Rundgang durch den Ort stoßen wir auf ein Festzelt, das hier offenbar anlässlich des Wohnmobiltreffens und Frühlingsfests aufgestellt wurde. Da es hier an der Mosel auf einen Schlag kühl wird, kämpfen wir uns dann aber zügig bergauf zu unserer Ferienwohnung zurück und lassen den Abend gemütlich auf dem Sofa ausklingen.

Kilometerstand Streety: 7.760
gefahrene Kilometer: 324,7 km

Samstag, 30.05.2009

Nach dem Stress der letzten Tage ist uns erst einmal nach Ausschlafen zumute. Gegen 11 Uhr befehlen wir uns jedoch aus den Federn, denn irgendwie hören wir die Kurven rufen! 😉

Im Hotel-wohnen kann ja jeder: so macht es uns auch kaum was aus, zu dieser „frühen“ Stund, den Hügel hinabzulaufen, um Brötchen zu holen, nur um direkt danach wieder hinaufzukraxeln, um endlich frühstücken zu können.

Nach ’nem zünftigen Kaff und ’ner anständigen Dusche einmal wach, hält uns absolut gar nichts mehr; weder in der hübschen Wohnung noch auf der nett-eingerichteten Terrasse; drum schnell in die Garage, Möppis wecken und los!

Bis Traben-Trarbach fahren wir an der Moselstraße entlang, drehen dort jedoch direkt ab und es geht bergauf Richtung Longkamp. Unter unseren Helmen müssen wir leider herumfluchen; bremst der leicht-antike Fahrer eines feuerroten Minis doch die zahlreichen Kurven aus! *seufz*

Als wir den Typen auf Höhe der Hunsrückhöhenstraße endlich los sind, kommen wir auf der B50 Richtung Bernkastel-Kues aber doch noch zum Zuge und genießen eine hübsche kurven- und kehrengespickte Straße!

Spätestens jetzt haben wir Blut geleckt und es geht es weiter Richtung Salmtal und Klausen. Die Strecke runter nach Piesport ist einfach megaklasse und lässt uns‘ Bikerherz funkeln: Kurven über Kurven!!!

Unten in Piesport angekommen, machen wir kurz Halt und können es uns nicht verkneifen, direkt umzudrehen, um die Piste auch bergauf zu testen.

Auf halber Strecke biegen wir in Richtung „Höhenpanoramastraße“ ab. Der Name verspricht wirklich nicht zu viel; die Aussicht ist einfach gigantisch!

 

Nach diesem absoluten Highlight fahren wir Richtung Salmtal, Föhren, Schweich und Trier und finden uns plötzlich auf einer absoluten Huckelpiste Richtung Aach wieder. Macht nichts, denn landschaftlich ist die Strecke sehr schön. Schließlich landen wir in Luxemburg (Wasserbillig!), wo wir uns bei „Match“ mit Tabakwaren (8 Schachteln Camel-Orange a 25 Stück = 34,50 Euro) eindecken.

Nach Pizza, Eis und Kaff beim angrenzenden Pizza-Hut und Volltanken unserer Möppis (wer’s hier für 1,05 Euro den Liter nicht tut ist einfach selber schuld!!!) fahren wir zurück über Trierweiler – Welschbillig und Kordel.

Die Strecke Kordel – Trier-Ehrang ist ein weiteres absolutes Highlight an diesem schönen Tag!

Betört von sooo viel Kurven fahren wir uns nach Durchquerung von Schweich und Piesport auf die Moselstraße (B53) und folgen ihr bis Bernkastel-Kues, wo wir auf Empfehlung einiger dort speisenden Gäste in „Hofmann’s Weinstube“ (in der Bahnhofstraße) einkehren. An diesem Abend gibt es „Poulardenbrust mit Nudeln“, „Gefülltes Schweineschnitzel“, natürlich Kaffee, aber auch ein Wasser/eine Cola (was unsere Tour-Kasse mit 31 Euro belastet).

Bei Einbruch der Dunkelheit machen wir uns auf den Heimweg, haben allerdings nicht mit der neu-eingerichteten Umleitung in Traben-Trarbach gerechnet; so müssen wir halt – mittlerweile im Dunkeln – über Grenach – Erden und Kröv über die Bergstrecke (Mont Royal) nach Traben-Trarbach cruisen, entdecken dort b.t.w. den „Landal Green-Park“, staunen nicht schlecht über die wunderschön beleuchtete Festung in Traben-Trarbach, auf die wir genau zusteuern und landen erst gegen 22:30 Uhr wieder in Enkirch.

