Trier

Print Friendly, PDF & Email

Saison-Abschluss-Tour
Trier – Mosel – Rhein
vom 29. September – 03. Oktober 2006

 

Freitag, 29. September 2006

Bei freundlichem Wetter starten wir gegen halb 2 in Lüdinghausen und schlagen uns zunächst – wie immer – über Deppendorf und Hullern zur A52, um bei Gladbeck/Bottrop auf die A3 zu fahren.

Noch haben wir bahntechnisch die freie Auswahl, allerdings ist nicht nur Freitag, sondern auch Herbstferienanfang und der Beginn eines – für viele – verlängerten Wochenendes. Da sich der Verkehr vor dem Kreuz Leverkusen mächtig staut, wechseln wir dort zur A1, um Köln einmal von westlicher Seite her links liegen zu lassen. Der Spass dauert nicht lange, da pusten uns die vor uns dauerstehenden Dosen auch hier ihre Abgase ins Gesicht. Wir beschließen daher, in Köln-Niehl abzufahren und kurven über Chorweiler, um am Kreuz Köln-Nord erneut den Kölner Ring zu "erklimmen"

Auch der weitere Weg ist kaum erwähnenswert: die A1 bis Blankenheim ist megastupide, die B51 und anschließende A60 bis Bitburg machen auch wenig Spass: Nachdem sich die Sonne verkrümelt hat, kriecht langsam aber sicher die Eifel-Kälte an uns hoch.

Auf der kompletten Strecke ist keine einzige Tanke auszumachen, daher machen wir fix einen Abstecher nach Bitburg, bevor die bereits auf Reserve stehende CBR zickig wird.

Auf dem letzten Stück (B51) bis Trier fröstelt’s uns endgültig und Frau ist froh, als sie endlich das Ortseingangsschild von Trier erspäht. Bis zum Ziel gibt’s aber noch eine kleine, gemeine Qual: auf der kurvigen, recht abschüssigen Straße in die City staut sich der Verkehr und dank vieler Angstbremser dauert es Ewigkeiten, ein paar Meter weiter zu kommen. Uns wird es schließlich zu bunt, drum spielen wir "Bus", überhören die Dosen-Huperei und überqueren dann auch bald schon die Mosel an der Kaiser-Wilhelm-Brücke überqueren.

Nach einigem Gesuche schnallen wir endlich, dass wir uns an die Schilder "Alleenring" (entlang der ursprünglichen mittelalterlichen Stadtmauer) halten müssen, wenn wir zur Südallee bzw. Ostallee wollen, von wo aus wir dann auch schon bald (kurz vor der Aral-Tankstelle rechts) die Gartenfeldstraße und somit unser heutiges Ziel, Hilles Hostel erreichen.

 

Wie vorab per Mail "besprochen" stellen wir unsere Möppis im Hinterhof ab, den eine gemütliche Sitzecke ziert. Im Hostel finden wir ohne lange Sucherei den für uns hinterlegten Schlüssel und staunen nicht schlecht, als wir unser Zimmer (Nr. 2) betreten: Die nette, gemütliche und zweckmässige Einrichtung spricht für sich und auch WC und Dusche sind sauber. Zwar herrscht in den Räumen absolutes Rauchverbot, aber für 19 Euro die Nacht können wir selbst über so etwas hinwegsehen 😉

Nachdem die Dusche wieder ansehnliche Menschenskinder aus uns gemacht hat, starten wir auf zum Erkundungsgang. Wenige Minuten nachdem wir die Pforte hinter uns zugezogen haben, entdecken wir auch schon das berühmte schwarze Tor aus dem 2. Jahrhundert, die "Porta Nigra", das Wahrzeichen Triers.

Damit befinden wir uns bereits mitten in der geräumigen Fußängerzone der Innenstadt und sichten nur wenig später den Dom, kurz danach die ehemalige römische Badeanlage am Viehmarkt (die durch die Scheiben des sie umgebenden Glaspalastes gut zu erkennen ist) und gelangen schließlich über den Hauptmarkt (mit seinem Brunnen) zum Kornmarkt, wo wir uns draußen an den Tischen des "Louisiana" niederlassen. Die Speisekarte zeigt sich einfallsreich, dennoch entscheiden wir uns ganz klassisch für Burger mit frittierten Riesenkartoffel-Stückchen ("Chicken-Cheese-Burger" und "Blackened-Cajun-Burger". Die Rechnung beläuft sich incl. zwei 0,33 Pilsbier, 1 Milchkaffee und eine "Stout-Cola" auf schlappe 26,70 €.

