Vogelsberg

Print Friendly, PDF & Email

Pfingsttour zum Vogelsberg

vom 09. – 12.05.2008

  

Freitag, 09. Mai 2008

(km-Stand: 8.795 – Norby: 2.216 – Anfahrt: 249 km

Gegen 14:20 Uhr rollen unsere Motorräder vollbepackt los zur "großen" Pfingsttour und wir beide strahlen mit der Sonne um die Wette.

Um schnellstmöglich anzukommen, wählen wir die öde Anfahrt über die A45 und fahren – wie bereits zwei Wochen zuvor – in Waltrop (bzw. DO-Mengede) auf die Autobahn auf. Obgleich es richtig schön lecker-warm ist, weht auch heute ein gar nicht zu den hohen Temperaturen passender ätzend-böiger Wind.

Kurze Zeit später gibt’s ein Deja-vu: denn auch diesmal machen wir die erste Rast an der "Rövelder Mühle", um unseren durstigen Kehlen mit O-Saft und Wasser gerecht zu werden. Die Hitze steigt offenbar einigen Autofahrern zu Kopf: so bietet sich uns direkt vor unseren Augen ein Schauspiel der Extraklasse, als zwei ausgewachsene Männer sich beinahe prügeln, weil der eine offenbar beim Kinderspielchen "welches Auto ist das schneller" auf der Bahn verloren hat. Glücklicherweise hat einer der beiden gerade noch rechtzeitig ein Einsehen und verschwindet, bevor die Situation endgültig eskaliert.

Kaum sind wir wieder "on the road" erblicken wir lange vor Olpe mit Entsetzen die Warnblinkanlagen der vor uns fahrenden Dosen und stehen – ehe wir uns versehen – im schönsten Stau. Zwar geht es zähfließend weiter, aber es macht nicht wirklich Spaß, die Abgase der LKWs einzuatmen. Leider bietet sich auch nur zu selten die Möglichkeit, sich durchzuschlängeln…

Zwischendurch gibt es zwar lichte Momente, letztendlich tockern wir jedoch bis zur Raststätte "Siegerland" im Schneckentempo voran. Dort sind wir unseren strapazierten Kupplungshänden gnädig und machen Pause, stellen erschrocken fest, dass die Uhr bereits 18 Uhr geschlagen hat, lassen es uns aber nicht nehmen, in aller Seelenruhe einen Kaffee zu schlürfen.

Der restliche Weg auf der Autobahn gestaltet sich dann freier; allerdings ist meinereiner heilfroh, als wir endlich die Ausfahrt 30 (Wetzlar-Ost) erreichen. Nach einer kurzen Kreiserei durch Gießen finden wir dann doch die B457 und fahren über Fernwald/Steinbach/Lich auf die L3481 bis zu unserem Zielort.

Im kleinen Örtchen Laubach wundern wir uns zwar über die freundlichen Leute, die uns – ganz gleich ob groß oder klein – zuwinken, denken uns aber nichts dabei und fahren direkt weiter bis zum Caravanpark Laubach, wo wir einige Tage zuvor eine Ferienhütte reserviert hatten.

Auch auf dem Campingplatz werden wir trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit (immerhin war es bereis 19:45 Uhr) sehr herzlich von den Eigentümern Saskia Dekker-Kohl und Wolfgang Kohl empfangen. Das Einchecken gestaltet sich so unbürokratisch wie nie zuvor erlebt und neben Schlüssel, Infomaterial und Vogelsberg-Tourenkarten gibt man uns sogar zwei Ständerbrettchen für unsere Möppis mit! Außerdem können wir uns direkt Brötchen für den Brötchenservice am nächsten Morgen aussuchen…

By the way erfahren wir hier auch, was genau in Laubach gerade los ist und woher die freudige Winkerei der Leute rührte: im dörflichen Schlosspark haben sich die "Blue Knights" zum großen Europatreffen versammelt.

Unsere Ferienhütte mit überdachter Veranda zeigt sich erstaunlich geräumig und supergut ausgestattet (u.a. Fernseher, Kaffeemaschine, Mikrowelle, Musikanlage) und die Betten sind netterweise schon bezogen (Achtung: Bettwäsche muss vorab bestellt werden!). Im Haus selbst herrscht zwar Rauchverbot; dies ist angesichts des superschönen Wetters aber kaum tragisch..

