Vogesen

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Saisonabschluss-Tour Elsass/Vogesen

vom 26.09. – 03.10.2008

 


 

Freitag, 26. September 2008

(km-Stand: 11.600)

Wie jeden gewöhnlichen Morgen rappelt um 6:30 Uhr der Wecker. Anders als an jedem gewöhnlichen Morgen hüpfen wir allerdings freudestrahlend aus der Falle: es geht auf Tour!!! 🙂

Nachdem unsere Moppeds zwei Packeseln gleichen, geht es um 8:40 Uhr über Olfen und Datteln nach Waltrop. Aufgrund des dichten Nebels sind unsere Klamotten bereits an der Autobahnauffahrt Dortmund-Mengede oberflächlich kletschig-feucht. Kaum auf unserer „ach so guten alten Bekannten“ – der A45 – aufgefahren, grinst uns jedoch keck die Sonne entgegen und bereits wenige Kilometer später gehört die nervige Visier-Wischerei der Vergangenheit an.

Spätestens jetzt, garantiert aber auf dem weiteren sonnenreichen Weg Richtung Süden wird mir klar, dass die vierzehn-fünfundneunzig für die Sunax-Sonnenblende bei Louis trotz meines mittlerweile austauschwürdigen Uvex-Boss-Helms allerbestens angelegt waren! Leider ließ sich eine solche nicht problemlos in Norbert’s Shoei-Helm einbauen und die unterwegs erworbene Sonnenbrille kommt ihn wesentlich teurer zu stehen.

Nach durchweg freier Fahrt machen wir unseren ersten Stopp an der Raststätte Siegerland-West: Frühstück mit 2 Brötchen, Marmelade, 2 Scheiben Wurst, Butter, einem Ei und ’nem Pott Kaffee gibt es hier für 5,40 Euro und auf der Dachterrasse lässt es sich ganz gut ertragen, als Raucher nach draußen abgeschoben zu werden.

Bei Ausfahrt 35 verlassen wir die olle windige A45 und treiben unsere Möppis auf die A5. Nachdem wir Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg staufrei passiert haben, kehren wir gegen 13:50 Uhr zur Mittagspause in der Raststätte „Hardtwald-West“ bei Sandhausen ein. Für „kulinarische“ Gaumenfreuden sorgen dort „Burger-King“ und „Nordsee„. Die Sonne strahlt mittlerweile mit unseren Gesichtern um die Wette, so dass wir die Pause auf der Terrasse gern ein wenig ausdehnen. 😉

Nach unserer Weiterfahrt wird es verkehrstechnisch kurzzeitig ein wenig zähfließend-voll, dann aber läuft es selbst um Karlsruhe herum flüssig und bis zur Abfahrt 55 (Offenbach) können wir uns kaum beklagen. Über die L98 reisen wir nach Frankreich ein; auf der N353 bzw. der D1083/E25 vor Strasbourg staut sich der Verkehr nun wirklich, aber glücklicherweise ist in Frankreich das „Zwischendurchfahren“ geduldet, so dass uns die „In-der-Schlange-Steherei“ erspart bleibt.

Nach einem kurzen Stück über die E25 erreichen wir die A35/E25 und folgen dieser über die Verbindungsstraße D83 bis zu unserem Ziel unserer Urlaubswoche: Colmar im Elsass. Noch viel zu früh dran, ordern wir an einer Tanke einen „grand café“ und staunen mal wieder nicht schlecht über die Proportionen…


Als wir um 18 Uhr ohne erwähnenswerte Sucherei an unserem „Domizil“ ankommen, können wir unser Glück kaum fassen: die Fotos auf der Internetseite, über die wir die Wohnung gebucht hatten, hatten viel weniger versprochen: stattdessen ist das Appartement mit Terrasse extrem geschmackvoll eingerichtet, verfügt über alles, was man benötigt (selbst eine große Kaffeemaschine ist vorhanden!), die Vermieterin – eine sehr gut deutschsprechende Franzöin – ist supernett und die Lage ist optimal: bereits nach wenigen Metern erreicht man die Umgehungsstraße und zu Fuß benötigt man knapp 10 Minuten ins Stadtzentrum.

Nachdem alles Vertragliche geklärt ist, geht es für mit unseren Möppis auf zum Abenteuer Einkauf.

Nach einiger Sucherei finden wir noch rechtzeitig den riesigen Supermarkt Cora in Colmar-Houssen und können trotz der fortgeschrittenen Zeit entspannt einkaufen, denn die Pforten schließen in der Woche erst um 21 Uhr (samstags bis 20 Uhr geöffnet – sonntags geschlossen).