Das Essen war nicht nur mächtig lecker, sondern auch heftig mächtig, drum giert es uns nach all der lange-fällig-gewesenen "Diniererei" zunächst nach einem strammen Spaziergang durch die City.

Als unsere Mägen erneut "Platz" ansagen, führt uns unser Weg zurück zum Kornmarkt, wo wir uns an einem der draußen stehenden Tischen des "Bitburger Brauhaus" (direkt neben "Hauptmann’s") niederlassen und glatt bis zum bitteren Ende (2 Uhr) ausharren. Dort lassen wir für unsere "Pilskaff" schlappe 29,20 €.

Müde, aber schwer zufrieden kehren wir die wenigen Meter heim in unser "Hotel", wo wir uns fixer als fix unseren süßesten Träumen hingeben.

Samstag, 30. September 2006

Klar wissen wir, dass kein Frühstück auf uns wartet. Dennoch wachen wir um kurz nach 9 Uhr auf. Lag’s vielleicht an der nachbarschaftlichen Eisenbahnstrecke? Oder an den fehlenden Rollo’s? Oder trieb uns lediglich die Tourlust nebst riesigem Kaffeedurst aus den bequemen Betten? – Keine Ahnung!

Wie auch immer: Wenngleich wir die Möglichkeit gehabt hätten, gleich nebenan beim Bäcker Brötchen zu besorgen und uns am kostenlos in der Küche bereit stehenden (aber selbst-zu-kochenden) Kaffee zu ergötzen, ziehen wir es vor, in die naheliegende City zu laufen, um im "Bitburger Brauhaus" zu frühstücken.

Zwar gibt es dort "Fr&uumlKhstück-a-la-carte", allerdings lockt uns mehr das große Frühstücksbuffet, das wir uns für 5,95 Euro pro Nase leisten. Leider exclusive Kaffee. Für 4 große Tassen lässt man uns gleich noch einmal 14,40 latzen.

Wie sooft waren die Augen wieder mal größer als der Mund: Aufgrund des leckeren Jogis mit frischen Früchten, der beim a-la-carte-Frühstück gefehlt hätte, konnte aber zumindest ich mich nicht über unsere Maßlosigkeit ärgern.

Satt und zufrieden laufen wir zurück zum Hostel, steigen in unsere Mopped-Klamotten und wecken die bis dahin selig schlummernden CB und CBR.

Von Trier aus geht es zunächst in Richtung Konz. So sehr wir diesem Städtchen auch einen Blick geschenkt hätten, umso lieber lassen wir es links liegen; schließlich haben wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die Reifen warm gefahren.

Auf Empfehlung des Hostel-Haus-Herrn nehmen wir die Strecke über Kanzem, um einen Abstecher in die Wein- und Glockengießerstadt Saarburg zu machen, dessen Wahrzeichen die gleichnamige, 964 durch Siegfried von Luxemburg errichtete Burg bildet.

Ziel unserer ersten Zigarettenpause ist der hübsche 20 Meter hohe Wasserfall des Leukbaches inmitten der kleinen, altertümlichen Stadt, der zwischen den Fachwerkhäusern und Barockbauten zu Tal rauscht und unten mehrere Wassermühlen antreibt.

     

Kaum haben wir uns losgerissen und sitzen wieder auf den Maschinen, fängt es leicht an zu nieseln. Egal! Wir fahren unbeirrt weiter auf der B51 mit dem netten Beinamen „Saar-Riesling-Straße“ und ergötzen uns an den wunderschönen bewaldeten Bergen und den zum Teil rötlichen Felsen.

Nachdem das Wetter weiterhin zu wünschen übrig ließ, verzichteten wir auf den Besuch der Stadt Mettlach (mit seinem 1000jährigen alten Turm und Burg Montclair) und fuhren direkt hoch nach Orscholz zum Aussichtspunkt "Cloef", um dort den grandiosen Blick auf die große Saarschleife zu genießen.

