Paderborn

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Mini-Tour in Richtung Paderborn
vom 09. – 10. September 2006

 

Samstag, 09. September 2006

Leider kommen wir erst am späten Nachmittag los.

Zunächst fahren wir nach Hamm, wo wir vergeblich ein Straßenschild nach Lippstadt suchen. Schließlich wird es uns zu bunt und wir machen uns auf Richtung Soest und Geseke, um sodann einen Abstecher zur Wewelsburg (in dem gleichnamigen Dorf) zu machen.

Wir erreichen die Burg über eine kleine kleine, hügelige, sehr geschwungene Straße, die Norbär sogleich Sternchen in die Augen zaubert.

Da die letzten Sonnenstrahlen uns bei Ankunft an der Burg gerade noch entgegenzwinkerten, beschließen wir, es bei einer kurzen Besichtigung zu belassen. Das Cafe im Innenhof hatte ohnehin längst geschlossen und das Betreten der dort beheimateten Jugendherberge ist Nicht-Gästen verboten. Würde das Haus nicht generell um 23.30 Uhr schließen, hätten wir uns prompt damit anfreunden können, in den interessanten Gemäuern zu übernachten.

Ursprünglich sollte unser Tages-Etappenziel "Horn-Bad-Meinberg" lauten. Als die Sonne komplett versunken ist, wird es empfindlich kühl. Daher beschließen wir, uns in Paderborn eine Bleibe zu suchen.

Obwohl wir uns an die Beschilderung Richtung Innenstadt halten, können wir bis auf das "IBIS" kein Hotel ausmachen. Mittlerweile geben unsere Mägen Laut, drum ersparen wir uns die weitere Sucherei und haben Glück, noch ein Doppelzimmer zu ergattern. Ohne weitere Nachfrage bietet uns die nette Rezeptionistin an, unsere Motorräder kostenlos in der Tiefgarage unterzustellen. Auch das Zimmer ist recht ordentlich, sauber und trotz der direkten Innenstadtlage ruhig.

Weniger gut gefällt uns allerdings der Preis. Das Hotel wirbt mit günstigen 55 Euro, jedoch ist das Frühstück extra zu zahlen und schlägt für uns beide prompt mit stolzen 18 Euro zu Buche.

Nachdem wir uns im Zimmer häuslich eingerichtet haben, machen wir uns auf Gaststätten-Suche. Kaum haben wir die Hauptstraße überquert, befinden wir uns bereits mitten in der Innenstadt und kehren direkt ins nächstgelegene "Deutschen Haus" ein. Was wir auf den Tellern der draußen speisenden Gäste erspähen, sieht recht ordentlich aus.

Zum Glück werden wir nicht enttäuscht: Das überbackene Schnitzel à la irgendwas mit unfettigen Bratkartoffeln und der große Salat mit Putenbrust, den man in einer überdimensionalen, essbaren Takkoschale kredenzt sind richtig lecker. Trotz der aufgestellten Heizstrahler wird es langsam aber sicher etwas frisch. Abhilfe hätten wir mit den bereitgelegten roten Decken schaffen können. Wir beschließen allerdings, noch einen kleinen Rundgang durch die Stadt zu machen.

Was wir zu sehen bekommen macht uns baff: Wer hätte gedacht, dass eine Stadt mit einem derart unsympathischen Namen doch so hübsch sein kann? Insgesamt stellen wir fest, dass es in diesem menschenbelebten Ort vor Engländern nur so wimmelt. und staunen über die zahlreichen Läden, Restaurants und Kneipen. Unter anderem gibt es hier sogar den "Pflaumenbaum" *g*

Nachdem wir uns einigermaßen warmgelaufen haben, kehren wir erneut im Deutschen Haus ein. Als es uns draußen endgültig zu schattig wird, schlabbern wir drinnen Pilskaff. Als sich der Laden dann mehr und mehr leert, ziehen wir es vor, weiterzuziehen. /p>

Unsere nächste Lokalwahl fällt auf das "Paderborner Brauhaus", einer Restaurant-Kneipe mit dem wohl größten Biergarten in der City, das direkt an der "Pader" liegt (womit nun auch geklärt sein dürfte, wie die City zu ihrem Namen kommt ;-)). Um Punkt 2 macht man aber auch hier in Paderborn ratz-fatz die Blendläden dicht, daher ziehen wir uns nach unserem letzten Schlummertrunk in unsere Gemächer zurück.