Wie immer in Frankreich kann meinereiner nicht umhin, die riesige Auswahl an Milchprodukten zu bestaunen: ein echtes Paradies für Jogi-Freunde!
Auch die Freundlichkeit und Geduld der französischen Verkäufer/Kassierer/Bürger ist immer wieder schier unglaublich: trotz Freitag und kurz-vor-Supermarkt-Schließung lässt sich niemand aus der Ruhe bringen, als zwei Deutsche an einer Kasse eine Riesenschlange verursachen, weil einer der beiden zurücklaufen muss, um die vergessenen Tomaten auszuwiegen 😉

Als wir unseren „Großeinkauf“ auf der CBF verstaut haben (Norby, mein Held! *g*), geht es im Schneckentempo zuürck nach Haus, denn noch haben wir keinerlei Erfahrungswerte, wie kippsicher ein längs aufgeschnallter, mit lediglich zwei kleinen Bändern verzurrter Louis-Packsack ist, der neben „Lebensmittel-Grundausstattung“ auch seeehr wertvolle Kronenbourg-„Glasfracht“ beinhaltet…
– Wer wissen möchte, wie es sich mit ’ner tickenden „Glasbombe“ fahren lässt, wende sich einfach vertrauensvoll an Norbert! 😉

Zu platt zum-zum, lassen wir den Abend bei einem gepflogenen Bierchen in unserer gemütlichen Ferienwohnung ausklingen.


Gefahrene Kilometer: 567 km (incl. Einkaufsfahrt)

 

Samstag, 27. September 2008

– Col-Gewöhnungstag –

(km-Stand: 12.167)

Nach einer erholsamen Nacht in dem supergemütlichen großen Bett, (über dem ein herrliches großes Bild vom Mont Saint Michel hängt) ergötzen wir uns an einem leckeren französisch-deutschen Frühstück und brechen gegen Mittag auf, um die Gegend zu erkunden.

Nach der Lektüre der Bücher „Fun-Tours Elsass. Motorrad-Touren regional

und „Elsass und Vogesen: Roadbooks Karten Tipps

entscheiden wir uns für die „Col-Eingewöhungs-Tour“ durch den Sundgau, zumal auch der ADAC die Strecke rund um die Schweizer Grenzer in seiner Tourenkarte Elsass/Schwarzwald eingezeichnet hat.

Zunächst ist der Weg recht öde, denn es geht von Colmar über die stupide N83 nach Mulhouse. Nachdem wir dem Gewirr der City entkommen sind, finden wir tatsächlich irgendwann den Ausgangspunkt „Brunstatt“, wo die D21 beginnt (am Besten, man orientiert sich Richtung „Zoo“).

Die Strecke über Steinbrunn-le-Bas und Koetzingue bis ca. 1 km vor Folgensbourg erweist sich als nett geschwungen und erinnert ein wenig an das Touren im Vogelsberg.

Als der Himmel sich in unserer Fahrtrichtung merklich zuzieht, weichen wir von unserer ursprünglichen Routenplanung ab und schwenken um nach Altkirch. Nach einer kleinen Irrfahrt durch den Ort, stürmen wir den dortigen „Super U“, entdecken dort den wahrscheinlich besten Bäcker des ganzen Elsass und lassen uns nach dem Einkauf vor dem Laden zum Kaffee und Bretzel/Quiche-Essen nieder.

Frisch gestärkt beschließen wir, der von unserer Vermieterin empfohlenen „Route des Vins“ zu folgen, die sich malerisch an den Weinhängen entlangschlängeln soll.

In Cernay suchen wir uns die D5 und fahren über Uffholtz, Hartmannswiller, Soultz Haut Rhin, Guebwiller und Soultzmatt auf die D40. Trotz der Beschilderung zur Weinstraße (man achte stets auf die Symbolschilder mit Richtungspfeilen!) verlieren wir irgendwann den weiteren Weg. Macht aber nichts, denn nach dem fünften Dorf wird diese 50-30-50km-Stop-and-Go-Rumeierei sehr eintönig und sei das Nest noch so hübsch!

Ehe wir uns versehen, geht es über eine nette schmale, aber sehr gute Straße bergauf. Nachträglich stellten wir fest, dass wir endlich den ersten „Col“ „bezwungen“ hatten: den „Col du Firstplan“.

Über die D1V hangeln wir uns über Gueberschwihr und Hattstatt wieder herab (sehr schöne Kurven und eine kleine Kehre), bevor uns die D83 zurück nach Colmar führt.

Abends erfreuen wir uns nach bzw. bei frischem Baguette und einem kühlen Kronenbourg an der neuen im Supermarkt für 4,50 Euro ergatterten Michelin-Department-Karte Nr. 315 (Bas-Rhin, Haut-Rhin, Territoire de Belfort). Die Genauigkeit (1 cm = 1,5 km) stellt die in Deutschland besorgte Die Generalkarte Vogesen, Elsass, Schwarzwald 1 :200 000 um Längen in den Schatten und erweist sich die Tage drauf als treuer und zuverlässiger Begleiter.