    >

Bis zur Saarschleife war allerdings noch ein kleiner Waldweg zu durchqueren. Obgleich mittlerweile wieder die Sonne strahlte, stellte dies selbst in Mopped-Klamotten kein unüberwindbares Hindernis dar. Auf dem Weg dorthin begegneten wir – neben einer Kartbahn – weiteren Belustigungen:

>  

Im Bistro "Le Cube" am "Cloef-Atrium" (Cafe zwischen Saarschleife und Parkplatz) spendierten wir uns sodann noch einen Kaff (bei
erstaunlich humanen Preisen: 1,90 € für einen riesigen Cafe-au-lait und 3 € für ein Kännchen Kaffee), um danach über die B406 bis nach Perl und anschließend nach Luxemburg zu wechseln, wo wir die B10 an der Mosel entlang Richtung Norden fuhren (Remich – Grevenmacher – Wasserbillig).

Spätestens hier ließen die uns seit der Grenze verfolgenden Wolken allerdings Wasser, so dass wir fix in einen großen Supermarkt flüchteten, wo wir uns aufhielten, bis der Regen allmählich wieder nachliess und uns erstmal mit günstigem "Tabak" eindeckten (wobei’s dank einer Camel-Aktion gleich 2 nette Benzin-Feuerzeuge extra gab *smile*).

Nachdem wir in Luxemburg noch für sage und schreibe 1,08 Cent pro Liter (!!!) getankt hatten, fuhren wir zurück ins nahegelegene Trier, wo wir trotz des dort erneut einsetzenden Regens wider Erwarten beinah trocken im Hostel ankamen, fix duschten uns uns für den Abend fertig machten *g*.

P.S.
Ursprünglich stand auf dem "Programm" ja noch das luxemburgische "Echternach":

irgendwie hätten wir uns gern vergewissert, ob das dort angrenzende Müllerthal tatsächlich den Beinamen "kleine Schweiz" verdient hat. Daneben hätten sich unsere Adleraugen sicherlich nur zur gern an skurrilen Felsformationen und rauschenden Sturzbächen (die sich ihren Weg durch enge Schluchten bahnen) ergötzt. Leider wurde uns diese Erfahrung nicht zuteil, da sich unsere vorausschauende, wettertrotzende Regenkleidung zu diesem Zeitpunkt mutterseelenallein in unserem Zimmer befand…)
mais: c’est la vie!

Schade eigentlich auch…!:
dass der Tag nicht mit dieser prima Rikscha-Rundfahrt enden konnte,
wie er eigentlich geplant war. Denn leider gibt es das alternative Taxi-Unternehmen in seiner Art offensichtlich nicht mehr in der Form, dass die "Taxis" jederzeit bereit stehen. Laut Auskunft des "Logo-Taxis " (Tel-Nr. 0176-25467192) ist es allerdings nach wie vor möglich, individuelle Touren nach vorheriger Bestellung zu buchen…

Um den Rikscha-Trip beraubt, machten wir uns halt zu Fuß auf und kehren schließlich – nach einiger Sucherei – im "Coyote Cafe Trier" ein, um dort so richtig lecker Tex-Mex (Burrito-Chicken und Beef-Tacos + Pilskaff) zu essen und Pilsbier (naja: Bitburger eben…) zu schlabbern.

Spätestens auf dem Nachhauseweg waren wir uns einig, dass wir gern eine weitere Nacht in Trier bleiben würden, um den Tag drauf nicht nur ausgiebig shoppen zu gehen, sondern auch all die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die wir bislang noch nicht berücksichtigt hatten.

Sonntag, 1. Oktober 2006

Im festen Glauben, problemlos im Hostel verlängern zu können, stand Norby morgens schlaftrunken auf um nachzufragen, ob wir eine weitere Nacht bleiben könnten. Leider war dies – wider Erwarten – nicht möglich.

Somit kehrte ruck-zuck Hektik in den Morgen, der eigentlich so schön hätte werden können: Da das Zimmer bis 10 Uhr geräumt sein musste, packten wir nach dem Duschen fix unsere Habseligkeiten zusammen und deponierten die Taschen vorübergehend im Gemeinschaftsraum, um danach (erneut) im Bitburger Brauhaus frühstücken zu gehen (diesmal allerdings zum astronomischen Preis von 8,95 €, da sich das Frühstücksbuffet heute "Brunch" schimpfte) und (nach unserem Frühstücks-Rechnungs-Schock in Höhe von schlappen 32,30 €) noch einen kleinen Stadtrundgang zu machen.