Kilometerstand Streety: 8.023 km
gefahrene Kilometer: 263 km

Sonntag, 31.05.2009

In Enkirch gibt es genau einen Bäcker, zwei Fleischer, einen kleinen Lebensmittelladen und mehrere Gaststätten. Wenn man(n/frau) möchte, lässte es sich hier selbst an Wochenenden und Feiertagen gut „überleben“, sofern man bereit ist, zwischen 8 und 10 Uhr zum Bäcker zu gehen, denn genau um die Zeit schließt der Laden (in der „Saison“) erst einmal bis 14 Uhr, um danach die kaffee- und kuchenhungrigen Gäste des Ortes zu versorgen.

Netterweise opfert sich Norby gegen halb 10 Uhr und macht sich auf den Weg zum Bäcker, damit der Tag frühstückstechnich gerettet ist (danke Norby!!!! :-x)

Als wir gegen Mittag zu unserer Tour aufbrechen staunen wir nicht schlecht, denn kaum sind unsere Möppis aus dem Stall, stehen sie auch schon im allerschönsten (Enkirch-)Stau!
Konnte ja keiner ahnen, dass der örtliche Karnevalsverein am Pfingstsonntag sein 125jähriges Bestehen mit einem zünftigen Umzug zu feiern gedachte…

Nachdem wir uns durch die zahlreichen Karnevalswagen und Menschenmenge in ihren wunderschönen Kostümen gekämpft haben, fahren wir bergauf Richtung Hunsrückhöhenstraße.

Auch diese Freude ist uns heute nicht gegönnt: tockert doch ein Wohnmobil vor uns her, das sich nicht überholen lässt und zu allem Überfluss auch noch permanent schmieriges Duschwasser ablässt… 🙁

Endlich auf der Hunsrückhöhenstraße angekommen, staunen wir nicht schlecht: befinden wir uns doch direkt an der Start- und Landebahn des Flughafens Frankfurt-Hahn!!!

Da die Hunsrückhöhenstraße nach rechts hin gesperrt ist, fahren wir einen Umweg,, um schließlich wieder auf dieser zu landen. Zu blöde, dass sie frisch aufgefräst ist; das macht keinen Spaß! Wir beschließen, nach Bernkastel-Kues (B50) abzufahren und drehen auf der Moselstraße Richtung Morbach ab.

Im Ort lassen wir uns nieder, um einen Erdbeer- bzw. Kiwi-Eis zu essen, bereuen aber gleich nach „Anbiss“, keine ordentliche Eisdiele ausgewählt zu haben. Schnell stellen wir fest, dass die Leute hier und heute irgendwie seltsam drauf sind und sehen zu, schnell weiter Richtung Hunsrückhöhenstraße zu fahren.

Der Weg nach Thalfang ist gesperrt, darum drehen wir ab Richtung Dromagen. Die Piste ist zwar nett kurvig, der Belag lässt jedoch zu wünschen übrig.

Als wir schließlich in Piesport landen, ruft „Streety’s Tank“! Laut Auskunft einer netten Serviererin der örtlichen Gaststätte befindet sich die nächste Tankstelle in Trittenheim, also nix wie hin!

An der Tanke wundert sich Frau zwar, warum im Kühlregal eine scheinbar leere Flasche Bier herumsteht, denkt sich aber nichts weiter dabei. Kaum fertiggetankt, bietet sich uns des Rätsels Lösung, denn wir sehen, wie der mürrische Tankwart einen kräftigen Schluck aus jener Flasche nimmt, um sich danach wieder zu seinen Kumpels auf der außenstehenden Bank zu gesellen. Prost! 🙂

Uns lechzt es auch, allerdings nach Kurven, darum beschließen wir, uns noch einmal der Strecke Piesport – Klausen zu widmen. Offenbar ist es uns heute der Spaß nicht gegönnt: Vor uns zockeln gleich DREI hängerziehende Dosen herum und geben uns nicht die geringste Chance, dran vorbeizuziehen. *So’n-Sch…!*

Oben angekommen, fahren wir Richtung Wittlich, doch dieser Tag ist einfach nicht unser: statt „Bad Bertrich – Alf“ müssen wir uns mit der Bergstrecke „Mont-Royal – Traben Trarbach“ begnügen. Am hellichten Tag sicherlich nicht die schlechteste Strecke; nach den verwöhnenden Kurvenhighlights des Vortages hatte ich aber irgendwie mehr erwartet!

