Normandie

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Sommer-Urlaub 2005
in der Normandie Frankreich

 

Vom 29.07. bis 07.08.2005 waren wir in Grandcamp-Maisy (Region Calvados) in der Normandie.

 

Freitag, 29.07.2005

Gegen kurz nach 10 Uhr schaffen wir’s nach der üblichen morgendlichen Trödelei endlich los zu kommen und machen uns über die B58 auf in Richtung Haltern/Wesel.

1. Stopp:

Nach gerade mal 58 Kilometern ist uns nach ’nem großen Pott Kaffee und so kehren wir in Wesel in ’nem klasse Frühstücks-Steh-Café an der Schermbecker Landstraße ein. Zum Kaffee gönnen wir uns ein lecker Käse-Grünzeug-Schnittchen und ein glückliches Thunfisch-Brötchen ohne Re, bevor es dann weiter Richtung Holland geht und wir bei Kleve dank Straßensperrung einen kleinen Umweg in Kauf nehmen müssen.

2. Stopp:

Gerade mal 120 km gerissen und in Venlo angekommen, strahlt uns direkt McDoof entgegen. Die Uhr zeigt 12:56 Uhr und somit Zeit für einen weiteren Kaffee.

Dort ist’s allerdings derart brechend voll, dass wir uns mit ’ner Zigarette begnügen, bevor wir planlos durch die City irren, dann aber doch (endlich!) die N273 Richtung „Maasbree“ finden.

3. Stopp:

Kaum haben wir „Baarlo“ passiert, regnet es plötzlich sintflutartigerweis und just in diesem Augenblick muss sich genau zu diesem Zeitpunkt eine rote Ampel in den Weg stellen.

Bevor wir endgültig bis auf die Knochen durchgeweicht sind (man sollte werksimprägnierte Moppedklamotten halt weder vor ’ner Tour waschen noch selbst imprägnieren!), orten wir auf der linken Seite kurz hinter McDoof (ja, schon wieder!) eine Frittenbude, in die wir bereits triefend-nass einkehren.

Während wir still vor uns hinbeten, die auf den Möppis verbleibenden Seitentaschen und Bags mögen wasserdicht sein, sehen wir dem Treiben auf der Straße zu, verdrücken jeder eine Pommes-Spezial (hmmm lecker!) und teilen uns – da man hier „Apfelschorle“ nicht kennt – ’ne Flasche Wasser und ’ne Dose Apfelsaft.

Nachdem die Hauptstraße endgültig überflutet ist und sich der Verkehr jetzt erstmal so richtig in Richtung Venlo staut, hört der Wetterfrosch auf, mit Wassertropfen um sich zu werfen, so dass wir gegen 14.30 Uhr endlich weiter fahren können. Dank einsetzendem Sonneschein trocknen unsere Klamotten relativ schnell… *hurra!*

4. Stopp:

Weiter geht’s über Maasbree und Dilsen, Genk, Hasselt und St. Truiden.

Gegen 17.00 Uhr haben wir gerade mal 250 km geschafft, hängen mitten in Belgien und beschließen, in einem urigen Lokal (wie hieß das noch gleich???) zwischen St. Truiden und Tienen einen Milchkaffee zu schlürfen…

Kaum haben wir die Leute beneidet, die sich dort gerad bei ’nem netten Wochenend-Einläut-Bier vergnügen, müssen wir auch schon weiter (die N29 entlang).

Als wir Charleroi erreichen, ist es bereits Abend geworden.
Das Wetter lässt inzwischen sehr zu wünschen übrig und mittlerweile haben wir wenig Hoffnung, den sich vor uns bedrohlich aufbauenden dick-schwarzen Wolken ungeschoren zu entkommen.

Nachdem wir unsere Regenkombis übergezogen, eine ältere Dame mit Hund verschreckt, dann aber doch einen Passanten gefunden haben, der uns netterweise den weiteren Weg erklärt, irren wir weiter durch die Stadt, finden trotz der Beschreibung den „Ausgang“ nicht und befinden uns plötzlich wieder genau vor dem Kreisverkehr, an dem wir vorher schon verzweifelt sind. Zu allem Überfluss fängt es an zu regnen, zu stürmen und zu gewittern.

So kehren wir fix an einer Tankstelle ein, trinken dort zwei Kaffee und zwei Kakao und nutzen die Zeit, uns von dem netten Tankwart den Weg erklären zu lassen. (übrigens auf englisch: in deeer Gegend weigert man sich entweder vehement, brocken-französisch-sprechende Deutsche zu akzeptieren oder aber nutzt es gnadenlos aus, endlich mal seine Englisch-Kenntnisse austesten zu können…)

Als das Gewitter endlich abzieht, müssen wir trotz Regen weiter dadurch, schließlich haben wir ein Hotelzimmer im B&B-Hotel in Amiens/Frankreich reserviert…

Die Stadtautobahn in Charleroi ist ziemlich besch…, zumal wir immer noch nicht wirklich wissen, wohin wir müssen und die offensichtlich einheimischen hupenden Autofahrer selbst bei Sch…-Sicht ganz klar im Vorteil sind! Irgendwann finden wir dann aber doch die richtige Straße in Richtung Grenze (Binche/Waudrez).

In Binche halten wir erneut kurz an. Hier sieht’s aus, als sei die Zeit stehen geblieben:
An vielen der total alten Häusern sind die Fensterscheiben mit Zeitung abgeklebt und Kopfsteinpflaster scheint hier der letzte Schrei zu sein…

Dass wir „Waudrez“ passieren, wird uns gar nicht klar (vielleicht kamen wir auch gar nicht dort vorbei???).Wie dem auch sei: wir müssen weiter und unser Plan sagt: „N563 bis Le Quesnoy“.

Nachdem wir irre viel Zeit auf dieser N563 vergeudet haben, endet diese seltsame Straße plötzlich im „Nichts“! Zumindest deutet kein Schild darauf hin, dass wir bei Weiterfahrt tatsächlich „Le Quesnoy“ erreichen werden…

Als wir – mittlerweile leicht verzweifelt und genervt – in der stockdusteren Einöde versuchen, die Karte zu studieren, verirrt sich der wohl einzige Mensch weit und breit daher und rät uns, einfach weiter geradeaus zu fahren und andere Richtungsschilder (z.B. nach Mons) zu ignorieren. Der Jüngling tut uns echt leid, denn in diesem Meganest möchten wir wirklich nicht tot über der Wäscheleine hängen!

Wesentlich mehr Mitleid haben wir dann allerdings mit uns selbst: Nachdem wir mittlerweile auf der D932 angekommen sind, verlieren wir einfach endlos Zeit.

Das Wetter wird immer miserabler, die Straße zusehends schlechter und nach einem Huckelpisten-Event mit riesigen, regenwassergefüllten Schlaglöchern liegen die Nerven einfach blank!

Wir halten auf einem abgelegenen Betriebsgelände kurz vor dem Ortseingang in Bavay, um erneut die Karte zu befragen. Als wir so da stehen, fährt glatt ein PKW vorbei, dreht um und fährt direkt auf uns zu.