 

Unmittelbar der Basilika befindet sich der Kurfürstliche Palais, der als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt gilt. Heutzutage ist der Palast Sitz der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Zu besichtigen ist hier neben einem wunderschönen Park und einem fürstlichen Treppenhaus die Pracht der Kurfüsten und Erzbischöfe

Eine Übersicht über die Sehenswürdigkeiten Trier’s lässt sich abrufen unter
www.uni-trier.de/trier/kultur.html.

Zum späten Mittag hin brachen wir dann auf.Vorteilhaft war, dass wir in "Hilles Hostel" auch ohne Zimmer auf keiner Annehmlichkeiten verzichten mussten: nach wie vor durften wir Küche, Bad und Parkplatz nutzen, so dass wir ganz relaxt aufbrechen konnten.

Zunächst schlugen wir uns auf die A602 bis Salmtal und fuhren anschlie&slig;end über die Landstraße bis Bernkastel-Kues (wobei Kues interessanterweise am nörlichen Moselufer (= Eifelseite), Bernkastel jedoch am südlichen Moselufer (= Hunsrückseite) liegt. Hier tobte allerdings volle Kanne der Touri-Papst, so dass wir zwar kurz auf eine Zigarettenpause anhielten, uns jedoch den 400 Jahre alten Markplatz in Bernkastel ersparten und schnell weiterfuhren.

Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt läKngst die Möglichkeit verpasst, über die "Graacher Schanzen" zu fahren. So blieben wir brav auf der Moselweinstraße (B53 rechts der Mosel) und scherten uns mit all den kaffeefahrt-lustigen Touris herum.

Kurz vor Zell wechselten wir auf die linke Moselseite, passierten Kröv, Enkirch und Reil, warfen einen Blick auf das gegenüberliegende, nett dreinschauende Zell und stoppten dann in Alf, um uns dort ein Drei-Bällchen-Eis-mit-Sahne im Becher reinzuziehen und uns über das wasserspuckende Männeken auf der Brücke zu beömmeln:

 

Kaum waren wir einige Meter weitergefahren, befanden wir uns auch schon gegenüber des berühmten Örtchens "Beilstein".

(Dies wird von der Ruine Metternach überragt und soll u.a. dank seiner zahlreichen Fachwerkhäuser angeblich Filmkulisse für diverse Heimatfilme gewesen sein – vielleicht ist es gerade deshalb Ziel all der diversen Ausflugs-Schiffe?)

Ursprünglich wollten wir gern weiter, allerdings zog uns der Trubel im nachfolgenden Ort Cochem derart an, dass wir (neben all den anderen Mosel-Touris) auf Deibel-komm-raus versuchten, in Cochem noch ein Zimmer zu ergattern. Zunächst hielten wir am Biker-Treff an der Eisdiele, nahe der alten Moselbrücke Richtung Cond:


Unweit des Treffs lag dann auch gleich die Touri-Info, die – auch nach den Geschäftszeiten – über eine große Info-Wand mit möglichen freien Unterkünften verfügt.

Nachdem sich unsere vorab ausgesuchten Hotels bereits als "belegt" erwiesen, versuchten wir es bei HRS, mussten dort feststellen, dass die Mosel offensichtlich – bis auf kleinere, abseits liegende Orte – restlos ausgebucht war, wurden dann aber – dank der o.g. Tafel – doch noch fündig und kamen im Gästehaus "Hotel Weinhaus Gräfen" in der Endertstraße 27 in Cochem unter.

Entgegen ursprünglicher Bedenken erwies sich die Unterkunft (Nr. 25) als recht passabel: ok-ok: es fehlte der bislang gewohnte "Chic", allerdings verfügte das Zimmer sogar über eine kleine Küche mitsamt Wasserkocher, so dass wir uns theoretisch sogar hätten Kaffee kochen können und 65 €/Nacht war ganz OK.

