Knüllwald

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Netti-Treff in Schwarzenborn (Knüllwald)
vom 19. – 21. Mai 2006

 

Freitag, 19. Mai 2006

Mittags, 12 Uhr: es stürmt und regnet Bindfäden…

Doch es nützt alles nichts, das 5. Netbiker-Treffen in Schwarzenborn (Knüllwald) ruft!

Nach anfänglichem Zögern bekommen wir zwei Kaffee später endlich die Kurve und starten gegen 13.30 Uhr unsere beladenen Maschinen.

Um vorwärts zu kommen, entscheiden wir uns für die Autobahn. In Ascheberg führt uns die A1 bis zum Kreuz Dortmund/Unna. Annschließend fahren wir auf die A44 bis zum Kreuz Werl/Wickede, nehmen die A445 und schließlich die A46 Richtung Bestwig.

Als uns der Kaffee-Durst übermannt, verlassen wir die Bahn an der Abfahrt Wennemen. In dem angefahrenen Nest lässt sich weder Mensch noch offenes Cafe entdecken, daher kehren wir zurück auf die Bundesstraße und landen schließlich in Freienohl. Im „Bistro zum alten Bahnhof“ serviert man uns Kaffee und Kakao aus einer Jacobs-Kaffeemaschine. 45 Minutern später geht es zurück auf die Bahn…

Nach dem Autobahn-Ende fahren wir über Olsberg in Richtung Winterberg. Hier beginnt eine recht nette Strecke, die bei besserem Wetter sicherlich Spass gemacht hätte: Züschen – Hallenberg – Somplar.

In Hallenberg schmeissen wir kurzfristig den Anker, als unsere Adler-Augen ein „Biker-Welcome-Schild „erspähen. Dass wir beim Tourenhotel-Partnerhaus „Landgasthaus Zum Wilden Zimmermann“ gelandet sind, wird uns erst später klar. Der Empfang ist jedenfalls sehr herzlich und obgleich man dort gar nicht wusste, ob wir dort übernachten wollen, bietet man uns sofort an, unsere Motorräder in der Garage unterzustellen. Kaffee und Kakao munden extrem gut und so geht es gut-aufgewärmt auf zur nächsten Etappe.

Hinter Somplar schlagen wir uns auf die 236 in Richtung Frankenberg und es geht über Gemünden(Wohra), Gilserberg, Schwalmstadt und Ziegenhain nach Schwarzenborn (nicht unbedingt sofort zu finden, aber machbar!).
Als wir endlich am Knüll-Camp ankommen, sind unsere Handschuhe völlig durchweicht, unsere Helme selbst von innen beschlagen und spätestens hier beklagt Norby seine triefnassen Socken…

Das Zimmer mit Dusche und WC im Boglerhaus erweist sich glücklicherweise als „1a“: sauber, zweckmässig und die "bösen" Raucher erfreuen sich in diesem Nichtraucher-Haus an dem direkt-begehbaren Balkon.

Nach einer wärmenden Dusche laufen wir die wenigen Meter runter zum Knüll-Camp, genießen dort unsere bestellten Puten-Grill-Steaks und die – trotz des miesen Wetters – gute Stimmung.

Samstag, 20. Mai 2006

Als wir unsere müden Körper gegen 9 Uhr aus dem Bett hieven und die Vorhänge aufziehen, lacht das Herz: die Sonne strahlt!

Kaum haben wir unsere Möppis zum Knüll-Camp gefahren, zeigt sich der Himmel leider wieder von seiner trübsten Seite. Dennoch kommen uns die ersten Tour-Gruppen entgegen; immerhin ist es bereits 10 Uhr.

Unbeirrt genießen wir in aller Ruhe das Frühstück (spätestens an dieser Stelle ein großes Lob an die Orga: mit frischen Brötchen und Rühreiern hatten wir nun wirklich nicht gerechnet, einsame Spitze!)