Gefahrene Kilometer: 189 km

 

Sonntag, 28. September 2008

(km-Stand: 12.356)

Sonntag ist Col-Tag!

Gutgelaunt schwingen wir uns bei absolutem Traumwetter nach dem Frühstück auf unsere Möppis und steuern erneut und ein weiteres Mal „Ingersheim“ an, von wo kurz vorher die N415 Richtung Kaysersberg abzweigt. Leider haben wir keine Zeit, um uns den Geburtsort des 1965 verstorbenen Friedensnobelträgers Albert Schweitzer näher anzuschauen, denn der „Col“ ruft! (Insiderwitz! *sfg!*) So düsen wir die gut-ausgebaute Straße hoch bis zum „Col du Bonhomme“, auf dem dank Wochenende und suuuper Wetter reges Treiben herrscht.

   

Just oben angekommen hat man tatsächlich die Qual der Wahl:

links herum
auf der Route des Cretes
zur „Col de la Schlucht?“
rechts herum
auf der Route des Cretes
über den „Col des Bagenelles“
nach Saint Marie-aux-Mines?
oder geradeaus
Richtung Saint Die?

Vielleicht auch einfach nur Shoppen im ansässigen Andenkenladen oder Kaffeetrinken in einem der beiden Lokale links bzw. rechts der Straße???

Wir entschließen uns zunächst für die Strecke geradeaus nach Plainfaing und drehen dort ab auf die D23 über den Col du Louchbach und Le Valtin bis Xonrupt-Longemer.

Nachdem in einem Vogesen-Bericht der Campingplatz „Belle-Rive“ positiv erwähnt wurde, machen wir dort einen kurzen Stop. Von der erwähnten Imbiss- und Kaffeebude fehlt zwar jede Spur, aber immerhin hat man vom Campingplatz aus einen sehr schönen Blick auf den „Lac de Longemer“.

Komisch: wir haben Urlaub und darüber hinaus ist auch noch Sonntag und wir mitten in dieser tollen Landschaft, an der man sich einfach nicht sattsehen kann – und wir?? Haben einfach absolut gaaar keine Zeit, die Schönheit dieser tollen Umgebung zu genießen: schließlich gibt es noch sooo viel zu entdecken(!?)

(Warum nur hat man in dieser Gegend einfach den Eindruck, man könnte irgendetwas Wichtiges verpassen???)

Nach einer kurzen Zigarettenpause geht’s weiter über die D417 bis zum Col de la Schlucht. Da diese am heutigen Tag wegen Überfüllung eigentlich geschlossen werden müsste, verkneifen wir uns den Foto-Stop und biegen direkt links auf die „Route des Cretes“ (D61) ein. Nach superschönen Kurvenkombinationen über den Col du Calvaire und die D148 treffen wir erneut auf den Col du Bonhomme. Nach einem kurzen Kaffee-Stop ziehen wir weiter über die D148/D48 bis Ste Marie-aux-Mines (über den Col de Pre Raves und den Col des Bagenelles). Absoluter Kurvenkoller!!!
… auch wenn die sichtlich „Lebensmüden“ hinter uns offenbar eine gaaanz andere Einstellung dazu hatten… 🙂

   

Die sich anschließende N59 bis Chaterois hat dahingegen absolut gar nichts zu bieten. Wesentlich interessanter wird es wieder auf dem Weg

über Kintzheim – St.Hippolyte – Bergheim – Ribeauville und Ostheim: die D35 hat so manche schöne geschwungene kleine Kurven zu bieten!

Als der Magen Laut gibt, schwenken wir ab auf die N83 nach Colmar und nehmen Kurs auf Ingersheim bzw. Wintzenheim, lassen uns dort im Buffalo-Grill nieder und genießen (angeblich fettarme) Büffel-Steaks mit grünen Bohnen (Kann man davon satt werden??? – Vielleicht! Wir jedenfalls waren es danach nicht wirklich…)


Glücklich und zufrieden kehren wir nach den letzten Metern durch Dunkelheit und langsam durch die Kleidung kriechende Kälte zurück zu unserer Ferienwohnung und können den nächsten Tag kaum erwarten.

Gefahrene Kilometer: 174 km

Montag, 29. September 2008

– Col-Tag! –

(km-Stand: 12.530)

Um 12 Uhr starten wir – wie immer – zunächst Richtung Ingersheim und nehmen dann die D10 Richtung Ribeauville.