Nach dem Duschen gingen wir los, um uns im "Cafe-Restaurant Alt-Cochem" was zwischen die Kiemen zu schieben. Von außen wirkt es dank seiner zentralen Lage übrigens relativ nett, erstmal drinnen erkannte man jedoch recht schnell, dass es sich um sowas wie eine erweiterte Pommesbude handelt…

Kaum waren wir fertig, goss es bereits in Strömen. Während einer Regenpause liefen wir über die alte Moselbrücke nach Cochem-Cond. Obwohl die von der anderen Seite aus sichtbaren Lichter auf "Leben-pur" hinwiesen, fanden wir hier nicht EINE lohnenswerte Kneipe. Allerdings war der Blick auf das hell-erleuchtete "Pinnerkreuz" hoch oben auf dem Berg (zu dem man auch per Sessel-Lift hochfahren kann)einmalig schön!

Zurück in Cochem-"City", schüttete es erneut wie aus Kübeln. Zunächst flüchteten wir uns auf ein CoPi in ein Weinhaus, liefen nach Aufhören des Regens noch ein wenig planlos in der City herum und landeten schließlich im "Murphys, einer irisch-aufgemachten Kneipe in der Nähe unseres Hotels.

Da uns die Müdigkeit übermannte, fühlten wir uns ausnahmsweise mal nicht genötigt, hier "abzuschließen" und fielen bereits gegen utopisch-frühe 1 Uhr völlig gerädert in die Koje.

Im Nachhinein erfuhren wir übrigens, dass es in Cochem in der Brückenstraße ein klasse "American Steak-House" namens "Louisiana" geben soll. Da wir es nicht entdeckt haben, können wir nicht einmal sagen, ob dieses Restaurant überhaupt noch existiert…

Montag, 2. Oktober 2006

Nach einem – auch hier ganz ordentlichen – Frühstück (in Gesellschaft mehrerer Holländer) belud Norbär unsere Moppeds, während meinereiner noch einen kurzen Blick in das Tags zuvor (leider) geschlossene, von den Holländern Rick und Mijke betriebene Biker-Hotel Rick’s Gästezimmer" zu werfen. Zwar war man dort gerade mit einer Groß-Reinemach-Aktion beschäftigt, zeigte sich allerdings dennoch freundlich, so dass ich mir durchaus vorstellen könnte, hier künftig einmal eine Nacht zu verbringen.

 

Unser Weg führte uns weiter vorbei an Klotten nach Treis-Karden, wo wir zur rechten Moselseite wechselten. Gern wäre "Frau" über den bequemen Weg "Brodenbach (über Ehrenburgtal)" zum Rhein gewechselt. Da die Straße "leider" gesperrt war, frohlockte umsomehr Norbär, der somit nicht nur Löf und die auf dem gegenüberliegende Berg liegende "Burg Thurant" live erblickte, sondern sich zudem an den (für einen relativen "Mopped-Frischling" hammerharten!) serpentin-artigen Wegen ergötzen durfte.

Als wir schließlich Boppard erreichten, machte ich gleich mehr als 3 Kreuze, denn weder Berge noch schotterkiesbehaftete Hügel machen mich auch nur in irgendeiner Form glücklich…

Wider Erwarten riss mich übrigens auch der Ort selbst alles andere als vom Hocker.

Nach einer kurzen Zigarettenpause am – hier – arg tristen Rhein (oder lag’s nur am trüWetter?) fuhren wir weiter bis Sankt-Goar, wo wir vorsichtshalber bereits vor unserer Abfahrt in Cochem ein Zimmer im Hotel Keutmann reserviert hatten.

Zu unserem Entsetzen befand sich das Hotel außerhalb des Ortes direkt an der "Loreley", wo gleich die nächste Enttäuschung wartete: hatten wir doch zumindest gedacht, dort eine Statue oder ein Gemeißel gleich weder Art vorzufinden, die die ach-so-berühmte Jungfrau darstellt, fanden wir stattdessen einen einfachen, bewachsenen Felsens vor, zu dem man sich den sagenumwobenen Teil einfach denken muss…

Noch war es früh am Tag: drum luden wir fix unsere Packtaschen im Hotelzimmer ab (stellten mit Grauen fest, dass es sich auch hier um Nichtraucherzimmer handelte, wenngleich es über einen überdachten Balkon zum Rhein hin verfügte, was die Sache gleich wesentlich erfreulicher machte) und lenkten unsere Möppis weiter rheinaufwärts in Richtung Bingen. (Dass die Einrichtung eigentlich zwar modern-nett, das Bad allerdings eher usselig-schmutzig war, merkten wir leider erst wesentlich später beim Duschen…)

Ziel war der besagte Mäuseturm am Bingener Loch.