Als wir feststellen, dass sich keine Schläger, sondern stattdessen ein junger Mann nebst seiner ebenso jungen Frau in der Dose verbergen, atmen wir auf und sind umso entzückter, als sie uns fragen, ob sie uns helfen können (hat man seinesgleichen schonmal in D’land erlebt??? Wohl kaum…)

Sie erklären uns auf englisch, wir sollten um diese Uhrzeit doch besser die Autobahn nehmen…

Ihren Rat befolgend, verlassen wir an dieser Stelle die verdammte Landstraße, suchen die nahegelengene N49 und fahren bis Valenciennes (war da nicht auch noch ein Stück Autobahn???)

Wir schlängeln uns durch einen verschlafenen Vorort (wie hieß der noch gleich??? Saultain???) und durch zahlreiche Kreisverkehre, bis wir den Anfang der Stadt erreichen:

Hier haben glücklicherweise gleich 2 Lokale geöffnet: Wir entscheiden uns für das „Au roi soldat“ (29 AVENUE LIEGE) und Norbäär bestellt uns 2 große „Café au lait“. Die Ausbeute: 2 kleine Tässchen Expresso.

So schnell geben wir nicht auf, versuchen es erneut und bestellen erneut zwei „GRANDES“!!!

Prima: Nun bekommen wir – statt des erwarteten großen Milchkaffees – eine – für unsere Verhältnisse – normale, Kaffeetasse mit diesem Starkbräu serviert, neben dem zwei Döschen Dosenmilch und ein Keks liegen…

Wir trinken tapfer aus, werden wieder einigermassen wach und unsere Laune steigert sich ganz erheblich!

Urplötzlich hat sich der Schuppen dann auch gefüllt: Neben einem Jüngling mit dosenmilchvernarrtem Hund haben offensichtlich auch 2 (alternde) Mädels das Bedürfnis, einen Drink zu nehmen und es wird lustig:

der Hund schafft’s trotz derber Anstrengung nicht, sich die leeren Dosenmilchdöschen von unserem Tisch zu schnappen und kümmert sich ’nen Sch… um den „Rosenjungen“, der in dieser Nacht offensichtlich noch auf eine wundersame Füllung seiner leeren Patte hofft…

Während wir krampfhaft überlegen, was WIR wohl mit ’ner Rose auf dem Mopped anfangen sollten, hat eine der alterden Ladies ihm bereits eine aus seinem Strauss herausgezogen.

Als er anschließend an unseren Tisch herantritt und mich bittet, mir eine auszusuchen, da „Patrick“ (= der Wirt) eine ausgegeben habe, suche ich mir gerührt eine knallrote heraus…

(Übrigens: Wir schnallten sie auf meinen Gepäcksack und sie zierte – obwohl sie dabei geknickt wurde – bis zum letzten Urlaubstag die einzige Vase unserer Ferienwohnung!)

Nachdem wir unseren Kaffee-Dope hinter uns haben, fragen wir Patrick und Co nach dem besten Weg nach Cambrai/Amiens. Alle Anwesenden raten uns eindringlichst, die Autobahn zu nehmen und die Nationalstraßen zu meiden, da hier offensichtlich unglaublich viel gebaut wird und er Weg – gerade in der Nacht – nicht nur verdammt schwer zu finden, sondern auch zu erklären sei.

Als wir weit nach Mitternacht abfahren, nimmt man uns das Versprechen ab, auf dem Urlaubs-Rückweg unbedingt wieder vorbei zu schauen, falls wir Valenciennes kreuzen…

Die A2 ist bei Nacht ist blanker Horror, aber schließlich landen wir endlich im völlig verschlafenen Cambrai und beschließen, bei Quick-Burger (route de valenciennes in 59400 Cambrai) ’nen Kaffee zu trinken. Das „Restaurant“ hat längst geschlossen, aber schließlich gibt’s dort einen Drive-in-Schalter. Zwar blicken die Fahrer der vor mir stehenden Autos ein wenig irritiert, als ich mich zu Fuß hinter die Auspuffe hänge, aber zumindest bekommen wir die bestellten beiden Hamburger. Anschließend quälen wir uns weiter, schließlich ist das Zimmer in Amiens immer noch Nachdem wir unsere Hamburger vertilgt haben, quälen wir uns weiter, schließlich ist das Zimmer in Amiens noch ca. 75 km entfernt…

Wir nehmen die N30 in Richtung Amiens/Longueau.
Die Strecke ist bei Nacht wirklich übel: es geht rauf und runter, rauf und runter, es ist fast dauerhaft stockduster und nur ganz selten passieren wir einen der minimal beleuchteten kleinen Orte.

Nachdem wir noch zweimal anhielten, um eine Zigarette durchzuziehen, singen wir beide den Rest des Weges vor uns her, um vor lauter Müdigkeit nicht von den Möppies zu fallen:

Als wir schließlich nach 535 km am BB-Hotel in Amiens ankommen, zeigt die Uhr 4:30 Uhr an.

Wir checken fix ein:
Dies funktioniert tatsächlich problemlos über Norbärs Kreditkarte (die er extra für diesen Urlaub angefordert hat, was auch verdammt gut so war!): Der Automat spuckt den Code für das Öffnen des Zimmers Nr. 51 aus. Nachdem wir den Code an der Zimmertür eingetippt haben, sind wir bereits drin. Wir verzichten auf’s Duschen und fallen sofort todmüde in die Falle.

Samstag, 30.07.2005

Noch haben wir ein großes Stück vor uns, drum rappelt der Wecker am nächsten Morgen erbarmungslos um 08:30 Uhr.

Nach einer fixen Dusche schleppen wir uns zum hundemüde zum Frühstück. Der Kaffee aus dem Automaten schmeckt verdammt gut!

Neben Croissants gibt es noch ein paar Stücke Baguette, Toastbrot, Marmelade, Honig, Magerine, Joghurt und Müsli: alles extrem einfach, aber für den Preis völlig ok!

Geraucht werden darf allerdings nicht: wir verziehen uns dazu nach draußen.

Die Rezeptionsdame empfiehlt uns auf Anfrage, direkt am Hotel die Autobahn (A29/E4 Richtung Neufchatel-en-Brac) Richtung Amiens zu fahren (natürlich fehlt diese komplette in der alten Frankreich-Karte von 2003…) *ich_hasse_Autobahnen!!!*

Natürlich ist das Stück auch gleich mautpflichtig, aber egal: hauptsache, wir kommen voran.

Kurz nach Amiens giert’s Norbääär’s CBR nach Sprit.

Somit nehmen wir die erste Tanke auf der Bahn und fragen uns bereits vor’m Tanken, wo man wohl bezahlt…

Nachdem wir keine Kasse ausmachen können, fragen wir zwei französische Goldwing-Fahrer, die uns prompt erklären, dass es ohne eine französische Tankkarte nicht funktioniert.

Offensichtlich schauen wir derart verzweifelt-traurig aus der Wäsche, dass einer der netten Franz-Biker fragt, ob wir bar bezahlen wollten und uns daraufhin anbietet, auf seiner Karte zu tanken. – Klasse!!! (Wären Deutsche genauso nett gewesen?)