Zum Wachwerden geht es per D416 über den „Col Haut de Ribeauville“ (nette Kurven, aber ein absoluter Gut-Wetter-Col, denn zwei der zahlreichen Kehren sind mit Kopfsteinpflaster gepflastert… – die Ortskundigen haben allerdings netterweise vorgesorgt und diese extremen Ecken mit entsprechenden 30-km/h-Straßenschildern ausgestattet…)

In Sainte Marie-aux-Mines angekommen steuern wir die D459/N59 an, um auch einmal über den Col de Ste-Marie gefahren zu sein (absolut unspektakulär!). Bei Le Giron schlagen wir uns auf die D23 Richtung Ban-de-Laveline und fahren über den Col du Platfond und Col de Mandray bis Fraize.

Von dort aus nehmen wir die D415 bis Arnould und biegen auf die die D8 bis Gerardmer ein.

  >   >   >

Danach geht es über die D486 über den Col de Feignes und den Col de la Grosse Pierre bis La Bresse. Die Strecke ist selbst für Bergfeiglinge traumhaft:
superschön geschwungene Kurven und ein extrem guter Belag – dazu noch leicht zu fahren (nur eine Kehre kurz vor dem Ort La Bresse)…*schwärm!*

Unten im Tal in La Bresse angekommen, legen wir einen kurzen Halt ein, um in der „Bar Chez Tetin“ einen Kaffee zu schlürfen (Grand Cafée: 2,70 – Cappucino: 3,20).

Bereits kurze Zeit später erreichen wir Cornimont, fahren über den Col du Menil (Lachnummer!) nach Le Thillot und nehmen schließlich die N66 Richtung Bussang.

Nachdem die beiden Busse vor uns endlich abgebogen sind und wir das Wohnmobil überholen konnten, halten wir Ausschau nach der „Source de la Moselle“. Schade: weder haben wir ein solches, noch ein Schild „Col de Bussang“ gesehen. Ehe wir uns versehen befinden wir uns auch schon auf dem kehrendurchzogenen (aber sehr breiten, gut-ausgebauten) Abfahrtsweg.

Nach Urbeis, Ranspach-Willer, Thur und Thann erreichen wir Cernay und erkunden den dortigen E.Leclerc. Leider kann der Laden kaum mit dem letzte Tage in Altkirch angetesteten Supermarkt-Bäckerei-Imbiss mithalten. So geht’s halt zum Kaff-Trinken zu McDonalds, das direkt gegenüber liegt.

Die Col’s rufen laut, doch mittlerweile dämmert’s ein wenig. So langweilen sich unsere Möppis anschließend ’nen Ast auf der N83 bis Colmar.

Nachdem sich in der City ein Parkplatz gefunden hat, eilen wir hungrig durch diverse Gassen, wobei die Antennen eindeutig auf Imbiss bzw. Dönerbude ausgefahren sind (alle Gourmets bitte schnell weghören!) – aber: offenbar haben wir im falschen Viertel geparkt! Zwar können wir uns dort mit Tabakwaren eindecken (wo Norbert mal wieder mit seinem fantastischen Schulfranzösisch glänzt!), aber ein geeignetes „Abendlokal“ ist auf die Schnelle nicht zu orten.

So begnügen wir uns mit einem Besuch bei Flunch (eine Art gutbürgerliches McDonals), wo man zwischen mehreren Fleischsorten wählen kann und sich dann soviel „Drumherum“ – Pommes, Kartoffelpü, Gemüse, Salat – nimmt, wie man gerade möchte). Naja, vom Hocker gehaun hat’s uns nicht wirklich, aber immerhin war es ganz ok, zumal um Welten besser als diese ollen ekligen Flammkuchen und immerhin verlassen wir satt und lediglich um 15 Euro leichter diesen seltsamen Laden…

Gefahrene Kilometer: 215 km

Dienstag, 30. September 2008

– Nicht-wirklich-fertig-Tour –

(km-Stand: 12.745)

Bereits beim Frühstück pflegt das Wetter heute morgen ein wenig zu zicken: „Nur südlich der Donau bleibt’s freundlich“, traute sich der TV-Wetterfrosch am Vorabend zu orakeln.

Ein Tag ohne Col-Nähe ist kein Tag: bevor wir uns auf zur geplanten Schwarzwald-Tour machen, ist uns daher zunächst nach einer „Reifenwarmfahr-Runde“ zumute und so cruisen wir zunächst über die N415 Richtung Kaysersberg bis Hachimette.

Schade, falscher Anfahrtsweg, denn eigentlich sollte es anders sein. Macht aber nichts, denn die Route links ab auf die D48 nach Orbey wirkt vielversprechend. Nachdem wir auf der D11 Richtung Les-Trois-Epis und die RECHTE(!) Abfahrt nach Turckheim genommen haben, sind wir wie in Trance: eine absolut traumhafte Strecke mitten in einer wieder einmal wunderschönen Landschaft!!!