Nachdem wir unsere Sachen in die Hütte getragen hab, fahren wir nochmal fix los um einzukaufen (der REWE vor Ort hat Mo – Sa bis 22 Uhr geöffnet!). Dabei fahre ich erstmals bei Norby "Huckepack", was schon extrem ungewohnt ist 😉

Nachdem wir uns mit dem Notwendigsten ausgestattet haben, kreisen wir noch einmal kurz durch den Ort und lassen uns auf Anraten von Passanten in der Dönerbude Aydin (Stiftstraße 14) nieder. Norby’s Dönerteller sieht ganz gut aus, meinen mexikanischen Speisekartenausflug (irgendson Käse-Pizzabrot, das allerdings aus Blätterteig besteht) hätte ich mir allerdings besser geklemmt.

Pappsatt machen wir uns danach auf zum Campingplatz, begutachten die dortige kleine Kneipe und beschließen, dort auch einmal zu speisen (was wir allerdings an keinem der folgenden Tage schaffen sollten) und lassen den restlichen Abend auf der Terrasse ausklingen. Im angrenzenden Wald tummeln sich spät abends garantiert Wolpertinger: oder welches Tier sonst krächzt wie eine Krähe, um direkt kurz danach in ein heiseres Gebell zu verfallen????? 😉

P.S. "Licher" schmeckt mir persönlich übrigens nicht wirklich gut…

   

Samstag, 10. Mai 2008

(km-Stand: 9.044)

An diesem Morgen werden wir unverhältnismässig früh wach; dabei stört uns doch (trotz des vollen Platzes und der vielen Kinder) kein Mensch?

Als wir die Terrassentür öffnen, liegen dort bereits unsere Brötchentüte und so macht es umso mehr Spaß, direkt die Kaffeemaschine anzuwerfen und den Tag mit einem leckeren Frühstück beginnen zu lassen. Danach bedauern wir den einzigen Nachteil unserer Ferienhütte: der Schattenplatz. Generell drängt die Sonne erst gegen Mittag so langsam zur Terrasse vor, was uns veranlasst, die Terrassenstühle auf die Wiese vor die Hütte zu plazieren, um uns dort ein wenig in der Sonne zu aalen, bevor wir uns dann kurz vor Mittagsruhe (und Fahrzeug-Fahrverbot = 13 Uhr!) um 12:30 Uhr endlich aufraffen, uns in unsere Motorradsachen zu schälen und zu starten.

Geplant ist, die erste Tour der "Vogelsbergkarte" in Angriff zu nehmen. Allerdings weichen wir bereits kurz nach dem Losfahren davon ab; die Straße ist einfach so buckelig, dass in mir die erste Krise schwelt.

Nachdem wir auf direkterem Wege nach Nidda gefahren sind, finden wir den Anschluss wieder und kurven über nette, teilweise bewaldet-schattige Straßen nach Wächtersbach im Kinzigtal. Spätestens hier ruft der Kaffeedurst; wir verlassen die vorgegebene Route und lassen uns in Altstadtnähe in einer Eisdiele nieder. Erdbeer- und "Menthe-"-Becher sind zwar ganz lecker, jedoch muss man hier noch lernen, Eisportionen in korrekter Größe zu kredenzen *fg*. Nach einem darauf folgenden Kaff fahren wir schnell weiter, bevor wir endgültig vor Hitze zerfließen.

Weiter geht’s und ehe wir uns versehen, haben wir eine falsche Abzweigung genommen: statt auf der B276 landen wir in der Barbarossastadt Gelnhausen. Kurze Zeit später haben wir uns offenbar völlig verfranst. Glücklicherweise macht uns ein befragter Passant kurz hinter "Freigericht" netterweise darauf aufmerksam, dass sich zwei Orte weiter die Bayerischen "Staatsgrenze" befindet und so können wir noch rechtzeitig "Schlimmeres" verhindern und drehen fix ab! 😉

Also zunächst einfach rasch zurück nach Gelnhausen (dort gibt’s übrigens einen "Tex-Mex", Loco irgendwas…). Norby führt weiter an und scheint einen echten Narren an Wächtersbach gefressen zu haben…
Oder warum sonst sollte er meinereiner ein weiteres Mal dorthin gelotst haben???

Jegliche Schelte bleibt ihm allerdings erspart; denn auch dort prangt ein Schild mit der Aufschrift "Gedern" und "B276" *g*

Dann eeendlich darf ich den ach so berühmten Teilstreckenabschnitt der B276 von Gedern nach Schotten befahren!
Ein wenig blass um die Nase stehen wir wenig später in der Schottener City vor "Emil’s" Pension", wo leider auch in diesem Jahr kein Zimmer mehr frei war (Tipp: früher buchen, gerade um Pfingsten herum!), um dann den weiteren lecker Abschnitt Schotten – Laubach zu fahren. Letzterer ist "einfacher" – einzig das durch die Waldlichtungen fallende Sonnenlicht (das derart blendet, dass man die Straße teilweise kaum sehen kann!) vermag es, unseren Spaß ein wenig zu trüben!