Samstag, 09. September 2006

die Frühstückszeiten im „IBIS“ sind langschläferfreundlich. Bis 11 Uhr kann man sich hier an einem reichlichen Buffet bedienen, an dem nichts auszusetzen war.

Nach dem Aufsatteln sind wir gegen 11 Uhr abfahrbereit und lenken unsere Maschinchen Richtung Detmold. Blöderweis stellen wir erst jetzt fest, dass wir mit diesem Sonntag just den "Tag des offenen Denkmals" erwischt haben. Da u.a. auch die sonst nicht zugängliche Ruine Falkenburg geöffnet ist, ist es rund um Detmold rappelvoll.

Wenngleich die Besichtigung des 53,46 m hohen Hermannsdenkmals in Detmold eigentlich zum "Pflichtprogramm" gehört, machen wir lieber einen Abstecher in die hübsche Innenstadt.

Das Hermannsdenkmal soll an die berühmte Varusschlacht erinnern. Nachdem Cäsar (100 bis 44 v.Chr.) in seinen gallischen Kriegen das Römische Reich bis zum Rhein ausgedehnt hatte, war es die Aufgabe von Augustus (63 v.Chr. bis 14 n.Chr.), diesen Besitz zu sichern. Im Jahre 9 n. Chr. kam es dann zur besagten Varus-(Hermanns-)Schlacht, die angeblich bei der Grotenburg im Teutoburger Wald stattgefunden haben soll. Damals erlitten die römischen Legionen eine vernichtende Niederlage gegen das von Cheruskerfürst Arminius ("Hermann") angeführte, germanische Heer. Die Schlacht war insofern bedeutend, als die Römer es anschließend aufgaben, auch die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen. Weiteres hierzu und Angaben dazu, wo die Schlacht angeblich tatsächlich stattfand, lässt sich z.B. nachlesen unter de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht.

Über Augustdorf bahnen wir uns schließlich unseren Weg nach Rietberg (Kreis Gütersloh, an der Ems) und schlenderten dort über die verkaufsoffenen Geschäftsstraße, um schließlich in einer Eisdiele Kakao und Milchkaffee zu trinken.

Mittlerweile ist es sehr warm geworden. Daher sparen wir uns weitere Besichtigungen und fahren direkt Richtung Heimat.

Fazit:

Zwar ist letztendlich nichts aus der vorab geplanten Tour Hamm – Lippborg – Lippetal – Lippstadt (mit Abstecher in die City) – Ehringhausen – Geseke – Wewelsburg – Niedern-Tudorf – Borchen – Paderborn (mit Rundgang durch die Altstadt) – B64 bis Altenbeken – Horn-Bad Meinberg geworden, von wo man hätte nett über Schieder-Schwalenberg, Lügde und Bad Pyrmont einen großen Kreis bis nach Detmold hätte ziehen können, allerdings war Paderborn (trotz des abschreckenden Namens) ein wirklich hübsches Städtchen, in dem es sich offenbar nicht nur abends gut aushalten lässt.

Anmerkung:

Für diese Tour hatte ich erstmals die Motorrad-Generalkarte (Bielefeld – Hamm – Kassel) genutzt. Diese ist mit einem Maßstab von 1:200.000 recht detailliert, für den Tankrucksack allerdings nicht so toll geeignet, da der zu sehene Ausschnitt einfach zu klein ist.

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014