Leider bleibt keine Zeit zum Foto-Stopp, um den kleinen quierligen Fluss neben der Straße (die „Fecht“) fototechnisch festzuhalten; da aufn den Bergen nicht nur Regen, sondern auch extremer Sturm gemeldet ist, soll es schließlich noch rüber in den Schwarzwald gehen.

Über die N415 (diese häufig absolut schnurgerade Straßenart sollte man mit dem Motorrad unbedingt meiden!) fahren wir über Neuf-Brisach weiter nach Deutschland. Nachdem Breisach passiert ist, nehmen wir die Badische Weinstraße hoch bis Emmendingen, halt am Fuße des netten, 557 Meter hohen Hügelchens vulkanischen Ursprungs (den „Kaiserstuhl„) entlang.

In Denzlingen angekommen, dürstets unseren Moppeds. – Uns auch!!!
So lassen wir die zu dem Zeitpunkt längst „satten“ CBF und Bandit am Straßenrand stehen und lassen uns in einer der beiden dorfansässigen Eisdielen nieder.

Da der Himmel sich zugezogen hat und hier und da auch bereits einige Tropfen ablässt, lassen wir uns bewusst draußen unter den Schirmen nieder und bestellen – jetzt erst recht! – einen „Tartufo“-Becher und einen „Papa Stracciano“ (Straciatellabecher).

Leider zeigt sich der Wetterfrosch durch diese Aktion kaum beeindruckt: als wir anschließend Richtung Glottertal weiterfahren, nieselt es lustig weiter und kaum geht es bergan Richtung Sankt Peter regnet es sich so richtig ein. Nach einer kurvigen Anfahrt oben im Ort angekommen, halten wir freiwillig an, um uns in unsere Regenkombis zu schälen.

Dank Schlechtwetter verzichten wir auf die Weiterfahrt zum Titisee, der Ravennaschlucht (und somit auch auf die Panoramastraße B500). Stattdessen nehmen wir die Abkürzung über Stegen nach Kirchzarten und fahren über die B31 (Grüne Straße) über Freiburg nach Breisach.

Zurück in Frankreich halten wir in Vogelsheim (neben Neuf-Brisach), um im dortigen Intermarchée einzukaufen (Achtung – schließt um 19 Uhr!)

Abends zu Haus müssen wir das ausbaden, was wir eingekauft haben: es gibt Hackkartoffelauflauf-Pampe mit frischem „Pain a la Campagne“ (letzteres zumindest schmeckte sehr gut!) *g*

Gefahrene Kilometer: 198 km

Mittwoch, 01. Oktober 2008

– Das-Wetter-wird-echt-mies-Tour –

(km-Stand: 12.943)

Die Vortages-Wettervorhersage on TV (ARD) versprach – wie bereits den Tag zuvor – nix Gutes; im Gegenteil: vorhergesagt war immer stürmerisches Wetter mit extremen Sturmböen, vor allem auf den Bergen!

Was kümmert’s uns? Immerhin fehlt uns noch der Col der la Schlucht aus Richtung Munster angefahren, somit steuern wir ihn heute zunächst völlig unbeeindruckt an.

Als sich kurz vor Munster (bei Muniele) die Schleusen öffnen, drehen wir kleinlaut um und beschließen, einfach der Himmelsfarbe nachzufahren. Leider ist es auch Richtung Belfort recht duster: so cruisen wir halt in der näheren Umgebung von Colmar herum und landen – nachdem der Wind langsam aber sicher auch extrem arg ins Land bläst – immerhin trockenen Fußes in Neuf-Brisach.

Ja guck(!) – da wollte Norbert letzte Tage ohnehin unbedingt mal hin!! 😉

Nach einer kleinen kurzen Kultur-Tour durch den sicherlich sehr geschichtsträchtigen, aber so gut wie ausgestorbenen Ort…

… lassen wir uns im Café direkt am großen Marktplatz nieder, besiedeln einen der drei dort draußen stehenden Tische und lassen uns die Nasen bei Kaffee und Schoko-Brioches von der schelmisch-dreinblickenden Sonne kitzeln.

Wie nun weiter, wenn die Maschinen dank Extrem-Wind kaum zu halten sind???