Leider sehen wir dort das "Falltorhaus mit seinem dicken Hinweisschild "Best of Schnitzel" zu spät und beim Bikerhaus streikt meinereiner angesichts des Schotterparkplatzes (hey-äiiih, nicht lachen!)

Zurück in Laubach knurren unsere mittlerweile auf Krawall gebürsteten Mägen derart ungeduldig-laut, dass sie beinahe den Sound unserer beiden Möppis übertönen! Gnädig wie wir sind, lassen wir uns nach einem weiteren Einkauf beim REWE im Restaurant des Hotels von "Alt-Laubach" nieder.

Dort ergötzen wir uns an einer wirklich guten Portion "Blumenkohl-Käse-" bzw. "Paprikaschnitzel", bevor wir gegen kurz vor 9 zurück auf dem Campingplatz sind, um auch diesen Abend nach 202 gefahrenen Kilometern gemütlich auf der Veranda verbringen.

P.S. Sooooviel Kurven wie heute hab ich wohl in den ganzen letzten 3 Jahren nicht gesehen!!! 🙂

  

Sonntag, 11. Mai 2008

(km-Stand: 9.246)

Der Norby hat Gebuuurtstach, tralla-lalla-laaaa – tralla-lalla-laaaaaaa… !!!!! 🙂

Auch heute stehen wir recht früh auf, gammeln ganz gemütlich beim Frühstück herum, gönnen uns kurz vor Mittag noch einige Sonnenstrahlen vor der Hütte und fahren pünktlich vor Beginn der Mittagsruhe vom Campingplatz los.

Genau wie den Tag zuvor sind wir mit einer optimal auf Norby’s Honda verzurrbarer Picknickdecke ausgestattet in der Hoffnung, dass wir es heute einmal schaffen, unterwegs kurzzeitig mal ein wenig abzuhängen…

Ursprünglich wollen wir eine bestimmte Strecke antesten, ändern unsere Meinung jedoch schnell: Da wir eh erst zur ARAL-Tanke müssen befinden wir uns – ehe wir uns versehen – erneut auf der B276 Richtung Schotten. *smile*

Von Schotten aus geht’s nach Nidda und von dort aus Heil-Rinte-Paris über Grebenhain und Herchenhain nach Lauterbach (wo wir in einem Cafe Rast machen), ungefähr 1000 Kurven später nach Grünberg, von dort aus erneut Richtung Nidda und schließlich über Schotten-Rainrod (wo wir im Landgasthof Kupferschmiede einen Kaff trinken und netterweise ungefragt Info-Material bekommen) zum Falltorhaus an der B276 kurz hinter Schotten.

Dort testen wir die Schnitzel: sie sind wirklich lecker und nicht so sehnendurchzogen wie den Tag zuvor in Laubach; allerdings war das "Drumherum-Salat-Dekor" den Tag zuvor etwas pompöser…
Leider liegt auch am Falltorhaus etwas Schotter herum: ein Alptraum für meinereiner; Norby kann sojet selbstredend nur einen kurzen Lacher entlocken…

  

Als wir zurück auf dem Campingplatz sind, haben wir gerade mal 213 km hinter uns. Irgendwie kam es uns wesentlich mehr vor, aber egal: es hat RICH-tig viel Spaß gemacht und endlich einmal waren die meisten Kurven (wenigstens einigermaßen) "rund"
(*fg* – an alle Einheimischen, die mich während der Tour überholt haben: Ihr könnt gerne weiterlesen, wenn Ihr mit’m verständnislosen Kopfschütteln endlich fertig seid!) 😉

Montag, 12. Mai 2008

(km-Stand: 9.949)

Als wir aufwachen, bekommen wir einen Schreck: es ist bereits 11 Uhr!!! – Und sowas gerade am Abreisetag!
Ob wir wollen oder nicht, irgendwie kommt leichte Hektik auf: immerhin haben wir keine Lust, unsere Möppis während der Mittagsruhe den Hang hochschieben zu müssen…

Rechtzeitig zu 13 Uhr stehen wir oben an der Camping-Rezeption und melden uns ab. Auch heute sind wir wieder mal erstaunt, wie locker-flockig nett man dort doch ist: "Sie hätten ruhig noch bleiben können; die Hütte ist doch heute eh nicht weitervermietet" bekommen wir zu hören. Letztendlich sind wir mit dieser Form der Mopped-Tour sehr günstig gefahren: in den 150 Euro für 3 Nächte war die Endreinigung bereits enthalten und man war nichtmal gezwungen, vor der Abreise noch den Besen zu schwingen. Alles toll, alles gut und unbedingt uneingeschränkt weiterzuempfehlen!!!