Als wir nach dem zweiten Kaffee endlich soweit sind, kehren die ersten Treff-Teilnehmer schon wieder zurück: „Tour-Guide verloren“ hören wir nur…

Mittlerweile schauert es erneut ein wenig: gerade richtig zum Losfahren! 🙂

Vom Camp aus fahren wir über Neukirchen und Schrecksbach nach Alsfeld. Bei einer Zigarettenpause in Kirtorf sichten wir die von Dolores angeführte „Krabbelgruppe“.

Eh gerade fertig mit dem Süchteln, sehen wir zu, dass wir hinterher kommen. Da wir kurz darauf an einen Kreisverkehr stoßen und nicht wissen, welche Richtung die Gruppe eingeschlagen hat, hat sich der „die-holen-wir-noch-ein-Ruf“ schnell wieder erledigt.

Allerdings glauben wir ihr Ziel zu kennen, daher schlagen wir uns über Kirchhain, Cölbe, Wetter, Münchhausen und Battenberg zum Bikertreff Dodenau.

Im Treff schlabbern wir Kaffee und Kakao und überlassen den kräftigen Regen sich selbst. Da es sich die "Krabbelgruppe" offensichtlich anders überlegt hat, wollen wir nicht länger warten und erkunden weiter im Alleingang die Gegend.

Viele kleine Wege weiter, stoßen wir plötzlich auf ein Schild „Nordrhein-Westfalen“ und kurze Zeit später auf einen Wegweiser nach „Bad Berleburg“, dem wir brav folgen. Dann biegen wir ab und durchqueren das Kneipp-Heilbad Bad Laasphe, das für sein wohltuendes Mittelgebirgsklima bekannt ist. Das Wetter ist hier wesentlich besser als in Hessen…

Dennoch verzichten wir auf die Erkundung der 22 Ortsteile im Rothaargebirge und auch auf den Eisdielenbesuch, denn wir meinen, einen solchen erst kurz vor Schwarzenborn verdient zu haben. So machen wir uns über Biedenkopf auf den Rückweg.

Zwar hätte uns die Universitätsstadt Marburg mit seinem Schloss schon interessiert, deren Oberstadt man nachsagt, krumm, buckelig, verwinkelt und steil zu sein und in der man das Mittelalter angeblich noch spüren kann. Da sich der Tag allerdings bereits dem späten Nachmittag zuneigt, daher beschließen wir, über Bürgeln nach Rauschenberg zu fahren. Klingt doch auch ganz nett und wir erhoffen uns dort einen Kaffee nebst großen Eis.

Der Empfang gestaltet sich dann jedoch alles andere als nett: Kaum haben wir das Ortseingangsschild passiert, fegt urplötzlich ein derart heftiger Wind um die Ecken, dass es die CB kaum noch auf den Reifen hält. Als dann auch noch heftiger Regen peitscht und sich Donner und Blitze bedrohlich grollend über uns breit machen, bleibt für die Eisdielensuche keine Zeit und wir flüchten in die nächstgelegene Gaststätte: das Hotel-Restaurant Lindenhof in der Bahnhofstraße.

Obwohl es sich offensichtlich um ein etwas feineres Cafe-Restaurant (mit angeschlossenem Hotel) handelt und in einem Extra-Raum eine private Geburtstagsgesellschaft bewirtet wird, lässt man uns – nass wie wir sind und dicke Wasserlachen genau dort hinterlassend, wo wir gerad stehen oder gehen – ohne Einwände einkehren und serviert uns den bestellten „großen Kaffee“ mit genau derselben Freundlichkeit, die ein fein-gekleidetes Paar erfahren hätte (großes Lob, denn so selbstverständlich ist so etwas selbst heutzutage nicht!)

Ein Kännchen Kaffee später zieht es uns dann doch zurück auf die Straße. Mittlerweile ist das heftige Unwetter nichtmal mehr im entferntesten zu erahnen und die Sonne lächelt sogar ein wenig verschmitzt durch die Wolken.