Am besten nicht direkt, sondern über (geschützt-liegende) Käffer: Bei unserer Weiterfahrt schneiden uns dicke dunkle Wolken leider den direkten Weg nach Colmar ab: „rechts“ ist es wesentich heller, drum schlagen wir einen Bogen über Marckolsheim und fahren ein kurzes Stück Schwarzwald bis nach Breisach. Offenbar verspricht die Durchfahrt mehr, als die City selbst halten kann (oder waren wir nur nicht an den richtigen Stellen?) – Wie dem auch sei, stellen wir unsere Motorräder in der Stadt ab und laufen hoch zum St. Stephansmünster (auf dem Münsterberg von Breisach), um den trüben Blick auf’s Elsass bewundern und zu erkennen, wiiiie windig es „oben“ denn wirklich sein kann!

 

Trotz zahlreicher Sturmböen erreichen wir letztendlich heil und sogar trockenen Fußes Colmar und kaufen im dortigen E.Leclarc das Abendbrot ein. Unsere Wahl fällt auf „Nuggets Fromage“ „Escalope Tomate/Mozarella“ und „Cordon Bleu von Piq Express“, dazu: grüne Bohnen, Spargel und „Pain al la Campagne“…

Leute! Tut Euch sowas niiiemals an!!!

Auch als Nicht-Gourmet kann ich Euch sagen: das Zeugs schmeckt derart künstlich, dass einem schlecht werden kann! (… aber der Spargel war ganz lecker!) *g*

Da wir bereits gegen 19 Uhr zurück in unserer Ferienwohnung sind, schaffen wir es zumindest erstmalig, abends noch einmal einen Spaziergang zu machen. Dabei müssen wir erstaunt feststellen, dass das Städtchen Colmar offensichtlich eine Menge Schönes zu bieten hat…

Gefahrene Kilometer: 127 km

Donnerstag, 02. Oktober 2008

– Storchen-und-sonst-nix-Tour –

(km-Stand: 13.070)

Wie immer fängt der Tag erst einmal vielversprechend an: trotz des spätabends einsetzenden mitunter heftigen Regens ist es heute Morgen erst einmal trocken…

Just als wir fertig-bekleidet auf unseren Möppis sitzen, fängt es leicht an zu nieseln, obwohl nicht eine dunkle Wolke über uns steht (Wie geht das???)

Was soll’s? Ab dafür und dadurch!

Erstes Ziel unserer Tour lautet „Munster“: immerhin soll es dort vor „cigognes“ (Störchen) nur so wimmeln…

Nach einer teilweise sonnenbegleiteten Fahrt durch das schöne Münstertal erreichen wir die Stadt. Kaum haben wir unsere Maschinchen abgestellt, hören wir das eindeutige Flirt-Geklapper dieser extrem galanten Riesenvögel. Und in der Tat: auf dem Kirchendach und den umliegenden Häusern erblicken wir fasziniert derart viele Störche, wie man sie in Deutschland wohl das ganze Jahr über nicht zu sehen bekommt.

Kaum haben wir auch nur einen Gedanken an die „Col de la Schlucht“ verschwendet, zieht es sich über der Stadt bedrohlich zu. Da auf unserem Plan noch Riquewihr und Ribeauville stehen, machen wir uns zügig vom Acker.

Von der N417 biegen wir recht bald in eine kleinere Straße links ein und landen in Turckheim. Aufgrund des Wetters verkneifen wir es uns, an der schönen rechts der Straße sprudelnden „Fecht“ anzuhalten (MANNO! …und WIEDER kein Foto von diesem supertollen Augenschmaus…!!!). Als wir kurz vor Ortsausgang links abbiegen wollen, schüttet es plötzlich wie aus Kübeln.

Im Hinblick auf die Heimfahrt tagsdrauf machen wir uns Sorgen, ob wir unsere Klamotten auch rechtzeitig trocken bekommen können und fahren daher zu unserer Ferienwohnung zurück. Fix die Klamotten gewechselt machen wir uns zu Fuß auf zu einer „Weicheier-Colmar-Stadtbesichtigung“:

      www.maisondestetes.com

Tja, da haben wir die Hauptstadt des Departements „Haut-Rhin“, am Ausgang des Munstertals in der Rheinebene (an den Ufern der Lauch) nun ausgiebig erkundet und müssen feststellen: die Stadt ist auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Neben einem superschönen mittelalterlichen Stadtbild mit Fachwerk- und Renaissance-Häusern erwarten die Besucher superschöne Sehenswürdigkeiten wie „Klein Venedig“ (Petite Venise) im „Krutenau-Viertel“ (quartier de la Krutenau), wunderschöne skulpturenverzierte Häuser und noch viel mehr…(!)

Aber Achtung: auch in einem solch schönen Ort werden die Läden-in-der-Innenstadt-Bordsteine bereits gegen 18:30 Uhr hochgeklappt!

Auffallend jedenfalls: alle Wege führen irgendwie wieder zum Ausgangspunkt zurück und die limetten-grünen Ampelmännchen sind viel heller als anderswo:

Da wir gerade (leider!) an unserem letzten Abend angekommen sind, möchten wir gern noch einmal so richtig schön essen gehen: das allerdings erweist sich als „Flammkuchen-Verschmäher“ als gar nicht so einfach!