Der Rückweg macht zunächst riiiiesigen Spaß: wir fahren über Grünberg – Reiskirchen – Buseck – Alten-Buseck – Lollar – Staufenberg – Fronhausen – Damm und Gladenbach, nehmen dann die B453 bis Dautphe und die B62 über Biedenkopf nach Bad Laasphe.
Die Strecke ist teilweise supernett geschwungen; seltsamerweise findet man – gerade IN den Orten – selbst bei extremen "Haarnadelkurven" nicht eiiin einziges Hinweisschild…

Horrormässig wird’s dann allerdings im weiteren Verlauf der B62: wir fahren Richtung Erndtebrück und biegen bei Schameer auf die K42 (Birkefehl – Birkelbach – Röspe) ab und kommen über die L553 am Panoramapark Sauerland vorbei. Während der Straßenbelag seit Verlassen der B62 schon mies war, wird er hier einfach nur extreeem schlecht! Hinzu kommen in diesem Rothaarsteig-Gebiet zahlreiche Haarnadelkurven, die der "gemeine Moppedfahrer" sicherlich ohne Ende genießt, sich für einen "Kurvenneuling" wie meinereiner allerdings bei deeem schlechten Belag als deeer "Alptraum schlechthin erweist!!!

Als wir endlich wieder "unten" in diesem ollem Kirchhundem sind, mache ich drei Kreuze und wir halten direkt an der nächst-verfügbaren Kneipe: dem "Kaiserhof". Wie üblich bestelle ich dort einen "Latte Macchiato" – die Wirtin erklärte mir jedoch resolut und unmissverständlich jeglichen Widerspruch zurückweisend: "gute Frau, hier gibbet nur deutsche Speisen… – Die Zubereitung des daraufhin bestellten Potts Kaff und des Milchkaffees dauerte zwar tierisch lange; dafür aber kommt sie bereits nach wenigen Minuten mit einem Teller zurückgestiefelt, auf dem sich zwei Stück Nusskuchen trollen: "gehört zum Kaffee dazu" murrt sie…
… muss man wohl einfach erlebt haben! 🙂

Nach der Stärkung (die mehr schlecht als recht mundet; wenngleich zu ergänzen wäre, dass die Tassen wirklich groß waren und Google mir später verriet, dass das besagte Lokal essenstechnisch angeblich für seine großen Portionen berühmt sein soll…) sehen wir zu, dass wir weiter kommen!
Nur wenige hundert Meter später (Richtung Lennestadt) hätten wir kneipentechnisch wohl mehr Auswahl gehabt, allerdings konnten wir das zu deeem Zeitpunkt ja nicht ahnen…

Weiter geht es Richtung Sundern, um über die L686 nach Arnsberg zu gelangen…
Kaum fahren wir die Stichstraße hoch, prangt uns ein wenige hundert Meter weiter ein dickes "Motorradfahrer-Durchfahrts-Verbots-Schild" entgegen (manno! DAS hätten sie auch gleich unten an der Straße anbringen können, statt einen erst Richtung "Ochsenkopf" hochzuschicken…!!!)

So nehmen wir halt den Umweg über Hüsten Richtung Arnsberg und von da aus über die B229 zum Möhnesee, um in Delecke beim Cafe Geronimo einzukehren.

Bei dem immer noch superschönen Wetter ist es dort brechend voll. Wir ergatterten dennoch einen Sonnenplatz im unteren Bereich (die obere Terrasse ist zu dem Zeitpunkt eh schon gesperrt) und hoffen insgeheim auf irgendein nettes, leckeres "Tex-Mex"-Gericht. Umso enttäuschter sind wir, als wir feststellen, dass die Speisekarte offensichtlich abgespeckt worden ist: nix mehr Tex-Mex, sondern nur noch Ruckizucki-Gerichte: wir bestellen einen Hähnchen-Salat und spätestens beim Herumstochern im selbigen ärgere ich mich, dass wir stattdessen nicht die ursprüngliche Idee (Connie’s Diner in Kamen) weiterverfolgt haben.

Nach dem Essen geht’s über die B516 nach Werl, von dort über Hamm und all die Käffer (incl. Noki) zurück Richtung L’hausen, das wir schließlich nach 284 km gegen 21:25 Uhr erreichen.

Km-Stand zum Tour-Ende: 9.743
Gefahrene Kilometer: 948 km
(klingt wenig; kam aber zumindest mir aufgrund der – für Nicht-Profis anspruchsvollen Strecken – wesentlich mehr vor!)
🙂

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014