Weiter geht’s und schließlich müssen wir auf die A28/E44 in Richtung Le Havre/Honfleur (Brücke der Normandie).

Um kurz nach 13.00 Uhr (????) machen wir Halt auf einem – leider völlig mit hungrigen Gästen überfüllten – Rastplatz. Statt frischem Baguette müssen wir uns mit einem Thunfisch- und Käse-Schinken-Baguette aus der Truhe begnügen, trinken 2 Kaffee, ruhen uns knochenausstreckend auf dem Bordstein aus und fahren weiter, nachdem ich die lange Anstehzeit an der Damentoilette hinter mich gebracht hatte…

Den nächsten Stopp gibt es ca. 50 km vor „Le Havre“:

Kaum haben wir die Moppeds abgestellt und uns ’ne Zichte angezündet, hält neben uns ein Wagen: Als die auf dem Beifahrersitz schlafenende Madame plötzlich erwacht, haben wir große Mühe, nicht direkt in den nächstgelegenen Bordstein zu beißen, denn „Madame“ trägt Lockenwickler vom Feinsten!!!! *sfg*

Als wir uns kaffeegestärkt zurück in Richtung Autobahn machen, stutzt Norbäär bei der Auffahrt.

Spätestens als wir auf der Bahn weilen, hat auch meinereiner das Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Somit hupe ich mehrmals kräftig, bevor ich die nächste Ausfahrt wieder abfahre und mich oben auf die Brücke stelle. Norbääärs CBR ignoriert es…

Kaum stehe ich oben auf der Brücke und frage mich, wie lange ich jetzt wohl warten muss, bis Norbääär merkt, dass er nicht weiter verfolgt wird, nehme ich mit großem Erstaunen zur Kenntnis, dass da gerade WER sein Mopped rückwärts bis zur Abfahrt schiebt!!! (Oha: es ist sauwarm und Norbär schwitzt… *g*)

Jeder andere hätte mich für diese Aktion wahrscheinlich erschlagen! (schließlich waren wir tatsächlich richtig!) Seltsamerweise hat Norbääär mir verziehen…

(Naja, kein Wunder – schließlich hat er auf diese Art und Weise endlich mal erlebt, wie es ist, an derselben Mautstelle – gegen Gebühr – ab- , um anschließend direkt wieder – ticketziehend – aufzufahren! *beschämt_lächel*

Nach diesem „kleinen Faux-Pas“ geht es unbeirrt weiter in Richtung Le Havre. Kurz vor der letzten Mautstelle gibt’s allerdings einen Stau:

Während Norbääär darauf drängt, sich rechts vorbeizuschlängeln, reiht sich Schisshase Susy lieber ein und quält ihre kupplungsziehenden Handgelenke…

Kaum haben wir die Mautstelle passiert, rufen wir bei EuroRelais an:

schließlich haben wir bereits 16.30 und wissen schon jetzt, dass wir niemals nicht zur verabredeten Zeit (spätestens 18.00 Uhr!) in Grandcamp-Maisy sein können…

Glücklicherweise gibt man sich bei der Agentur „kulant“ und verspricht, zurück zu rufen, falls es Probleme geben sollte, die Appartement-Schlüssel gegen – von uns vorgeschlagen – 19.00 Uhr in Emfpang zu nehmen…

Dann die Brücke der Normandie, über die wir die Seine überqueren: Waaahnsinn!!!

Noch wahnsinniger ist allerdings die Brücke davor: diese gleicht einer Achterbahn!

Während Autofahrer eine Fixgebühr von 5 Euro für das Überqueren zahlen müssen, dürfen Motorräder auf der Fahrradspur einfach so vorbei: klasse!!! 🙂

Leider fehlt uns die Zeit, bei den angenehm-sonnigen Temperaturen an der Brücke zu verweilen: schließlich sind wir eh spät dran…

Nach der Brücke fahren wir über die Nester – nachträglich gesehen eine ziemlich dumme Idee!

Zumindest lernt man jetzt mal die – sonst so überaus-verdammt-netten Franzosen – in ihrer Eigenschaft als Autofahrer kennen: Obwohl dort ein Schild 70 steht und ich 70 fahre, will mich mein Hintermann in seiner Dose von der Straße schieben. Als er endlich überholen kann, flucht er und hupt wie ein Irrer.

Irgendwann wird’s uns zu bunt und wir wechseln auf die D513 Richtung Deauville:
Dort der ultimative Schock: urplötzlich geht es bergab wie in Oberbayern und kurz vor’m Schluss der Schräge warte auch noch eine Ampel – natürlich ist diese rot – oh graus!!!

Mit letzter Kraft halte ich Kupplung und versuche nicht daran zu denken, was passieren mag, wenn ich die Bremse irrtümlich los lasse…

Selbstredend lässt sich die Ampel mit der Umschalterei verdammt viel Zeit und kurz bevor die die Straße endgültig wieder gerade Ebenen annimmt, geht’s auch noch rechts ab!

Für einen unerfahrenen, Moppedfahrer, den die Kraft eh längst verlassen hat, eine Wahnsinns-Herausforderung, aber es gelingt!!!

In der City sieht man eine Menge scheinbar gut-betuchter Leute, es ist rappelvoll und wir fahren mitten in den Stop-and-go-Verkehr. Zuviel für meine eh schon zum Zerreissen angespannten Nerven (vor allem aber für meine geplagten Handgelenke!)

Die nächste Möglichkeit biegen wir einfach links ab und versuchen wieder das Hinweisschild nach „Caen“ zu finden.

Kaum haben wir den Ort verlassen, verlässt mich endgültig die Kraft und ich halte an einer Bushaltestelle.

Es dauert nicht lang, und vorausfahrend Norbääär steht auch wieder neben mir…

Nach einem kurzen Blick auf die Uhr (18.30 Uhr) wird uns klar, dass wir es gemeinsam keinesfalls pünktlich zum – immerhin noch 70 km entfernten – Zielort schaffen werden. Leider können wir bei „EuroRelais“ niemanden mehr erreichen. Die deutsche Hotline legt sofort wieder auf, die französische und niederländische ist angeblich dauerbesetzt. Was nun – großes Fragezeichen…

Ich überrede Norbär, allein weiterzufahren, damit er wenigstens noch einigermaßen pünktlich an die Schlüssel kommt, da ich befürchte ansonsten nachts auf der Straße schlafen zu müssen.

Obwohl er sich anfangs extrem dagegen wehrt, zeigt er sich plötzlich einsichtig und fährt los. Wohl ist ihm allerdings nicht dabei, zumal mein Handy absolut keinen Empfang hat bzw. einfach kein Netz wählen will.

Händeausschüttelnd genehmige ich mir noch zwei Zigarettchen und setze mich dann wieder in Bewegung: nützt ja alles nix: ich muss dadurch, schließlich wird’s bald dunkel!