Nach einiger planlosen Sucherei finden wir allerdings doch noch ein Restaurant, das uns anspricht (oder sprach da einfach der Hunger???): das „Au Chasseur“.

Die „offene Pizza Calzone“ und die “ Pizza Alsacienne“ (ohne Speck) für 8 bzw. 9 Euro betören zwar durch ihren verkokelten Rand, schmecken aber ganz passabel und sind wesentlich besser, als die Selbstversuche der Vortage. Das große Bier bzw. Panachée schlägt allerdings gleich mit jeweils 5 Euro zu Buche! Trotz allem kehren wir satt aber – aufgrund der bevorstehenden Abreise am Folgetag – unzufrieden zu unserem Domizil zurück. 😉

Gefahrene Kilometer: 44 km (*schääääm*)

Freitag, 03. Oktober 2008

– Nu-geht’s-zurück-in-die-Heimat-Tour –

(km-Stand: 13.114)

Start: 11:10 Uhr

Nachdem wir die Ferienwohnung-Schlüssel um 11 Uhr abgegeben haben, starten wir – die Regenkleidung direkt übergestülpt – durch Richtung A35 (Richtung Strasbourg). Statt rechtzeitig auf die deutsche Rheinseite (wo es doch extrem dunkel aussieht) abzubiegen, fahren wir durch Strasbourg und bleiben auf der A35 bis zur deutschen Grenze bei Lauterbourg (der am östlich gelegensten Stadt des französischen Festlands)

Danach geht’s über die B9 bis zur Autobahn A65 (Auffahrt Kandel) und am Autobahnkreuz Mutterstadt auf die A61.

An der Raststäte Wonnegau-Ost (bei Worms) erhalten wir beim Tanken (1,484 pro Liter Super) einen Restaurant-Ermässigungsschein, der uns sehr gelegen kommt. Prompt halten wir an der Raststäte, schnappen uns im „Axxe-Restaurant“ einen großen (mit 2,45 Euro überteuerten) Pott Kaffee und verspeisen eine große Frikadelle mit Bratkartoffeln bzw. Gemüse (recht lecker und preistechnisch gesehen mit 7,20 Euro ganz ok).

Just vor dem Weiterfahren kommt auf dem Parkplatz dann zufälligerweise endlich mal ein Schnapszahlenfoto zustande:

Zurück auf der Autobahn braken wir weiter bis zum Autobahnkreuz Alzey und von dort aus auf die A63 bis Mainz.

Irgendwie hatte ich gehofft, ein Hinweisschild auf die A3 zu finden, aber Pustekuchen: so fahren wir mitten durch Mainz und (da wir auch weiterhin keine Lust zum Anhalten verspüren, um die im Tankrucksack befindliche Straßenkarte umzuklappen) weiterhin im Blindflug Richtung Wiesbaden.

Letztendlich geht es halt über Landstraßen; (eh angenehmer, allerdings nicht unbedingt, wenn eine dicke dunkle Wolke über einem schwebt, die irgendwann nicht mehr an sich halten kann…) bis Limburg.

Da auf der gesamten Strecke kein einziges nettes Cafe am Straßenrand zu orten ist, fahren wir – trotz längst überfälliger Pause – auf der Landstraße weiter Richtung Siegen (Norberts Finger drohten langsam aber sicher einzufrieren!!!).

Schließlich halten wir in 56477 Rennerod, nachdem wir dort eine Eisdiele erblicken. Leider bietet man dort nur einen Außenverkauf an. Kurz im Hotel Röttgers nachgefragt können wir dann jedoch (bereits kurz vor der eigentlich Öffnungszeit um 17 Uhr) in der dahinterliegenden „Gaststätte zur Scheune“ Platz nehmen und genießen ziemlich durchgefroren ein Kännchen Kakao mit Sahne am lodernden Kamin. In einem solchen Moment nimmt man wohl auch den fürstlichen Preis (6,80 Euro pro Kännchen!) absolut stillschweigend in Kauf…

Lange können wir die Auszeit nicht genießen, immerhin liegen noch einige Kilometer vor uns.

Nachdem Norbert seine dicken Handschuhe aus dem Packsack und meinereiner die Fleece-Jacke aus dem Tankrucksack gekramt haben, fahren wir fix weiter. Die Strecke bis zur Autobahnauffahrt Siegen (A45) zieht sich – dank erneut einsetzenden Regens – einfach endlos!