Vorab legten wir bei Trechtingshausen allerdings einen Stop ein, um uns die legendäre, 1000 Jahre alte Burg Reichenstein anzuschauen. Diese hat montags allerdings generell geschlossen, so dass wir das pompöse Anwesen nur vor geschlossenen Türen besichtigen konnten.

Von Bingen hatte ich mir ebenfalls mehr erhofft: statt eines hübsch-adretten, altertümlichen Stüdtchen erwartete uns lediglich ein allerwelts-bahnhofsviertelartier-verschankter Ort (der durch eine dieser super-hässlichen, monströsen Bahnschienen-Monstren vom Rhein getrennt ist). Die Eis-Portionen inmitten der City waren dann übrigens ganz ok.

Auf dem Rückweg unseres Stadt-Spaziergangs fing es allerdings stärker an zu regnen, so dass wir uns vor der Rückfahrt erst einmal nahe des Rheins in eine weitere Eisdiele flüchteten, um dort (Milch-)Kaffee und Kakao zu uns zu nehmen.

Als der Regen kein Ende nehmen wollte, traten wir dennoch mutig auf die Straße, zogen unsere Regenkleidung über und fuhren zurück in Richtung St.-Goar. Tatsächlich erspähten wir im Vorbeifahren tatsächlich noch den berühmt-berüchtigten "Mäuseturm", in dem der Mainzer Erzbischof "Hatto der Zweite" aufgrund seiner Schandtaten angeblich von Mäusen gefressen wurde…
Aufgrund des mittlerweile ziemlich üblen Wetters verkniffen wir uns allerdings einen Foto-Termin (zumal der Mäuseturm von der Bundesstraße eh nicht wirklich gut zu sehen ist…)

Trotz üblen Regens konnten wir nicht umhin, auf dem Rückweg die "Schönburg" in Oberwesel anzufahren. Zwar hatte "Frau" diese Entscheidung bereits direkt nach dem Anfahren der Burg bitter bereut, da sich ihrer CB neben serpentinartigen Kurven auch diverses Laub in den Weg legte, allerdings bot sich von oben ein atemberaubender Blick auf Oberwesel:


In jenem Ort wären wir auch besser geblieben: nach dem Duschen in unserer "Loreley-Hütte"stellten wir nämlich ganz schnell fest, dass es im 2 km von unserem Hotel entfernten St. Goar zwar einige „Ess-Lokale“ gibt, aber nur eine einzige Kneipe namens "Zum Papagei". Dort kehrten wir dann auch ein, nachdem wir zun&auuml;chst das "Bon-Appetit" zum Pizza-Fassen gestürmt hatten.

In der Kneipe verbrachten wir trotz der eigentlich erhofften, aber irgendwie ausbleibenden vorfeiertagsmässigen Mega-Stimmung einen recht netten Abend, der durch mehrere dort einkehrende, interessante Leute ganz erträglich wurde (u.a. das Punkte Mitternacht ’ne Runde-schmeißende Geburtstagskind "Matthias Reim" den zumindest Norbär für diesen jenen hielt, wenngleich jener eigentlich ganz anders ausschaut und am 03.10.2006 kaum 53 Jahre alt geworden ist… *fg*)
Als die Kneipe gegen 0.30 Uhr dann ihre Pforten schloss, waren wir glüklicherweise eh gerad auf dem Sprung…

Dienstag, 3. Oktober 2006

Kaum ansatzweise ausgeschlafen, rappelten erneut um kurz vor 9 die Wecker…
– Wie um alles in der Welt soll man sich bei so ’nem Stress erholen??? 😉

Zumindest erblickten wir vom Balkon aus das nostalgische Dampfschiff "Goethe", das auf dem dem Rhein schneller als gedacht seine Runde zog.