Nachdem mich zahlreiche Dosenfahrer sicher liebend gern von der sich abwärts-schlängelnden Straße gekegelt hätten, komme ich – wider Erwarten – heil in Cabourg an und düse in Richtung Hafen. Als ich einen McDoof sehe, werf ich fix den Anker und gönn mir dort ’nen Kafee…

Kaum habe ich den Becher geleert, fängt es an zu meimeln (sch…!), drum will ich fix weiter, aber sch… war’s: hatte ich mich doch mittem Möppi auf einen dieser blauen Behindertenparkplätze gestellt. Zum einen war dieser leicht abschüssig und der Belag zum anderen aalglatt, so dass ich bei jeglichen Rückwärtsschieb-Versuchen gnadenlos abrutschte! (Wie kann man nur sooo bescheuert parken!!!?)

So „ruckel“ ich die CB halt zentimeterweise rückwärts, bevor sich – EEENDLICH – ein älterer Herr erbarmt, mich fragt, ob er mir helfen kann und mir beim letzten Stück der Schieberei behilflich ist… (was wär man in F ohne die Hilfe der netten Franzosen???)

Nachdem ich mich weiter vorgekämpft habe, sehe ich dann endlich das Ortseingangsschild von Caen – prima!

Noch ehe ich mir ’nen Kopp machen kann, wie ich durch die Großstadt finden soll, sehe ich ein Schild mit der Aufschrift „CHERBOURG“. Kann nicht so verkehr sein, denke ich und folge ihm einfach. Ich scheine auf einer Art Stadtautobahn gelandet zu sein. Später stellt sich heraus, dass ich mich auf der richtigen Straße, der N13/E46 befinde.

Kurz nachdem ich CAEN hinter mir gelassen habe, blendet mich die Sonne total, so dass ich kaum noch die Straße sehen kann. Nach einer Weile sehe ich einen Parkplatz und fahre erstmal rechts ran, um meinen Armen eine Pause zu gönnen und zwei zu rauchen. Währenddessen rasen die zahlreichen Dosen wie irr an mir vorbei, ist mir aber mittlerweile ziemlich egal, ich will nur noch ankommen!

Als ich meinen Weg fortsetze, verschwindet die Sonne langsam in den immer dichter werdenden Wolken und mir schwant, dass es mir heute nicht erspart bleiben wird, genau in die die dichte Wolkenfront fahren zu müssen, die sich da in der Ferne vor mir aufbaut…

Panikmachen gilt nicht und schließlich stellte sich heraus, dass die Wolken viel schlimmer taten als sie letztendlich waren: Es regnete nur halb so heftig, wie man es hätte vermuten können. (Ob’s an der Küstennähe lag?) Und ehe ich mich verguck‘, prangt mir das Schild  „Isigny-sur-mer“ und „Grandcamp-Maisy“ entgegen – HURRA!

Natürlich nehme ich direkt die erste Abfahrt, komme daraufhin durch irgendwelche endlosen Bauernschaften und schließlich bin ich da!!!

Der erste Weg führt mich in Grandcamp-Maisy zum Hafen, denn ich finde das klingt zentral und somit gut.

Eigentlich hatte ich gehofft, Norbär dort anzutreffen, aber das war wohl nix. Ich stelle die CB ab und laufe qualmend zu einer Säule mit Infotafel und Straßennamen. Irgendwie bin ich so fertig, dass ich absolut nix mehr raffe.

Ich krame den Zettel mit den Infos raus, denn den Straßenamen „Madame Emile Damecour“ hab ich längst wieder vergessen und dieses dolle Restaurant „Au bon weekend“ finde ich auch nicht.

Ich fahre weiter durch die Stadt und lande an einer engen Straßengabelung, wo viele Jugendliche herumschwirren. „Mist, da ist Schotter!“ Obwohl ich mich bereits dem Gelächter ausgesetzt sehe, wenn ich mich dort löffle, schaff ich’s, auf’m Bock zu bleiben und stehe plötzlich an einer Kirche (und in der Nähe soll dieser dolle Platz ja sein).

Da ich ihn immer noch nicht finden kann, frage ich einen jungen Bengel. Der kennt das Restaurant auch nicht, aber zumindest die Straße und meint, dort müsse ich hergekommen sein, denn die gesamte Hauptstraße in den Ort (incl. Shoppi, dem dollen Supermarkt heiße so). Ich mach mich dort wieder auf und sehe plötzlich links eine weitere Kirche. Als ich auf den großen Platz fahre und gerade ratlos durch die Gegend schau, wird plötzlich eine Gardine zur Seite geschoben und Norbär reißt die Tür auf!

Welch Erleichterung, ich bin endlich da!!!?
Zu diesem Zeitpunkt zeigte mein km-Zähler schlappe 873 Kilometer an

Zu meinem Erstaunen berichtet Norbär, er sei auch noch nicht lange dort…
… und der Verwalter wohne gleich nebenan und somit war alle Eile umsonst…

Als ich mir die Hütte anschaue, merke ich, dass etwas nicht stimmt: man hat uns in ein Studio verfrachtet. Wir kramen die Beschreibung von „Alouette“ (Hauscode CAEN-14450-05) und ich glaube es kaum:

So sollte es sein:

Erdgeschoß:1 Wohnzimmer (offener Kamin), 1 Küche (Mikrowelle,Geschirrspüler, Waschmaschine).

Im 1.Stock:

1 Schlafzimmer (Doppelbett, Waschbecken,

1 Schlafzimmer (Einzelbett, Doppelbett, Waschbecken,

1 Badezimmer (Badewanne/Dusche, Waschbecken, WC).

Allgemein:

Heizung (Zentral), Terrasse (umzäunt), Gartenmöbel, Grill.

Tatsächlich fanden wir ein Studio im Erdgeschoss vor:

1 Wohnzimmer mit Doppelbett), 1 Kitchenette mit Mikrowelle und 1 Badezimmer mit Waschbecken, Dusche und WC.

Nichtmals der Jacke entsprungen, laufe ich entnervt zur Rezeption und treffe auf den Verwalter: einen einarmiger Franzosen. Irgendwie ist er mir nicht sonderlich sympathisch, zumal ich mich absolut verar…. fühle, als er mir sagt, dass wir mit „Alouette“ ein Studio gebucht hätten, das immerhin völlig ausreichend für 2 Personen sei…

Letztendlich traf ihn aber absolut keine Schuld, denn wie sich später herausstellte, hatte EuroRelais eine falsche Beschreibung ins Internet gestellt (die uns im nachhinein 134 Euro Ermässigung einbrachte…)

Zur „Wiedergutmachung“ gab uns der nette Verwalter nicht nur die bestellte Bettwäsche für lau, sodern kam auch wenige Minuten später nochmal vorbei, um uns eine Flasche Wasser und eine Flasche Wein zu überreichen! Wirklich nett von ihm!

Nachdem wir fix geduscht und uns in die Jeans geschält hatten, liefen wir dann gegen 21.30 Uhr (ja???) los in Richtung City und landeten in einem Restaurant namens „La Trinquette“.

Kaum sassen wir, bereuten wir unsere Entscheidung, denn die Bedienung war durchweg versnobt und das bestellte Bier (Amstel!) war wohl das Schlechteste, was mir je untergekommen ist!