Langsam aber sicher knurrt der Magen. Daher versorgen wir uns im REWE gegenüber mit einem trockenen Brötchen und machen uns auf zum Endspurt Richtung Alsfeld und Oberaula (wo sich erneut dicke Wolken auftürmen) zurück nach Schwarzenborn.

Haben wir das Unwetter etwa nur geträumt? – Gewiss nicht – die morgens noch einwandfrei sauberen Straßen gleichen einem Schlachtfeld: Abgerissene Blätter, Zweige, Äste und sogar kleinere Baumstämme reihen sich unsortiert nebeneinander!

Erst viel viel später sollten wir erfahren, dass ein riesiges Unwetter über Hessen hereingebrochen war und für zahlreiche Verwüstungen gesorgt hatte…

Zurück zu Haus, hüpfen wir zunächst unter die Dusche und dann runter zum Knüll-Camp. Dort ergötzen uns an frisch gegrillten Putenschnitzeln, schlürfen ein-zwei-drei Bierchen und lauschen den lieblichen Klängen der eingeladenen Cover-Band (naja: „Aber-bitte-mit-Sahne“ musste nun wirklich nicht sein und die Macho-Sprüche hätte sich der Sänger sparen können…) Spätestens als zwei Nummern unserer zehn gekauften Lose in einer Band-Pause aufgerufen wird, vergessen wir unsere kalten Füße. Wir haben freie Wahl – die Ausbeute: ein Schlafsack und ein hübscher Louis-Travel-Bag – prima! 🙂

Sonntag, 21.05.2006

Wir waren vorgewarnt. Immerhin hatte die Orga am Vortag unüberhörbar verkündet, dass das Festzelt (und somit auch das Frühstück) um 9 Uhr abgebaut würde. Ziemlich tragisch, zumal wir 9 Uhr als frühest-möglichen Aufstehzeitpunkt auserkoren hatten…

Nach dem Duschen sind wir noch guter Dinge; hoffen wir doch, im Boglerhaus ein Frühstück genießen zu können. Allerdings müssen wir uns dort gegen halb 10 mit der Aussage zufriedengeben, dass wir dazu eine halbe Stunde früher hätten kommen müssen. Dumm gelaufen!

Aufgrund des morgendlichen Kaffee-Mangels nicht unbedingt fit, schwingen wir uns (so gut dies in einem solchen Zustand überhaupt schon geht) auf unsere Möppis und fahren einen kleinen Umweg bis zur AB-Auffahrt Homberg-Efze zur A7 (ok-ok, meine Schuld! *fg*). Gegen 11.30 Uhr hocken wir in der erst-möglichen Autobahn-Raststätte, um endlich(!) zu frühstücken.

Der Kaffee ist ganz ok und dank „Kamps“-Roggenbrötchen kann selbst meinereiner der stolze Preis von 11,30 Euro nicht ärgern. Für die Toiletten-Benutzung nimmt man dort übrigens gleich 50 Cent, allerdings gibt es dafßr einen Gutschein in derselben Höhe, den wir in der Raststätte gleich in Kaugummis umsetzen.

Der weitere Rückweg ist nicht sonderlich erwähnungswürdig:
Am Dreieck Kassel-Süd schlagen wir uns auf die A44, auf der wir ca. 150 öde Kilometer abreissen und wechseln am Autobahnkreuz Dortmund/Unna auf die A1 Richtung Bremen. Um uns die öde Strecke Ascheberg-L’hausen zu ersparen, verlassen wir allerdings bereits an der Abfahrt „Hamm-Bockum/Werne“ die AB und fahren über Werne – Südkirchen – Nordkirchen nach Lüdinghausen-City, um dort das dicke Eis zu verputzen, das bereits für den Vortag eingeplant gewesen war.

   

Hier geht’s zur Netbiker-Bildergalerie vom Treff.

Gefahrene km:
Freitag: 250
Samstag: 269
Sonntag: 262
(gesamt: 781 km laut CBR-Tacho, während der CB-Tacho insgesamt von 792 km spricht…)

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014