Das Frühstück war auch hier ganz ok (und glücklicherweise roch der Frühstücksraum nicht – wie der gesamte Rest des Hauses nach Gebratenem), allerdings fehlte auch hier – wie auf der gesamten restlichen Tour – die Möglichkeit, sich eiiinmal von etwas anderem als Weizenbrötchen (ok-ok und abgepacktem Mehrkornbrot) zu ernähren…

Nach unserer morgendlichen Stärkung zahlten wir fix die fälligen 58 € und beschlossen bereits vorsorglich, hier – trotz aller Freundlichkeit – kein weiteres Mal einzukehren.

Leider zeigte sich das Wetter vom Aufstehen bis weit über’s Frühstück hinaus erbarmungslos trübe und regnerisch. So beschlossen wir halt direkt vor der Abfahrt, unsere (ätzenden) Regenklamotten überzuziehen…

Zunächst nahmen wir die B9 – ohne weiteren Stop – am Rhein entlang bis Koblenz, wenngleich wir hier oder eigentlich
gern noch einmal angehalten hätten.

So hätte uns zum Beispiel nicht nur ein Fototermin bei den "feindlichen Brüdern" (die Burgen Sterrenberg und Liebenstein bei Kamp-Bornhofen) behagt, sondern ganz sicher auch ein kleiner Abstecher nach Kobern-Gondorf (Mosel), um dort über die B416 mitten durch das Wasserschloss "von der Leyen" zu fahren.

Deneben hätte uns auch der Hexenbrunnen von Winningen ein wenig interessiert…

Der Dauerregen nahm uns allerdings jegliche Lust, auch nur irgendwo foto-shooting-mässig anzuhalten, drum bretterten
wir erst einmal durch bis Koblenz.

Nachdem sich das Wetter in irgendeinem unbedeutenden Vorort einigermassen beruhigt hatte, legten wir eine kurze Zigaretten-Pause ein und planten unsere ursprüngliche Route in einen „egal-wie-aber-schnellst-möglich-nach-Hause-Trip“ um.

Zunächst fuhren wir bis Neuwied und wechselten dann auf die triste B256 bis Altenkirchen.

Zwar beruhigte sich das Wetter allmählich, dennoch wurde es dringend Zeit, uns von der tief-in-den-Knochen-hängenden Regenfahrt zu erholen:

"Katja’s Cafe" am Ortsein- (bzw. -ausgang) kam uns dahingehend mehr als gelegen.

Nachdem wir uns bei Milchkaffee und Kakao Hände und Füße gewärmt hatten, zeigte sich der Himmel nach wie vor grau-in-grau. Allerdings öffneten sich die Schleusen kein weiteres Mal, womit die Weiterfahrt wesentlich erträglicher wurde…

Unser nächstes Ziel war Waldbröl.
Leider hatte man auf dem direkten (wahrscheinlich nett-kurvigem Weg) ein Verbotsschild für Motorradfahrer platziert, das alle motorisierten Zweiradfahrer nötigte, an Sonn- und Feiertagen einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen ( die mopped-feindliche Massnahme muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, oder???)

Hinter Waldbröl blieben wir weiter auf der (eher langweiligen) B259 bis Gummersbach und wechselten erst hinter
Meinerzhagen (nach einem Besuch des dort z.Zt. provisorisch arbeitenden McDoof’s) auf die A45, um der Bahn schließlich bis Waltrop zu folgen.

Unsere letzten zusätzlichen Funde "fraßen" wir uns letztendlich in der Pizzeria "Pinnocio" in
Nordkirchen an, wo zeitgleich ein Straßenfest tobte, von dem wir uns kaum beeindrucken ließen (btw: selbst Pasta-aus-dem-Backofen ist hier offensichtlich nicht wirklich frisch: wie sonst könnten Nudeln statt nach solchen welchen durchweg nach Butter schmecken???)

Fazit der Tour:

Als wir zu Hause ankamen, mussten wir leider feststellen, dass wir mit 983,3 km nur ganz knapp an der 1000er-Grenze vorbeigeschlittert waren. Dank der nach Verlassen der Pizza-Bude in Noki aufziehenden Nasskälte konnten wir allerdings nicht umhin, es einfach dabei bleiben zu lassen (statt noch irgendeinen Kilometer-füllenden Umweg über irgendein Kaff zu nehmen…)

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014