Norbert bestellt ein gut durchgebratenes Steak „Pave de Beuve“ (pavé = Pflasterstein, beuve = was auch immer; boeuf= Rind): es triefte vor Blut! Ich bestelle ein Hacksteak, Pommes und Salat „Jambon Frites“: ebenfalls blutig!

Da sich Koch und Bedienung vorab schmunzelnd und auf uns zeigend unterhielten, fühlen wir uns mächtig verar… Leider sind wir zu fertig, um jetzt auch noch eine Beschwerde auf französisch zu formulieren, drum lassen wir die Hälfte stehen und sehen zu, dass wir schnellstmöglichst daraus kommen.

An der dunklen Strandpromenade kehren wir dann in eine schummerige Kneipe ein: „La Fregate“…

Diese erweist sich als supercool: dort tummelt sich eine Unzahl junges Volk, es läuft düstere Musik und den Boden ziert eine dicke Schicht Sand. Wir probieren erstmal zwei Carlsberg an der Bar. Anschließend 2 Kaffee und schließlich 2 Kronenbourg 1664 endlich genießbares, leckeres Bier!

Ein Franzose, vielleicht Anfang/Mitte 50 quasselt uns an und erzählt uns, dass er mal mehrere Jahre in Trier stationiert war. Leider reichen unsere Französisch-Kenntnisse nicht wirklich für ein Gespräch, zumal wir erst nach einer ganzen Zeit begreifen, dass es sich bei „Gerard“ nicht um “ Jacques Chirac“ handelt, sondern er Gerhard Schröder meint.

Später gibt’s noch ein Pilskaff und ein letztes Bier, dann ist es auch schon 2.00 Uhr und man bittet u.a. uns, zu zahlen, weil man schließen will. Das geht binnen weniger Minuten ratz-fatz und wir laufen nach Hause.

Sonntag, 31.07.2005

Ruhetag!

Nach dem Aufstehen hetzen wir gegen kurz nach 11 Uhr ungeduscht zum Supermarkt, denn angeblich soll dieser geöffnet haben. Wir haben verdammtes Glück: als wir um 11.45 Uhr dort ankommen, sehen wir auf dem Schild, dass er um 12.00 Uhr schliesst.

Wir kaufen alles Nötige ein: Baguette, Käse (komischerweise gibt’s hier keinen Gescheiten, daher entscheiden wir uns für Emmentaler und ’ne Packung Bonbel), ’ne Packung Frischkäse, der sich als ziemlich lecker herausstellt, Tomaten, Teelichter, Kronenbourg 1664, Wasser, Filtertüten, Toilettenpapier, Quark, Thunfisch, Marmelade und Spüli (um zu Haus festzustellen, dass Spüli dagewesen wäre).

Nach dem Frühstück geht’s erstmal duschen und anschließend ’ne Runde auf Erkundung durch die Gegend Richtung Hafen und Strand.

Nachdem wir alles gesehen haben, hocken wir uns an der Strandpromenade auf eine Bank und bleiben stundenlang nichtstuend und die sich nähernde Flut beobachtend dort sitzen. Regenzeug ist letztendlich nicht mehr nötig, die Sonne kommt sogar durch.

Als dann die Flut kommt, kommt richtig Leben in den Hafen. Klasse!

 

An diesem Abend beschließen wir, etwas vernünftiges zu essen:

Um jegliches Risiko auszuschließen, besuchen wir eine Pizzeria am Ende des Hafens „L’Escapade“:

Norbär isst eine Pizza „Normandie“ (mit Thunfisch und flüssiger Sahne drauf, wusste er vorher aber auch nicht), meinereiner eine Pizza Nicoise (mit Thunfisch und Ei).
Der Wirt ist zur Abwechslung mal ein ganz Netter und dazu schmeckt es auch noch!

Montag, 01.08.2005

Nach dem späten Aufstehen machen wir uns auf zur 1. Tour in Richtung Cherbourg.

Zunächst nehmen wir die D514 bis Osmanville. Wir fahren durch Isigny-sur-Mer und tanken dort, stellen fest, dass man dort keinen Luftdruckprüfer hat und fahren auf Empfehlung der Tankwartin zurück in die City zu Renault. Dort prüft man gern die Luft an der CB und pumpt ein wenig auf.

Weiter geht es auf der N13/E46 Richtung Catz. Dort verlassen wir die Nationalstraße und biegen in einen kleinen Weg (D89 Richtung Brevands?) ein. Er entpuppt sich als Sackgasse, aber wir haben das Meer gesehen und einige Fotos geschossen. Wir müssen wieder zurück, schlagen uns erneut auf die N13 und fahren dann bis Vierville.

Auf dem weiteren Weg nach St. Marie du Mont bremst Norbär abrupt, stellt seine CBR zappelnd an den Straßenrand und schüttelt unter meinen kopfschüttelnden Blicken panikartig seine Jacke ab. Nach dieser filmreifen Vorstellung klärt er mich dann auf: eine Wespe war in seine Jacke geflogen und hatte ihn gleich zweimal in den Arm gestochen. Nur gut, dass er nicht allergisch ist!

Vom Ort aus folgen wir der Beschilderung zum Utah Beach.

Dort gibt es zwar auch ein Museum, dieses tun wir uns aus Zeitgründen allerdings nicht an. Stattdessen wandern wir kurz am endlos langen Strand endlang.

Da wir kein Strandcafé finden, laufen wir zum nahegelegenen Campingplatz Utah-Beach und staunen nicht schlecht, als wir dort – zum ersten und letzten Mal in diesem Urlaub – einen echten Milchkaffee in einer Riesentasse bekommen (und das für zusammen weniger als 4 Euro)!

Die Küstenstraße ist wesentlich besser als gedacht und wir folgen ihr erstmaleine ganze Weile (D329/D421), über „Les Dunes de Varreville“ und „Ravenille“, „Les Gourgins“ und „Quineville“, anschließend über die D14 bis http://quettehou.free.fr/“ target=“_blank“>Quettehou. Dort reizt die Insel im Meer, „Ile de Tatihou“, die allerdings ist nicht befahrbar.

Leider können wir auch nicht auf die Burg. Es ist nur möglich, drumherum zu gehen. Angesichts des Schildes, das besagt, dass der Rundweg 3 km lang ist, lassen wir es und fahren weiter.

Diesmal auf der D902 bis Barfleur. Dieser Ort soll ja sooo toll sein: mir gefällt er nicht so besonders. Am Hafen trinken wir einen Kaffee und fahren weiter auf der D901 bis Cherbourg.

Plötzlich liegt uns diese Stadt zu Füßen: Der Blick vom Hügel aus ist absolut überwältigend: Wir fahren langsam herunter und landen an einem kleinen Minihafen im Stadtteil „Octeville“ (richtig???)

Mittlerweile dämmert es arg. Wir stellen die Möppis auf einen Parkplatz, bewundern die weit oben auf dem Berg sichtbare Burg und setzen uns in eine Pizzeria (bzw. davor, denn innen ist kein Platz mehr). Der Kellner erklärt uns, es gäbe zu der Uhrzeit (es ist kurz vor 22.00 Uhr) nur noch Pizza. Prima, kein Problem. Die Pizza schaut gut aus, schmeckt aber nicht so besonders: der Boden ist wenig teigig und blättert total. Norbär isst eine Calzone (???) und meinereiner eine Pizza-Paprika.