Auch unser „Tagesabschluss-Essen“ läuft nicht wirklich rund: wir entscheiden uns für eine Pizzeria direkt an der Mosel in Traben-Trarbach und bestellen uns Thunfisch-Pizza und Thunfisch-Salat mit Pizza-Knoblauchbrot. Leider bestätigt sich mal wieder die These, dass man an solchen Orten offenbar nur für die Aussicht zahlt, während die Qualität zu wünschen übrig lässt.

Heute sind wir bereits gegen 19 Uhr zurück und machen uns auf zum Enkirchener Dorffest. Die Musik ist nicht gerade der Hit und im Zelt ist es tierisch warm, drum lassen wir uns im Außenbereich einer nahegelegenen Kneipe nieder. Bereits nach dem ersten Pils bzw. Kre stellen wir erneut fest, dass es hier an de Mosel abends sehr schnell ziemlich frisch werden kann und „flüchten“ fix in Richtung Ferienwohung.

Kilometerstand Streety: 8.220 km
gefahrene Kilometer: 197 km

Montag, 01.06.2009

Schade, heute müssen wir schon wieder nach Hause!

Ferienwohnungtechnisch haben wir an diesem Morgen keinerlei Stress, da die Wohnung erst am Tag drauf neu-vermietet ist.
Nachdem wir uns gemeinsam Brötchen beim Bäcker ausgesucht haben, trödeln wir beim Frühstück herum und machen uns gegen Mittag auf den Heimweg.

In Zell biegen wir ab auf die Hunsrückhöhenstraße und fahren bis Koblenz, wo sich zahlreiche dunkle Wolken zwar bedrohlich auftürmen, aber nicht entladen.

Nach einer kurzen Strecke auf der B9 (Richtung Bonn) wechseln wir auf die A48, fahren bei der nächsten Ausfahrt (Bendorf/Neuwied) wieder runter und erfreuen uns auf der B413 an wunderschönen Kurven Richtung Dierdorf (u.a. kommt man am Motorradtreff „Zur Isenburg“ vorbei!)

Danach geht’s weiter Richtung Hachenburg, wo wir uns ein wenig verfahren, aber egal. Wir nehmen erneut Kurs Richtung Betzendorf und Freudenberg (schöne Strecke!), um dann in Olpe zu landen. Dummerweise beschließen wir, in einer Bäckerei Eis und Kaff zu „fassen“, da hier noch nett die Sonne scheint, während die Eisdielenplätze im Schatten liegen. Hätten wir uns gleich denken können, dass das nix Gescheites werden kann…

Von Olpe aus nehmen wir die Landstraße Richtung Attendorn und Plettenberg und finden dort angekommen eine wunderschöne Strecke Richtung Balve.

Balve scheint ein wirklich netter Ort zu sein, jedoch fehlt für einen Stop leider die Zeit. Auch die weitere Strecke Richtung Menden wäre sicherlich nicht ganz so übel, wenn nicht gerade ein boot-hinter-sich-herschleppendes-Fahrzeug vor uns hertockern würde! 🙂

Ab Menden nehmen wir den direkten Weg nach Fröndenberg, Unna und landen schließlich bei Bonnie’s Diner in Kamen, wo wir uns lecker-draußen-sitzend bei ’nem zünftigen Hamburger stärken.

Der restliche Weg heim ist schnell beschrieben: A1 bis Ascheberg, dort ab und fixer als fix die B58 zurück nach Haus!

Gefahrene Kilometer: 339 km

End-Tour-Kilometerstand Streety: 8.559 km

Fazit der Tour:

Gefahrene Kilometer: 1.124 km
laut Streety-Tacho: 1.116
Irgendwas stimmt da doch nicht????

Wichtiger Hinweis zum Thema Kaff:
EIN Paket (a 250 g) reicht zwar für 3 Tage, nicht aber für 4!!!

Auf unsere Ferienwohnung in Enkirch wurden wir übrigens aufmerksam über eine Anzeige bei traum-ferienwohnungen.de.
Leider war das dort abgebildete kleine hübsche Häuschen bereits vermietet; stattdessen hausten wir in einer angeblich „gleichwertigen“ (aber wesentlich größeren) Ferienwohnung und fühlten uns (auch) dort extrem gut aufgehoben!

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014