Kaum auf der Autobahn steuern wir auch schon die Raststätte Sauerland-Ost (in Lüdenscheid) an, wo wir sage und schreibe für 1,534 Euro/Liter tanken (verdammt teures Pflaster hier!). Als wir nach einem Kaffee (2,50 Euro), Milchkaffee (2,90 Euro), Frikadelle mit Bratkartoffeln bzw. Käsebrötchen zurück zu unseren Motorrädern kehren, dämmert es zunehmend und kaum sind wir zurück auf der blöden Autobahn wird es dank Regen inclusive Dunkelheit so rich-tig(!) mies!

Die letzten Kilometer ziehen sich wie Kaugummi und zu allem Übel verpassen wir aufgrund der eingeschränkten Sicht auch noch die korrekte Ausfahrt (merke: man muss unbedingt die Auffahrt zur A2 nehmen!!!)

So bleibt uns keine andere Wahl als im Zuge der Schadensbegrenzung die Ausfahrt „Castrop/Henrichenburg“: zu nehmen. Generell zwar noch vertretbar, aber wer hat schon Lust (wenn eh schon nass und dunkel) noch einmal quer durch Datteln fahren zu müssen???

Schließlich erreichen wir gegen 20:30 Uhr nach 532 gefahrenen Kilometern unsere Heimat…

Fazit der Tour:

End-Kilometer-Stand: 13.646 – gefahrene Kilometer: 2.047 Kilometer

Elsass???

… verdient wegen seiner Lage in der oberrheinischen Tiefebene die Attribute „regenarmes, mildes Klima“ und ist allein deshalb schon prädestiniert für Motorradtouren…

… Kann selbst in der Nachsaison mitunter schon recht voll sein…

Die netten kurvigen Strecken zwischen den zahlreichen Nestern kosten eine Unmenge an Zeit – Zeit, die halt fehlt, um all die tollen „Col’s“ ansteuern zu können!

Viele nette kleine Orte, aber für beides (Stadtbesichtung UND Cols fahren) hat der Tag einfach zu wenig Stunden!

Vogesen???

Immer wieder auf’s Neue!!!

… zumal unendlich viele Cols noch auf unsere Entdeckung warten!

Colmar???

Suuuper-Ausgangspunkt für Touren in die südlichen Vogesen die Schweiz oder den Schwarwald (so das Wetter passt!)

Gut zu wissen: (Vokabeln – deutsch/französisch)

Gipfel: la crete (le sommet)

Berg: le mont/la montagne

Gebirgspass/Übergangspass: le col (ital. passo/colle)

Kurve: le virage

Serpentine: la serpentine

Spitzkehre: le virage serrée

Haarnadelkurve: le virage en éepingle a cheveux

(längere) Schlucht: gorges

(kurzer) Engpass: défilé (ital. gola)

hochgelegener Pass/Joch: ??? (ital. giogo)

(niedriger) Pass/Sattel: ??? (ital. sella)

Straßenschild – Rollsplit: gravillons

Straßenschild – Baustelle: chantier

 

Beim nächsten Mal unbedingt fahren:

Wintzenheim D417 bis Munster

Stosswihr – Hohrodberg – Collet du Linge – Col du Wettstein (D48) – rechts ab D48II bis Orbey – D11 über Trois-Epis bis Turckheim (oder ab Orbey auf die D48II über den Col du Calvaire – D148/D61 bis zur Col de la Schlucht und die D417 runter bis Stosswihr/Munster, aber Achtung, hier Staugefahr!)

D10 Ribeauville – Bergheim – D35 über Scherwiller bis Andlau – D425 Le Hohwald (Wasserfall!) – Col du Kreuzweg – Col du Charbonniere – Champ du Feu – D214 über Neuntelstein bis Klingenthal – Obernai D35 bis Barr

D417 Col de la Schlucht

D430 Le Hohneck – Col du Herrenberg – Col de Hahnenbrunnen – Le Markstein – D430 bis Lautenbach

Klingenthal D214

Neuntelstein bis Champ du Feur – Col de la Charbonniere – Col de Steige – Col d’Urbeis D23 – runter nach Lubine – D420/N159 – D459

Rheinfall in der Schweiz:

Schloss Laufen: Zugang zur Plattform „Fischetz“

Festung von Belfort (84 km ab Colmar)

Ferrette (86 km ab Colmar)

Trimbach (größter Motorradtreff in der Schweiz Nähe Olten – 122 km)

… und natürlich ist auch noch einmal der Schwarzwald mit Ravennaschlucht, Titisee usw. usf.

Vom Norden aus anfahren:

  • Badonviller (111 km bis Colmar)
  • Dabo (96 km bis Colmar)
  • Tour ab Andlon (43 km bis Colmar)

Weiterführende Links:

www.frankreich-sued.de/regionen-server/elsass/elsass.htm

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014