Nach einem weiteren Kaffee, wird es Zeit für den Heimweg: Diesmal nehmen wir direkt die N13/E46 bis Osmanville.

Die Fahrt ist der reinste Horror: es ist dunkel, kalt und streckenweise recht neblig. Außerdem weiß ich jetzt, wie wichtig es sein kann, sein Visier sauber zu halten, denn alles spiegelt ohne Ende!

Kurz vor jenem fahren wir noch auf einen Rastplatz (dieser ist – wie fast alle in Frankreich – erst nach großem Imkreisgefahre erreichbar): doch Pustekuchen: alles hat geschlossen und öffnet erst wieder um 6.00 Uhr morgens. Als wir endlich zu Haus sind, ist es kurz nach 1 Uhr (nachts!) Wir gönnen und noch ’nen Kaffpils und schaffen’s gegen 5.00 Uhr ins Bett.

Dienstag, 02.08.2005

Wir schlafen bis fast 14.00 Uhr.

Da sich keine lange Tour mehr lohnt, beschließen wir, heute die Küste abzufahren: Wir nehmen die D514 und halten zunächst am „Le Pointe du Hoc“ (dem berühmten von Granaten durchlöcherten Felsen. Die Felsen sehen wir nicht, dafür viele Bunker und riesige Bombenkrater in der grünen Landschaft. Die Sonne gibt Ihr Bestes und in Motorradkluft ist es fast zu warm: dennoch hat das Ganze etwas eigenartig Beklemmendes…

  

Anschließend geht’s weiter über Vierville-sur-Mer nach St. Laurent-sur-Mer, um dort den amerikanischen Soldatenfriedhof „Cimetiere USA“ mit den zahllosen weißen Holzkreuzen zu besichtigen. Das riesige Tor zum Friedhof ist geschlossen und zwar fahren viele PKWs heraus, aber keiner mehr rein. Ein Schild belehrt uns, dass der Friedhof um 17.00 Uhr schließt: wir haben 17.05 Uhr. Leider raffen wir an jenem Tag nicht, dass genau dort auch „Omaha Beach“ beginnt, wo wir sehr gut hätten mal herumschauen können.

So fahren wir weiter Richtung Colleville-sur-Mer und Port-en-Bessin-Huppain, verlassen dort die Küstenstraße und nehmen die D6 bis Bayeux.

Wir verlassen die Küstenstraße und fahren die D6 bis Bayeux. Dort machen wir uns auf in den Riesensupermarkt E.Leclerc und finden dort tatsächlich zwei dieser günstigen Schülerkalender *freu*!

Daneben ergattern wir dort ’nen Kaffee, den wir für ’ne Art Caro-Kaffee halten.

Mittlerweile wissen wir allerdings, dass mit der Aufschrift „Chicoree“ nicht der (Endivien-)Salat, sondern „Zichorie“ gemeint ist, was immer das auch sein mag… vielleicht Zuckerrüben? Norbär wird das schon noch rauskriegen (g) Leider isser nicht koffeeinfrei, was ich nach der ersten Tasse direkt merke…

Daneben kaufen wir die superlecker Jogis, dies damals bereits an der Atlantikküste gab und das macht mich spätestens am nächsten Morgen endgültig selig! *fg*

Auf dem Rückweg nehmen wir zunächst die N13 Richtung Cherbourg, biegen dann aber wieder auf Nebenstraßen ab und landen schließlich in Vierville-sur-Mer.

Nachdem wir feststellen, dass das Nest nichtmals einen Laden besitzt, finden wir doch noch den Weg zum Strand. In einem Strandcafe trinken wir Kaffee und essen schließlich (Norbert ein … wie hieß das Teil nochmal das aussah wie ne Minipizza?, meinereiner eine Käseomelette und grünen Salat).

Als wir heimfahren ist es auch schon wieder dunkel und Nebel zieht auf. Es wird sehr kühl. In Grandcamp-Maisy fahren wir über die Promenade und anschließend nach Hause.

… und es wird bei Pilsbier-Kaff wieder 4.30 Uhr…

Mittwoch, 03.08.2005

Unsere Müdigkeit nützt und auch nix: wenn wir schonmal in der Normandie sind, müssen wir natürlich unbedingt zum „Le Mont St. Michel“ !

Zunächst nehmen wir wieder die D514 bis Osmanville. Dort fahren wir auf die N13 bis Carentan ((?)
Nach einigem Gesuche und Rückfrage bei zwei netten Damen mit Hund finden wir die D971/D2, der wir bis Coutances folgen (ja??? Ist das so richtig Norbääär???

Die Straßen sind fast komplett gerade und es geht rauf und runter, rauf und runter…

Dann nehmen wir die D971 bis Granville, wo wir auf die D973 wechseln.

Leider bleibt uns keine Zeit, in Granville anzuhalten, wo der Blick auf den „Heiligen Michael“, wie Norbäär das Kloster zu nennen pflegt *sfg* fantastisch sein soll.

Auch in Avranches bleibt uns keine Zeit, den Blick zu genießen.

Wir nehmen gleich die N175/D43/D75/D275 und schließlich liegt er da vor uns:

Gern würd ich ihn mir von weitem einmal richtig anschauen, doch irgendwie sind dauernd Felder zwischen ihm und uns. Ganz eigenartig…

Voller Vorfreude steuern wir auf ihn zu…

In dem Ort am Fuße des Megaklosterbergs, „La Rive“ brakt mir an einer Stoppstraße ein Irrer mit seiner Dose auf die CB. Nachdem ich mein Schätzken auf einem Parkplatz abgestellt habe, stelle ich fest, dass das Nummernschild ein wenig verbogen ist. Der Übeltäter mit seinem großen Vehikel (Groß-Jeep oder sojet ähnlichet) parkt brav hinter mir, der ältere Herr und seine Madame machen allerdings keine Anstalten auszusteigen: Bequemlichkeit oder Angst??? Egal, ist nix passiert, drum geht’s weiter. – Norbär hat von alledem nichts mitbekommen.

Ehe wir uns versehen, befinden wir uns auch schon auf der schmalen Zufahrtsdeichstraße zum Mont-Saint-Michel.

Zwar habe ich im Kopf, dass man nach 17.00 Uhr nicht mehr auf die Insel kann, allerdings scheint dies eine Fehlinfo zu sein. Kurz vor dem Mont werden wir auf einen Parkplatz dirigiert. Nachdem wir je 1 Euro fürs Möppi gezahlt haben, fahren wir bis ganz vorne ran und stellen unsere Möppis dort ab.

Schade, wir haben nicht viel Zeit (schließlich ist’s bereits halb 6 ???)

   

Mit Erstaunen stellen wir fest, dass es dort eine echte Stadt gibt! Die Gassen sind irre doll gemütlich und angesichts der zahlreichen Leute, die gerade mit ihren Koffern anreisen, ärgere ich mich ein wenig, dass wir nicht auch eine Nacht im dortigen Hotel verbringen können. Das wär’s echt gewesen!Wieder einmal bedaure ich, dass wir vorab buchen mussten und nicht auf’s Geradewohl dort übernachten konnten, wo’s gerade schön ist! Wir gehen noch einmal kurz die Treppen hoch und stellen fest, dass man zum Besichtigen mindestens einen halben Tag benötigt.

Wir aber müssen uns schon wieder auf den Rückweg machen. Auf der D275 halten wir an einem der zahlreichen Pommesstände, weil man hier noch einmal auf den Mont schauen kann. Die Pommes sind sch…, der Kaffee auch: man serviert uns hier tatsächlich 2 Tassen heißes Wasser und 2 Tütchen Instantkaffee für schlappe 4 Euro(???)

Spannend ist zumindest der Besuch des ersten Dixi-Steh-Klos, das ich mir mit einer Wespe teile… *g*

Der Rückweg ist irre langweilig. Es dunkelt bereits und meine Laune ist nicht die Beste:

Wir nehmen die A84 Richtung Caen (ich hasse Autobahnen!!!)
Südlich von St-Lo wechseln wir auf die D999.
„Unter“ St-Lo wechseln wir auf die D999. Dort geht’s mal wieder rauf und runter, rauf und runter und das endlos öderweis immer wieder!

Am Kreisverkehr vor St-Lo nehmen wir die Umgehungsstraße Richtung Carentan(?) und finden schließlich den Weg zur N13. Dort fahren wir bereits an der Abfahrt Isigny-sur-Mer ab, denn dort wollen wir eigentlich etwas essen.

Obwohl es gerade kurz nach 21.00 Uhr ist, weist man uns gleich in 2 Lokalen mit dem Hinweis ab, dass die Küche (oder aber der ganze Laden) gerade geschlossen hat bzw. gerade schließt.

So machen wir uns fix auf nach Grandcamp-Maisy und fahren mit den Möppis direkt in die „City“. Gerade habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, an der abends geöffneten Strandbude zur Not ein paar Crepes zu futtern, stellen wir fest, dass die Pizzeria am Hafen noch geöffnet hat. Zwar lechzen wir nach einem frischen Salat mit Tomaten, Thunfisch und mehr, das allerdings müssen wir uns hier im Urlaub wohl abschminken…

So gibt’s für Norbär eine Pizza (mit ???) und für meinereiner Camenbert-Geflügel-Schnitzel mit Pommes. Die Camenbert-Sauce ist absolut scheusslich, aber der Hunger treibts rein.

Ob das wohl wirklich DER Camenbert, der bekannteste Käse der Normandie war??? Wie heißt es so schön:

Original-Camembert stammt ausschließlich aus der Normandie, wird dort seit jeher nur „au lait cru“ (= besonders aromatischer Rohmilch) hergestellt und muss handgeschöpft sein, was auf dem Etikett an der Bezeichnung „moulé à la louche“ zu erkennen ist. Seinen weißen Pelz bekommt er durch Zusatz von Edelpilzsporen. Echter Camembert kommt nur in klassischen runden Spanschachteln in den Verkauf, damit er bei der weiteren Reifung atmen kann.)

Der Oberkellner tut sauvornehm, ist aber irgendwie recht ruppig und garantiert vom andern Ufer, aber wen interessierts?

Wir bringen unsere Moppeds nach Haus und ziehen noch einmal zu Fuß los, um „Le Fregate“ unsicher zu machen. Dort sitzen wir diesmal an einem Tisch und schlabbern uns zwei Pilskaff rein, bevor wir die Kneipe dann wieder mal um 2.00 Uhr abschließen müssen. *g*

Bis wir im Bett sind, ist’s mal wieder fünfe…

Donnerstag, 04.08.2005

In Bayeux soll heute angeblich der Bär tanzen: beim Rock „Calvadose de rock 2005“. Wir fahren über die D514 bis Port-en-Bessin-Huppain und über die D6 bis Bayeux und schaffen es glatt direkt zu dem Parkplatz, wo die Bühne steht (oh-Wunder!)

Eine Band macht gerade den Soundcheck: wir bummeln erstmal durch die Stadt…
… stellen fest, dass die Zigaretten in Frankreich NOCH teurer sind als in D’land, gönnen und ein Cornetto-Soft und trinken anschließend in einem Cafe am Parkplatz einen Kaffee.

Als wir zu den Möppis gehen, kommt ein leicht angetrunkener Ende40jähriger vorbei und winkt uns freudig mit Fingerzeig auf die CBR und Spruch à la „goiles Mopped“ zu.

Wir fahren Richtung Heimat (N13 bis Isigny-sur-Mer).
In Isigny-sur-Mer passierts dann an der Brücke: Norbär legt seine CBR ab und verletzt sich leicht am Finger… (aber das behalten wir für uns!) *g*

Nachdem wir unsere Möppis am Kanalufer geparkt haben, laufen wir zum Salat-Restaurant in der Hoffnung, endlich mal was Gescheites zwischen die Kiemen zu bekommen.

Seltsamerweise musste man hier erst an einer Rezeption vorbei. Der Wirt verfrachtet uns in einen Nebenraum, obwohl im Hauptraum noch genügend Platz ist. Sind Ausländer hier etwa zweite Klasse??? (Ist ja fast wie in D’land?)

Die Speisekarte erfüllte leider auch nicht das, was die Außenaufschrift versprach:
So vertilgt Norbär schließlich einen Salat mit irgendnem Fisch (wahrscheinlich Lachs), der irgendwie lieblos in einer vergrößerten Müslischale angeboten wurde. Meinereiner wählte einen „Galette“ (Buchweizenpfannkuchen) mit Tomaten und Zwiebeln (naja)!

Dazu probieren wir einen „Diabolo“ (Sirup mit Sprudel gemischt – hier gibt’s den sogar nicht nur in typischem giftgrün (mit Minzegeschmack), sondern sogar in rot (schmeckt ein bisschen nach Erdbeer).

Fazit:
Wenn man kein „Moules frites“-Fan ist, ist man in der Normandie genusstechnisch wohl aufgeschmissen…<

Direkt am Kanal trinken wir in einem Café noch ’nen Kaffee und machen uns dann auf den Weg nach Haus.

Freitag, 05.08.2005

Moppedfrei – Wetter war heut eh nicht…

Nach dem Ausschlafen, gehen wir nochmal durch den Ort spazieren, trinken ’nen Kaffee in „unserer“ Pizzeria „L’Escapade“ und beschließen, dort auch zu essen:

Heute gibbet „Tonno Special“, aber „sans ail“ (ohne Knoblauch). Dazu bestellen wir uns jeder ’ne Flasche Perrier.  Der liebe knuffige Wirt kommt daraufhin mit einer großen Flasche an und weist darauf hin, dass uns das billiger kommt, als 2 kleine 0,25l-Flaschen (superlieb-von-ihm!)

Anschließend gehen wir – trotz der „für-Fremde-streng-verboten“-Schilder über den Campingplatz bis zu einem komischen Bunker und wieder zurück…

Samstag, 06.08.2005

Um 10.00 Uhr war das Studio zu räumen.

Als ich um kurz nach 10 zur Rezeption ging, war dort gerad niemand, was aber darum nicht weiter schlimm war, als Norbär eh noch duschen musste.

„Le ménage de fin de sejour“ (die Endreinigung) hatten wir zwei Tage vorher beim Verwalter bestellt, darum konnten wir sehr relaxt das Haus verlassen und mussten nichtmal mit dem Besen durchkehren. Die Endstromrechnung war auch ok: ca. 30 Euro für die Woche mit Wasser, Warmwasser und Strom plus Endreinigung (20 Euro).

Zunächst nehmen wir die N13 bis Caen und fahren hinter Mondeville auf die N175 Richtung Rouen.

Bei Pont-l’Eveque wollten wir die D579/D144 und dann die D929 Richtung Pont de Normandie nehmen, doch es kam ganz anders:

Auf der Strecke ab Caen hatten wir Pech: ein Trecker vor uns hielt den gesamten Verkehr auf. So nahmen wir – da wir eh schon wieder spät dran waren – kurzfristig die A29/E44 Richtung Le Havre. Kurz vor Le Havre wurde sogar für die Moppeds 0,50 Euro Gebühr kassiert, die zweite Brücke war allerdings kostenlos (für Autos 5 Euro).

  

Nach einem langen Stück Autobahn machten wir Rast an einem – wieder mal – völlig überfüllten Parkplatz und assen ein Käse- bzw. Schinken-Käse-Baguette. Als wir abfahren wollen, fängt es leicht an zu regnen.

Die Strecke war einfach nur fürchterlich und öde wie bereits die ganze Zeit zuvor: links und rechts nichts als begrünte Hügel und nicht einmal änderte sich die Landschaft…

Bei Neufchatel-en-Bray waren wir’s dann leid, fuhren dort ab und nahmen die N29 bis Amiens.

Im Ort fanden wir uns relativ gut zurecht und hielten – nachdem wir das Schild nach Albert – gefunden hatten, erstmal bei McDoof. Dort zogen wir uns ’nen Hamburger Royal und ’nen Kaffee rein, holten uns ein Nachtisch-Eis und holten uns für draußen ’nen weiteren Kaffee (denn drinnen herrschte Rauchverbot!!!)

Anschließend machten wir uns auf die N929 über Albert und Bapaume in Richtung Cambrai.

Eigentlichen wollten wir bis Valenciennes kommen. Als sich die Wolken kurz vor Cambrai auftürmten und wir dort das Hotel Campanile sahen, das wir eigentlic bereits für die Hinfahrt ins Auge gefasst hatten.

Zunächst bot man uns dort Zimmer Nr. 19 an: nachdem ich dort mit der komischen Checkkarte aufgesperrt hatte, stellte ich aber fest, dass die Aschenbecher nicht geleert, die Betten durchwühlt und die Handtücher auf dem Badezimmerboden lagen. An der Rezeption zuckte man mit den Schultern und gab uns dann Nr. 21, 2 Zimmer daneben.

Das Zimmer war ok und bei weitem besser als das auf der Hinfahrt im B&B. Nachdem wir die Sachen abgeladen hatten, duschten wir fix und gingen ins Campanile-Restaurant. Leider hatten wir schon gegessen, denn das, was die Leute dort speisten, sah echt lecker aus. Norbär bestellte sich noch eine Portion Pommes mit Ketchup.

Wir beide einen Milchcafe, der auch in relativ großen Tassen serviert wurde, anschließend ein Bier und noch ein weiteres.

Als wir das dritte Bier mit Kaffee ordern wollten, erklärte uns der Kellner nach Rücksprache mit der Rezeption, dass er uns keins mehr geben könne, ohne weitere Erläuterung.

Naja, es war mittlerweile 23.00 Uhr und zu dem Zeitpunkt schliesst das Restaurant gewöhnlich. Seltsamerweise hatte er eine Minute vorher aber noch 2 Leute bedient…

Wären wir vielleicht mit ’nem satten Trinkgeld weitergekommen?

So wanderten wir noch ein wenig durch die triste Gegend (das Hotel liegt halt außerhalb) und stießen auf ein rot-beleuchtetes Grill-Restaurant. Dort erklärte man uns glatt, es dürfe zu der Zeit kein Alkohol ausgeschenkt werden, ohne etwas zu essen. Da die Köche, die wir draußen gesehen hatten nicht so aussahen, als würden sie noch Lust haben zu kochen, verzichteten wir auf alles weitere: schlürften schnell unseren Kaffee und liefen weiter die Straße entlang.

Schließlich fanden wir noch eine „Brasserie“, wo wir 2 Bier trinken konnten, bevor der Laden dann um 1.00 Uhr nachts schloss. Was machen die armen Franzosen bloß am Wochenende???

Sonntag, 07.08.2005

Um 8.30 Uhr rappelte der Wecker und wir schleppten uns ziemlich fertig zum Frühstück.

Dies war allerdings echt lecker:
Endlich gab es mal gescheiten Kaffee, Kakao, frisch-gepressten O-Saft mit und ohne Fruchtstückchen, Marmelade, Croissants, Baguette, Schoko-Croissants, hartgekochte Eier, Käse, Quark, (Dosen-)Ananas, Preisselbeeren oder sowas in der Art…

Gegen 10.30 (???) fuhren wir weiter.
Ursprünglich wollten wir die N30 weiterfahren bis Valenciennes, fanden kurz hinter dem Ort jedoch eine Autobahn und fuhren so über die E19/A2/A7 (und schließlich über die E42/A15 Richtung Liege) über Valenciennes, Mons und Charleroi bis Fleurus.

Kaum waren wir dort abgefahren, fing es stark an zu regnen. Wir flüchteten in eine Kneipe, die seltsamerweise bereits an diesem Mittag voll-besetzt war und tranken einen Kaffee.
Als es aufhörte zu regnen, fuhren wir weiter auf der N29 Richtung Tienen. Komischerweise war dieser Ort nicht ausgeschildert, stattdessen nur ein ähnlich klingender (wie hieß der noch???)

Der restliche Weg war einfach nur ätzend und ungemütlich: es wurde sehr kühl und derart extrem böig, das es einfach keinen Spass mehr machte:

  • N3 Richtung St. Truiden.
  • N80 Richtung Hasselt.
  • N702/N76 Richtung Genk.
  • N75 Richtung Dilsen
  • N78 Richtung Maasbree
  • N273 Richtung VenloIn Venlo tankten wir völlig überteuert für 1,38/Liter an einer Texaco-Tankstelle und weiter ging’s in Deutschland auf die B58 Richtung Straelen/Geldern/Issum/Alpum/Wesel.In Wesel peilten wir zum Eisessen die Innenstadt an und quälten uns im Dunklen weiter auf der öden B58 Richtung Haltern um gegen 23.00 Uhr endlich wieder zu Haus zu sein.Rückweg Grandcamp-Maisy -> Lüdinghausen: 825 km
    Unsere Tachos zeigten:

    CB500: 2.345 km
    CBR900: 2.325,7 km

 

 


Copyright: N+S (19.11.2005)
Letztes Update: 19.07.2014